Das Interesse der Clubs an der diesjährigen Tagung der Spielführer des Golfverbands NRW war groß, denn das neue Wettspielsystem des Deutschen Golf Verbands wurde vorgestellt. Insgesamt waren 61 Clubs mit 85 Personen vertreten.
Erhard Wetterich berichtete als Vorsitzender des Sportausschusses des Golfverbands NRW kurz über die Saison 2011. Als sportliche Erfolge hob er den fünften Triumph in Folge von Martin Birkholz (Schmitzhof) bei den Deutschen Meisterschaften der Jungsenioren und den Sieg der Herren des GC Hubbelrath bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in Bad Saarow hervor.
Beim Nachwuchs ist der Golfverband NRW zwar in allen Kadern des DGV vertreten. Gerne würde man es aber sehen, wenn noch einige Spieler mehr den Weg in die DGV-Kader schaffen. „Wir haben es jedoch gegen den GC St.Leon-Rot schwer. Das sagen wir nicht mit Neid, sondern mit Bewunderung", zog Erhard Wetterich den Hut vor der badischen Talentschmiede.
In NRW wird es zur neuen Saison einige Änderungen geben.
Durch die Einführung der Ganztagsschulen kommt es für Schüler immer öfter zu Überschneidungen zwischen Schule und Trainingszeiten. Dem wird der Golfverband NRW dadurch begegnen, dass zukünftig an allen Leistungsstützpunkten jeweils alle Kader trainiert werden. Zumindest das Problem der langen Fahrtstrecken für die Jugendlichen soll so reduziert werden.
Der Stellenwert der Länderpokale im Wettspielkalender ist offenbar bei den besten Spielern gesunken. Die Durchführung kommt daher insgesamt auf den Prüfstand. Ausnahme: der Jugend-Länderpokal.
Die Sitzungen des DGV-Sportrats sind sehr konstruktiv verlaufen. „Die Interessen des Golfverbands NRW sind bei allen Entscheidungen berücksichtigt", ist Erhard Wetterich mit den Ergebnissen der Zusammenarbeit zufrieden.
Neues zur Wettspielsaison 2012 in NRW
Hans-Georg Blümer, Sportkoordinator beim Golfverband NRW bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in 2011. Auf Anfragen für Austragungsorte von Verbandswettspielen habe es meist schnelle Zusagen von Clubs oder Betreibern gegeben. Blümer versprach, dass es auch weiterhin so bleiben soll, dass jede Anlage nur einmal im Jahr den Platz zur Verfügung stellen muss.
Bei den Jugend-Mannschaftsmeisterschaften werden ab 2012 keine Teams mehr disqualifiziert, die exakt mit nur der Anzahl an Spielern antreten, die auch in die Wertung kommen. Bisher war eine Mannschaft ausgeschieden, wenn nicht sechs (Jungen) bzw. vier (Mädchen) Spieler antraten, obwohl nur fünf (Jungen) bzw. drei (Mädchen) Scores in die Wertung kamen.
Die Benutzung von Entfernungsmessgeräten bleibt in NRW erlaubt. Auch der DGV lässt ab diesem Jahr die Nutzung der Geräte zu. Wichtig dabei ist, dass das Gerät ausschließlich die Entfernung anzeigen kann. Ein Gerät, das weitere Funktionen hat, darf in Wettspielen nicht benutzt werden.
Die Wettspiele der Ligasysteme Jungsenioren/innen, Senioren/innen und des WSMP gelten ab sofort erst dann als beendet, wenn das Ergebnis beim Golfverband NRW online gestellt ist. Damit ist es möglich, schwer zu entscheidende Sachverhalte, die ausnahmsweise nicht vor Ort geregelt werden konnten, am Montag nach dem Wettspiel mit dem Verband zu klären.
Alle Clubs, die am Ligasystem teilnehmen, werden in Zukunft verpflichtet, einen Regelbeauftragten zu benennen. Dieser wird geschult und muss in Bereitschaft sein, wenn es bei Wettspielen auf der eigenen Anlage zu Fragen kommt. Die Schulungen sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Neues Wettspielsystem des DGV
Marcus Neumann stellte die Vorzüge des neue Wettspielsystems des Deutschen Golf Verbands vor. „Hier muss ich gar nicht so viel erklären", spielte der Damen-Nationaltrainer darauf an, dass der Golfverband NRW konzeptionell Vorreiter für das neue Ligensystem war.
Neumann, der gebürtig aus Bochum kommt, hob hervor, dass Mannschaftswettspiele für Emotionen sorgen und dass im Teamgedanken große Chancen liegen, junge Sportler für den Golfsport zu begeistern.
Das höchste sportliche Ziel des DGV ist, Gold bei Olympia zu erringen. „Nicht 2016, aber irgendwann einmal", so Marcus Neumann. Diese lebendige Vision ergibt Motivation für Athleten, Vereine und Verbände. Ein wesentlicher Teil davon: Die Verbesserung des Wettkampfsystems. „Nur aus einer starken, nationalen Wettkampfstruktur entstehen Athletengenerationen für internationale Erfolge auf Touren und bei Olympia", erklärt Neumann diesen Ansatz.
Bisher fehlt durch den Austragungsmodus der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der stete Wechsel zwischen Wettkampf und Training. Dies wird sich ab 2013 maßgeblich ändern. Die Trainer bekommen so viel bessere Möglichkeiten, mit den Sportlern zu arbeiten.
Ein weiterer Vorteil des neuen Wettspielsystems: Wie in anderen Sportarten auch, kann nun die Presse vom Golfsport häufiger mit Tabellen und Berichten beschickt werden. Dies ergibt ganz neue Chancen für die öffentliche Wahrnehmung.
Profis dürfen mitspielen
Die Verlinkung von Top-Amateuren mit dem Profisport Golf wird gestärkt. Junge Profis sollen in das Wettspielsystem der Mannschaftsmeisterschaften integriert werden. Je Mannschaft darf ein junger Professionell zum Einsatz kommen. Dieser Pro darf höchsten 25 Jahre alt sein und muss in seiner Jugend mindestens drei Jahre bei dem Club als Amateur gemeldet gewesen sein, für den er nun in der Mannschaft antreten will. Wichtiges Detail: Der Pro darf von gemeinnützigen Clubs nicht bezahlt werden, da sonst die Gemeinnützigkeit verloren gehen kann.
Sven Hahnl, der Leiter der Wettspielorganisation beim DGV beleuchtete Details des neuen Wettspielsystems. Absteiger wird es 2012 keine geben. Tritt ein Verein 2012 allerdings nicht an, ist er 2013 nur in der Regionengruppenliga startberechtigt.
Einzelheiten zum Wettkampfsystem sind auf der Homepage des DGV übersichtlich aufbereitet:
www.golf.de/dgv/wettkampfsystem
Die Kosten für ein Liga-Spielsystem sind in NRW durch den Willy-Schniewind-Mannschaftspreis den meisten Clubs bekannt.
Lediglich für die Clubs der 1.und 2.Bundesliga sowie der Regionalliga kann der Spielbetrieb etwas teurer werden.
Einzelrangliste eingebettet
Die Einzelrangliste wird bei den Ligaspielen der Mannschaften ermittelt. Gewertet werden für jeden Spieler die Schläge über CR/CBA. Internationale Wettspielergebnisse werden in dieser Rangliste nicht geführt. Spieler aller Ligen haben durch diesen Modus die gleichen Voraussetzungen, sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.
Die Zukunft des Willy-Schniewind-Mannschaftspreises
Die Landesmeisterschaft in NRW soll in veränderter Form bestehen bleiben. Der WSMP wird sich von der DMM abheben, um eine Alleinstellung und Anreize für die Sportler zu schaffen. Ab 2013 wird an nur einem Spielwochenende im Lochspiel der WSMP ausgespielt. In der 1.Liga werden acht Mannschaften, ab der 2.Liga jeweils sechs gemischte Teams gegeneinander antreten. Der Modus zur Bestimmung des gastgebenden Clubs ist noch in der Diskussion.
Der WSMP soll an den Anfang der Saison gelegt werden und so als Einstimmung für die DMM genutzt werden können. Die Austragung der Jungsenioren/innen-Mannschaftswettspiele wird nicht zeitgleich zum WSMP liegen.




