Isselburg/Anholt - Die NRW-Meisterschaften der offenen Altersklasse haben auf dem Platz des GC Wasserburg Anholt ihre ganz eigenen Geschichten geschrieben. Bei den Herren gab es einen nicht ganz erwarteten Heimsieg für Sebastian Heese und bei den Damen gingen Asta Birna Magnusdottir und Anna Bautista ins Stechen. Erst auf dem zweiten Extraloch kam es zur Entscheidung, die für die Mülheimerin ausfiel.
Bei herrlichem Herbstwetter war bei den Herren die Entscheidung eigentlich schon am ersten Wettkampftag so gut wie gefallen. Sebastian Heese, der mit Stammvorgabe +0,2 einige Spieler vor der Nase hatte, die mit teils bis zu +2,5 zumindest auf dem Papier favorisiert waren, zauberte am Samstag satte acht Birdies auf den Platz und da nur zwei Bogeys auf seine Scorekarte rutschten, unterschrieb der Anholter eine grandiose 66. Auch wenn es bei einem Heimspiel passiert ist, kommt ein solcher Score bei Heese nicht alle Tage vor. Zuletzt hatte er im Jahr 2009 ein derartig gutes Ergebnis nach Hause gebracht.
Durch diese Fabelrunde hatte Sebastian Heese vor der Finalrunde drei Schläge Vorsprung auf eine kleine Gruppe von Verfolgern, die alle eine 69 unterschrieben hatten. Da am Finaltag aber keiner dieser Athleten besser spielte als Heese, durfte sich der Anholter über den NRW-Meistertitel freuen, auch wenn ihm am Finaltag mit einer 74 bei weitem nicht wieder so ein guter Score gelang. Am Ende hatte der neue Champion einen Schlag Vorsprung gegenüber Niklas Jacobi ins Ziel gerettet. Der Hubbelrather war mit einer 71 solide in die Meisterschaft gestartet und legte die beste Finalrunde nach. Die 70 reichte aber eben nur noch, um sich die Silbermedaille zu sichern.
Bronze ging nach Hösel. Moritz Hausweiler, der wie Jacobi am Samstag eine solide 71 unterschrieben hatte, brachte auch am zweiten Tag diesen guten Score rein und hatte damit auch noch das Bruderduell für sich entschieden.
Der jüngere Julian Hausweiler war mit einer 69 in diese NRW-Meisterschaften gestartet, hatte am Finaltag aber in paar Probleme mit der Längenkontrolle und fing sich so eine 77. Damit fiel Julian Hausweiler noch auf Rang 7 zurück.
Das prächtige Ergebnis für den gastgebenden Club rundeten Max Griesbeck (69 und 74 Schläge) auf Rang 4 sowie Matthias Tischler (69 und 75 Schläge) auf Rang 5 ab.
Anna Bautista holt Titel bei den Damen
Bei den Damen gab es den fast erwarteten Zweikampf zwischen Anna Bautista vom GC Mülheim und Asta Birna Magnusdottir. Beide hatten sich in der Vorwoche mit einem Besuch beim Solheim Cup auf das letzte Highlight im Wettspielkalender 2015 des Golfverbandes BRW eingestimmt und gingen entsprechend motiviert an den Start. Am Samstag war es die Mülheimerin, die mit einer 70 die beste Runde des Turniers bei den Damen spielte und sich damit an die Spitze setzte. Am Finaltag kam eine 75 dazu, so dass Bautista die Tür für Magnusdottir einen Spalt weit geöffnet hatte. Die Spielerin des GC Paderborner Land lag nach einer 73 schon auf Platz 2, schob eine starke 72 nach und glich mit einem Birdie auf der letzten Bahn noch aus, so dass ein Stechen entscheiden musste.
Auf Bahn 18 sollte dieses Stechen stattfinden und am Ende durfte Anna Bautista jubeln, weil sie sehr konzentriert und sicher spielte. Die Ostwestfälin machte dagegen zweimal Bekanntschaft mit einem Bunker. Im ersten Durchgang landete der Drive im Bunker. Diese Aufgabe löste Magnusdottir noch ganz souverän und legte ihren Ball so auf das Grün, dass sie ebenso zum Par lochte wie ihre Rivalin, die vorher sicher das Fairway getroffen hatte.
Auf dem zweiten Extraloch legten beide Spielerinnen ihren Drive perfekt auf das Fairway. Anna Bautista machte dann aber den weitaus besseren Schlag ins Grün und hatte so aus einem Meter eine sehr gute Birdiechance.
Magnusdottir schlug in den Bunker links neben dem Grün und schaffte es aus dieser Lage nicht, den Ball zwingend an den Stock zu legen. Die Entscheidung war gefallen.
Die Bronzemedaille sicherte sich Celine Wachsmann. Die Spielerin des GC Hösel hatte nach Runden von 75 und 79 Schlägen einen Rückstand von neun Zählern auf das Führungsduo.
Der ausrichtende GC Wasserburg Anholt hatte sich wieder als perfekter Gastgeber gezeigt und den Athleten einen herausragend gepflegten Platz geboten. Dass an der Niederländischen Grenze am ersten Tag aufgrund von Nebels das Spiel mit 90 Minuten Verzögerung begann, ist im Herbst keine große Überraschung.
Am Finaltag stand die Sonne aber schon früh am Himmel und so hatten alle Athleten perfekte Bedingungen und der Rahmen war einer NRW-Meisterschaft mehr als würdig.
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