Krefeld/Korschenbroich/Gütersloh - Bei den zweiten Qualifikationsturnieren zur nationalen Ausscheidung für die Deutschen Meisterschaften in den Altersklassen 14 bis 18, die gleichzeitig als NRW-Meisterschaften zählen, ging es überwiegend spannend zu. Ein Stechen gab es zwar nur bei den Jungen AK 14, aber auch ansonsten war die Spitzengruppe meist eng beieinander. Einzige Ausnahme bildete Samantha Krug in der AK 18. Die Spielerin des GC Hubbelrath dominierte mit zwei famosen Runden unter Par ihre letzte NRW-Jugendmeisterschaft.
Am Samstag war es an allen drei Spielorten sehr windig, teilweise fielen kurze, aber heftige Regenschauer. Am Sonntag setzte sich die Sonne durch und es wurde bei überwiegend ruhigem Wetter gespielt.
Samantha Krug überragend in der AK 18
Die alles überragende Spielerin der Meisterschaft war Samantha Krug. Mit zwei Runden unter Par (69, 70) sicherte sie sich mit einem Gesamtscore von -5 und einem Vorsprung von elf Schlägen den Titel. Silber gewann Finja Schmale. Die Spielerin des Düsseldorfer GC lag nach der ersten Runde noch schlaggleich mit Zoe Stachel vom GC Issum. Beide hatten nach dem ersten Tag mit 77 Schlägen schon einen Rückstand von acht Zählern auf die Führende. Spannend wurde es im Kampf um Silber aber dennoch nicht mehr, denn Finja Schmale brachte am Finaltag eine gute 73 ins Clubhaus. Gegenüber der ersten Runde steigerte sie sich damit, während sich bei der Issumerin acht Schläge mehr auf der Scorekarte sammelten. Der Vorsprung von Stachel auf die Viertplatzierte Rebecca Röller (GC Leverkusen) schmolz dadurch von vier auf zwei Schläge zusammen.
Bei den Jungen konnte Max Ropinski erneut einen NRW-Meistertitel einsammeln. Letztes Jahr war Ropinski Meister der AK 16 gewesen, nun spielte er zwei ganz solide Runden mit 72 und 73 Schlägen und hatte damit am Ende zwei Schläge Vorsprung auf Niklas Jacobi und Mario Koenigsfeld.
Ole Pirdzun und Ludwig Volbert, die sich beide mit einer guten 75 nach der ersten Runde Rang 2 teilten und dadurch im Leaderflight starteten, fielen mit schwächeren, zweiten Runden noch deutlich zurück. Pirdzun (Mülheim) landete mit einer 81 auf dem geteilten 9. Rang, während Volbert (Dortmund) mit einer 85 sogar noch auf den geteilten 15. Platz durchgereicht wurde. Dass es für Max Ropinski (GC Bergisch Land) dennoch kein lockerer Durchmarsch wurde, lag an Niklas Jacobi und Mario Koenigsfeld, die sich am zweiten Tag wesentlich steigerten und mit Runden von 70 bzw. 71 Schlägen unter Par blieben. Nach Kartenstechen gewann Jacobi (Haan-Düsseltal) Silber, Koenigsfeld (Hubbelrath) durfte sich über Bronze freuen. Mit zweiten Runden von 70 Schlägen ebenfalls unter Par blieben Christian Feldhaus (Hösel) und Finn Fleer (Humelbachaue), die sich dadurch noch auf die Plätz 4 und 5 vorarbeiteten.
Obwohl viele Bahnen auf dem Platz des Westfälischen GC Gütersloh in hohem Baumbestand liegen, war der Wind am Samstag kräftig im Spiel und es kam häufig vor, dass Spieler Bekanntschaft mit dem Unterholz machten. Der gastgebende Club hatte sich für diese NRW-Meisterschaften richtig ins Zeug gelegt und den Teilnehmern ein würdiges Umfeld geboten. Dies war eine starke Bewerbung des Clubs, auch im kommenden Jahr Gastgeber der Nachwuchsgolfer aus Nordrhein-Westfalen sein zu dürfen. Der Wunsch dazu wurde deutlich gezeigt und auch genau so deutlich ausgesprochen.
Enge Entscheidung in der AK 16
Auch Roger Brandts, der Präsident des GC Schloss Myllendonk signalisierte bei seiner kurzen Ansprache an die Jugendlichen, dass der Club sich freuen würde, sehr bald wieder NRW-Meisterschaften ausrichten zu dürfen. Auch vor den Toren Mönchengladbachs hatte der Club und das gesamte Team im Hintergrund ganze Arbeit geleistet, um einen würdigen Rahmen für die Nachwuchsgolfer zu schaffen.
Sportlich gesehen verliefen die Landesmeisterschaften der AK 16 sehr spannend. Nach dem ersten Tag gab es keine großen Rückstände und so war der Kreis derer, die sich am Finaltag noch Hoffnung auf den Titel machen dürften, sehr groß.
Bei den Mädchen schafften es die drei Führenden dennoch fast, auch die Medaillen unter sich auszumachen. Einzig Titelverteidigerin Maike Schlender vom Düsseldorfer GC gelang es, sich nach einer 84 (Rang 6) mit einer 78 noch weiter vorzuschieben und nach Kartenstechen sogar die Bronzemedaille zu gewinnen. Leidtragende war Fiona Liddell. Die Spielerin des Westfälischen GC Gütersloh, die als einzige Starterin mit einem „Plushandicap“ angetreten war, spielte am ersten Tag die 78 und kam am Finaltag mit der 84 vom Platz und musste daher mit dem undankbaren 4. Platz Vorlieb nehmen.
Nina Imhausen vom GC Wildenrath hatte sich mit einer guten 76 die beste Ausgangslage gesichert, konnte diese Leistung am Finaltag aber nicht bestätigen und fiel mit einer 85 noch auf den 2. Rang zurück. Profitiert hat davon Sophie Hausmann, die konstant zweimal 80 auf der Scorekarte notierte und sich letztlich mit einem Schlag Vorsprung den Titel sicherte.
Bei den Jungen lag die Spitze nach dem ersten Tag eng beieinander. Zwischen dem Führenden, Valentin Menne (74 Schläge) und Rang 16 lagen nur sechs Schläge. Keine unlösbare Aufgabe, wie Julian Hausweiler vom GC Hösel zeigte. Hausweiler spielte am Finaltag mit einer 73 die beste Runde der Meisterschaft und sicherte sich mit gesamt +9 noch die Silbermedaille.
Der Titel ging mit einem Schlag weniger an Timo Vahlenkamp. Der Youngster des GC Teuteburger Wald Halle lag nach dem ersten Tag mit 77 Schlägen auf dem geteilten 3. Rang und sicherte sich mit der zweitbesten Runde des Finaltsonntags (75 Schläge) den Sieg. Die Bronzemedaille gewann mit zwei 77er-Runden Max Basler vom Marienburger GC. Valentin Menne (GC Siegerland) rutschte durch eine 81 noch auf Platz 4 ab.
Am Rande der Meisterschaft, genauer gesagt auf der Driving Range, kam es zu einem unerfreulichen Zwischenfall. Aus Sicherheitsgründen ist es in Myllendonk untersagt, auf der Range Schläge mit mehr als 200 Metern Länge zu machen. Dieses Verbot wurde auf einem gesonderten Schild in aller Deutlichkeit für alle Teilnehmer angezeigt. Die Missachtung des Verbots führte zu einer Disqualifikation. Ansonsten verlief die Meisterschaft der AK 16 aber in einem sehr harmonischen und sportlichen Rahmen.
Stechen in der AK 14
Ganz besonders spannend machten es die Jungen der AK 14. Nach zwei Runden lagen Nick Bachem und Cedric Otten gleichauf an der Spitze, beide hatten sich im Vergleich zur ersten Runde deutlich verbessert. Nick Bachem hatte im Wind von Krefeld am Samstag vor allem auf der Backnine einige Probleme und kassierte von Bahn 13 bis 17 fünf Bogeys in Folge. Insgesamt kam der Marienburger dadurch auf 78 Schläge. Einen Schlag mehr brauchte Cedric Otten vom GC Meerbusch. In Führung lag zunächst David Li (Hummelbachaue, 76 Schläge) vor Paul Nickel vom gastgebenden GC Elfrather Mühle (77 Schläge). Während Li Führung und Medaille mit einer 79 am Finaltag noch verspielte, holte sich der Krefelder mit einer weiteren 77 die Bronzemedaille.
An der Spitze lagen nach den 18 Bahnen der Finaltages Nick Bachem und Cedric Otten gleichauf. Bachem hatte eine 75 unterschrieben und Otten sich mit der besten Turnierrunde (74 Schläge) noch vorgeschoben. Beide hatten damit gesamt +9 und ein Stechen musste die Entscheidung bringen. Zweimal liefen die Kontrahenten Bahn 18 im Gleichschritt und hielten ihr Par. Als das Abschlussloch vor der alten Mühle zum dritten Mal gegangen wurde, legte Cedrik Otten seinen Abschlag in den Bunker auf der rechten Seite, Bachem platzierte mit einem Eisen seinen Ball sicher auf dem Fairway. Der Schlag ins Grün gelang Otten solide und so lag sein Ball auf dem Vorgrün. Bachem setzte seinen Schlag auf rund drei Meter an die Fahne. Der Chip von Cedric Otten war wieder gut, aber der Ball fiel nicht. Anders der Putt des Marienburgers. Bachem stopften die weiße Kugel ins Loch und gewann damit den Titel.
Dieses Stechen war die Krönung für eine gelungene Meisterschaft, denn viele Zuschauer begleiteten die beiden jungen Spieler.
Bei den Mädchen war das Feld an der Spitze auch lange eng beieinander. Erst gegen Ende der Finalrunde schaffte es Nina Schmitz, sich an Anna Ruttert erst vorbei zu schieben und dann auch noch einen kleinen Vorsprung herauszuspielen. Am Ende gewann die Marienburgerin mit einer 74 den Titel. Dies war gleichzeitig der besten Runde des Turniers. Nach der erste Runde hatte Schmitz mit 77 Schlägen noch hinter Anna Ruttert gelegen. Die Spielerin des Düsseldorfer GC ließ ihrer 76 aber eine 78 folgen und durfte sich dafür noch über die Silbermedaille freuen. Bronze gewann mit weiteren vier Schlägen Rückstand Anna-Maria Diederichs vom GC Hösel. Um ihren Platz auf dem Siegerpodest musste Diederichs sich nicht sorgen, denn Celine Wachsmann (Haan-Düsseltal) hatte als Viertplatzierte fünf Schläge mehr gesammelt.
<link wettspiele.html>Alle Ergebnisse: www.gvnrw.de/wettspiele.html











