Düsseldorf - Am 8. März trafen sich in Düsseldorf 65 Spielführer aus 55 Golfclubs in den Räumen des Internationalen Golfclubs Düsseldorf Kosaido. Das Präsidium freute sich über den regen Besuch. "Dies zeigt, dass sich diejenigen einbringen, die den Sport in unserm Land leben", so Erhard Wetterich augenzwinkernd in Hinblick auf die Teilnehmerzahlen an den meisten Verbandstagen in NRW.
Der Vorsitzendes des Sportgremiums, gleichzeitig Vizepräsident des Golfverbandes NRW, leitete die Spielführertagung ohne streng formellen Rahmen und verzichtete auch darauf, die Meister des Jahres 2014 zu verlesen. Diese seien ja in diversen Magazinen und auch im Internet nachzulesen, so Wetterich.
Die vorliegende Tagesordnung wurde mehr als Gedächtnisstütze genommen, weniger aber als Fahrplan für diese sehr lebhafte Spielführertagung. Zum Einstieg ging Erhard Wetterich auf die eingereichten Themenwünsche der Clubs ein. Diese werden in der Regel unter dem Punkt "Verschiedenes" am Ende einer Tagung behandelt.
Auf die Frage nach der Pflicht der Vereine, eine Clubspielleitung zu stellen, antwortete Erhard Wetterich, dass der GV NRW noch nicht dazu gekommen sei, dieses Thema zu bearbeiten. "Eigentlich sollte in diesem Jahr die Ausbildung beginnen, aber wir sind vom DGV überholt worden", so Wetterich. Ab 2016 wird diese Thema wohl bundesweit behandelt und dann wird auch in NRW die Ausbildung zum Clubspielleiter beginnen. Unabhängig davon läuft die zweistufige Ausbildung zum Platzrichter und zum Spielleiter weiter.
Der GC Dreibäumen regt an, die Spieltage der Damen AK50 auf die Wochenenden zu legen, da zu viele Spielerinnen berufstätig seien.
Erhard Wetterich erklärt, dass bei Umfragen in den Clubs mehrheitlich der Dienstag gewünscht worden war, es aber in Zukunft ggfs. den Clubs freigestellt wird, ob sie am Dienstag oder Samstag spielen. Analog gilt dies auch bei Herren für Mittwoch und Samstag.
Ziel des GV NRW sei es, möglichst vielen Golfern die Chance zum Spiel in Mannschaften zu bieten, nicht aber möglichst viele Mannschaften zu haben. Innerhalb des bestehenden Spielplans ist ein Wechsel von Mittwoch auf Samstag nur möglich, wenn die Kapitäne aller Mannschaften der Staffel zustimmen. Für einen Wechsel zwischen Heimspieltagen am gleichen Tag müssen sich dagegen nur die beiden beteiligten Mannschaften, die ihren Heimspieltag tauschen, einig sein.
Tiger & Rabbit-Turniere können laut Erhard Wetterich nicht vorgabewirksam sein. Schon weil der Tiger den Rabbits auf der Runde Ratschläge gibt, ist dies kein Spiel mehr im Sinne der Golfregeln. "Die Tiger", so Wetterich, "sind eher als Lehrer mit auf dem Platz, nicht um sich selber unterspielen zu können."
Eine Startberechtigung für Spieler wird es auch weiterhin nicht ohne Wechsel des Heimatclubs geben. "Wir wollen nicht, dass gewildert wird und es soll eine enge Beziehung zwischen Club und Spieler bestehen", so Erhard Wetterich. Spielgemeinschaften könnten dagegen 2016 eventuell für Jugend und auch in der Damen AK65 zugelassen werden.
Ricarda Appel, Mitglied des Vorgabenausschusses im Deutschen Golf Verband berichtet über die Planungen hinsichtlich der Vorgabenbestimmung ab 2016 und des darin vorgesehenen lebenslangen Handicaps.
Alles sei noch im Fluss und im Abstimmungsprozess zwischen der EGA und den nationalen Verbänden. "Wir sind an einem Wendepunkt, wo es eine Grenze geben wird, ab der man sich nicht mehr überspielen kann. Dann braucht man in dem Bereich keine Pufferzone, keinen CBA und auch keine anual revision mehr. Alles zum ausbalancieren der Handicaps ist entbehrlich", so Appel.
Es wird also eine eher grobe Einteilung der höheren Handicaps geben, ähnlich dem, was früher die Clubvorgaben waren. Der Vorgabenausschuss der Clubs wird trotzdem aktiv werden können.
Die Kennzeichnung eines Handicaps als "aktiv" wird wohl wieder abgeschafft. Allerdings kann jeder Club in seinen Turnierausschreibungen vorsehen, wie viele Ergebnisse im Stammblatt stehen müssen, damit ein Teilnehmer an den Nettopreisen partizipieren kann.
Meldung einer dritten Mannschaften
Der GC Bad Salzuflen schlägt vor, den Clubs die Meldung einer dritten Mannschaft zu ermöglichen und es alleine dem Club zu überlassen, wieviele Mannschaften er in einer AK meldet. Damit sollen möglichst viele Spieler die Chance bekommen, in einer Mannschaft zu spielen.
Erhard Wetterich stimmt im Prinzip dieser Forderung zu, warnt aber vor dem Mehraufwand für die Geschäftsstelle, wenn plötzlich die Anzahl der Mannschaften explodiert. Es werden für 2016 mehr Mannschaften zugelassen, wobei noch nicht diskutiert worden sei, welche Begrenzungen es sinnvoller Weise geben könnte.
2015 sind durch die neuen Altersklasseneinteilung schon deutlich mehr Mannschaften im Ligaspielbetrieb gemeldet. Bei Herren Ü50 sind es 100 Mannschaften mehr, bei den Damen 33 mehr.
Ingesamt teilen sich über 1.300 Mannschaften auf die verschiedenen Altersklassen auf.
Hinsichtlich der Veränderungen der Altersklassen auch auf Bundesebene betont Erhard Wetterich: "Unser Ligasystem kann unverändert bestehen bleiben. So spielen wir in NRW die Qualifikation für die Finalturniere der DMM AK 35/50/65 aus."
Udo Kröner, der Spielführer des GC Bad Salzuflen lobt nach den Ausführungen von Erhard Wetterich: "In NRW ist der Verband wirklich für die Mitglieder da, nicht wie wir es vom DGV gewohnt sind, anders herum."
Hinsichtlich der Ausschreibungen für das Jahr 2015 wiederholt Hans-Georg Blümer, Sportkoordinator des GV NRW das Lob und den Tadel des Vorjahres: "Es funktioniert bei uns noch gut, dass Clubs ihre Plätze für Verbandswettspiele zur Verfügung zu stellen. Solange dies so bleibt, kann der Landesverband davon absehen, Clubs Termine verpflichtend aufzudrücken."
Für den Spielbetrieb in den Altersklassen 35/50/65 wird erläutert:
1. Ein Spieler darf höchstens in zwei Altersklassen spielen.
2. Spielen zwei Mannschaften eines Clubs in einer AK, dürfen Spieler an demselben Spieltag nur für eine Mannschaft spielen.
3. Festspielregelung: Ein Spieler, der zweimal in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, darf nicht mehr in der zweiten Mannschaft der selber AK spielen.
4. Im Jahr 2015 erfolgt die Wertung der AK65 über eine Gesamttabelle. Ab 2016 wird es dann eine Ligeneinteilung nach der Abschlusstabelle des Jahres 2015 geben.
In den Wettspielbedingungen des DGV werden ab 2016 die Grooves der Eisen genauer geregelt. Es wird auf der Homepage des R&A eine Positivliste der zugelassenen Wedges geben. Im Kern geht es um das Volumen innerhalb der Grooves und eine abgerundete Form der Grooves-Kanten.
An Spieltagen der KRAMSKI Deutsche Golf Liga darf auch der gemeldete Playing Pro Caddie für einen Mitspieler machen. Teaching Pros sind weiterhin nicht als Caddies zugelassen.
Bisher mussten bei Verbandswettspielen grundsätzlich alle Teilnehmer zu Fuß gehen. Ab 2015 kann in NRW Spielern mit Gehbehinderung die Nutzung eines Beförderungsmittels gestattet werden, sofern dieses nicht auch als Hilfsmittel bei der Ausführung des Schlages benötigt wird. Die Genehmigung ist zudem nach Schwerbehindertenausweisverordnung an die Kennzeichnung G oder aG gebunden.
Eine Gehbehinderung ist rechtzeitig durch Vorlage des Schwerbehindertenausweises nachzuweisen, damit der GV NRW die Genehmigung ausstellen kann. Das Beförderungsmittel ist vom Spieler selbst zu stellen. Im Einzelfall kann die örtliche Spielleitung aus sachlichen Gründen das Fahren einschränken oder untersagen, vor allem wenn die Bedingungen auf dem Platz es nicht zulassen, dass ein Fahrzeug benutzt wird.
Bei der Einteilung der Ligen konnten Clubs bisher eine Wunschliste für den Heimspieltag einreichen. Dies wird ab 2016 dahingehend geändert, dass statt der Angabe von Wunschterminen nur noch ein Spieltag ausgeschlossen werden kann, an dem die Anlage nicht zur Verfügung steht.
Hintergrund: Je mehr Varianten der Verband hat, desto mehr Möglichkeiten hat der Verband, Doppelspieltage nach Wünschen der Clubs zu berücksichtigen. Darüber hinausgehende Wünsche können bei der Erstellung der Spielpläne nicht berücksichtigt werden.
Am Ende der Tagung weist Hans-Georg Blümer noch auf die Jugendwartetagung hin, die eine Woche später stattfinden wird. Er legt den Spielführern die Talent Tees ans Herz. Diese wurden in NRW eingeführt, weil weniger Jugendliche den Weg zum Golfsport finden und die Kinder auch mit Hilfe von Erfolgserlebnissen dauerhaft für unsere Sportart begeistert werden müssen. Die Anforderungen, Talent Tees vom GV NRW unentgeltlich gestellt zu bekommen, sind relativ niedrig angesetzt. Der Nutzen für die Clubs und den Golfsport ist dafür umso höher.
Wesentlichen Änderungen hat es in der Leistungssportförderung gegeben. Es gibt nun je einen Landestrainer für Damen und Herren. Im Spitzenkader trainieren die Athleten nur noch beim Landestrainer, jeweils in strenger Abstimmung mit dem Heim-Pro.
Analog gilt dies für die Leistungskader mit den Stützpunkttrainern. Ziel ist es, dass die Kinder mehr in ihren Clubs trainieren, im Club die Heimat haben und diese dort auch halten.
Um 13.23 Uhr schließt Erhard Wetterich die Spielführertagung 2015 und wünscht allen Teilnehmern noch viel Spaß bei dem schönen Wetter auf dem Golfplatz.
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