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GVNRW

Sophie Witt holt Titel

29.09.2020

Team-EM Mädchen 2020

Hruba Borsa/Slowakei – Sophie Witt vom GC Hubbelrath hat mit der Mannschaft die Team-Europameisterschaft der Mädchen gewonnen. Die Mädchen um Bundestrainer Sebastian Rühl haben bei dieser Team-EM kein einziges Match verloren, also einen glatten Durchmarsch zelebriert.

Wie sehr sich Sophie Witt, Charlotte Back, Chiara Horder und Paula Schulz-Hanßen in diesen Tagen von Hruba Borsa den Respekt der übrigen Teams erarbeitet haben, konnte man am Applaus ablesen, den die jungen Bundesadler bekamen, als bei der Siegerehrung die Namen des neuen Europameisters verlesen wurden. Ein echter Gänsehautmoment für das gesamte Team.
Bis es soweit war, gab es allerdings einen harten und spannenden Finaltag, an dem sich die Truppe von Kapitän Christian Marysko richtig beweisen musste.
Im Finale traf das deutsche Team auf Schweden. Die Skandinavier sind quasi der Dauersieger dieser Meisterschaft, denn alleine acht mal holte Schweden den Titel. Eigentlich ist Schweden immer Favorit, zumal das Dreikronen-Team schon 15 mal im Finale stand.
Für Deutschland war es erst die vierte Finalteilnahme und Dank einer auch am Finaltag überragenden Leistung der vier Athletinnen des Junior Team Germany wurde zum dritten mal der Titel nach Deutschland geholt.

Ohne Matchverlust

Die Art und Weise, wie die Mannschaft sich ins Finale gespielt hatte, war schon beachtlich, denn auch starke Gegnerinnen wurden regelrecht deklassiert. Die Matches waren jeweils so früh beendet, dass die Spielerinnen aus St. Leon-Rot, München Valley und Hubbelrath nie die Bahnen 16, 17 und 18 sahen.
Es blieb zwar auch gegen Schweden dabei, dass kein Match verloren wurde, aber immerhin zwangen die Nordlichter die deutschen Mädchen über die volle Distanz – und darüber hinaus. Am Ende war der Jubel deutsch und der Sieg steht mit 2,5:0,5 in den Büchern. Ein 3:0 wäre auch gut möglich gewesen, aber als der Gesamtsieg fest stand, wurde das letzte Match als geteilt gewertet.

Vierer wieder glatt

Wie schon in den Runden zuvor, hatten es Chiara Horder (GC München Valley) und Charlotte Back (GC St. Leon-Rot) eilig. Wieder stand schon auf dem 15. Grün der Sieg mit 4&3 für die beiden jungen Deutschen fest.

Witt mit großer Moral

Vorne ein schier unschlagbarer Vierer und hinten eine bärenstarke Sophie Witt, die mit einer tollen Moral auch im Finale Großes leistete. Wieder zeigte die Hubbelratherin, die auch in den Kadern des Golfverbandes NRW gefördert wurde, in der Anfangsphase ihres Matches gegen Meja Ortengren bis zum Grün phantastische Schläge, konnte ihre Vorteile auf den Grüns aber nicht ummünzen. Ganz im Gegenteil. Dreimal hatte die Deutsche Meisterin der AK 18 gute Aussichten, ein Loch zu gewinnen und dennoch führte Schweden nach drei Bahnen mit 2auf, erhöhte sogar auf 3auf.
Weiter ließ Sophie Witt die Gegnerin nicht davonziehen und verkürzte schnell wieder mit zwei Birdies in Folge, um danach wieder in Bedrängnis zu geraten. Als es darauf ankam, zeigte die 17-Jährige aber ihr Kämpferherz und gewann am Ende Loch um Loch, so dass es nach 18 Bahnen all square stand und dieses Duell auf das erste Extraloch ging.
Hier war dann kein weiterer Schlag mehr nötig, denn just in dem Moment hatte Paula Schulz-Hanßen auf ihrem ersten Extraloch ihr Match gegen Matilda Jonsson gewonnen und damit den Sieg für Deutschland unter Dach und Fach gebracht.

Der Weg ins Finale

In der Zählspielqualifikation hatten die Mädchen des Junior Team Germany auf ganzer Breite überzeugt und lieferten ein fabelhaftes Mannschaftsergebnis ab. Lohn war der zweite Platz hinter dem späteren Finalgegner Schweden.
Sophie Witt startete mit einem Bogey, hielt ihre Karte danach aber sauber und brachte vier sichere Birdies unter. Macht für die Hubbelratherin in Summe 69 (-3) Schläge und in der bedeutungslosen Einzelwertung als beste Deutsche einen starken vierten Platz.
„Durch die Länge der Bahnen und den starken Wind musste der Abschlag echt präzise auf dem Fairway liegen. Das Semirough ist hoch und dicht. Für mich war heute der  Bounceback wichtig, nach dem Bogey auf Bahn 1 und noch einem weiteren Dreiputt kein weiteres Bogey zu spielen, sondern vier Birdies nachzulegen“, freute sich die Rheinländerin.

Titelverteidiger demontiert

Im Viertelfinale wurde nicht irgendjemand geschlagen, sondern Titelverteidiger Dänemark regelrecht demontiert. Dieses Duell geriet zu einer Demonstration von Können, Willen und Teamgeist der deutschen Mädchen.
Diese deutsche Mannschaft war in der Slowakei eine Urgewalt. Zwar reichten die Kräfte nicht dafür aus, den Morgennebel zu vertreiben und so ging es erst mit einer Startverzögerung von zwei Stunden in die Matchplays. Was sich aber dann in herrlichem Spätsommerwetter abspielte, nötigt größten Respekt ab.
Der Vierer harmonierte prächtig und holte für den ersten Punkt für Schwarz-Rot-Gold.
Im ersten Einzel gab es ein Duell zweier Spielerinnen, die im Vorjahr gemeinsam für Europa im Junior Solheim Cup angetreten waren. Schon auf dem 14. Grün machte Paula Schulz-Hanßen mit 5&4 den Sack in einem Match auf allerhöchstem Niveau zu. Trotz dieses überaus klaren Sieges lag die Unterlegene zu diesem Zeitpunkt selbst unter Par. Im Zählspiel hätte die Deutsche gute Chancen gehabt, einen absoluten Fabelscore ins Clubhaus von Hruba Borsa zu tragen.

Sophie Witt stark

Dass Bundestrainer Sebastian Rühl einen so überaus ruhigen Tag erleben durfte, lag nicht zuletzt auch an Sophie Witt, die im zweiten Einzel gegen Cecilie Leth-Nissen eine formidable Leistung brachte. Von Beginn an zeigte Sophie Witt sehr gute Schläge und kreierte sich fast immer die besseren Lagen als ihre Kontrahentin. Dass das Match dennoch die ganze Zeit eng verlief, lag einzig am Putter der Dänin. Während die Hubbelratherin immer sicher spielte und sich Chance auf Chance eröffnete, fand Leth-Nissen selten das Fairway, hielt sich aber durch viele gelochte Putts im Rennen.
Als von den beiden ersten Matches die Kunde nach hinten drang, dass der Sieg Deutschlands über den Titelverteidiger schon sicher war, lag Sophie Witt selbst auch in Führung und die Vorzeichen, dass auch dieses Match an das Team in Schwarz-Rot-Gold gehen würde, waren nicht zu übersehen. In den Büchern steht das Match dennoch als geteilt. Wichtig war, dass Sophie Witt durch diese faire Geste wertvolle Kraft für die folgenden Aufgaben sparen konnte.

Halbfinale gegen NL

Die Mädchen um Bundestrainer Sebastian Rühl zeigten auch gegen die Niederlande im Halbfinale eine überragende Leistung und gewannen völlig verdient mit 3:0.
Der Vierer setzte mit 7&6 ein sehr frühes Ausrufezeichen.
Auch in beiden Einzeln gab es stets beruhigende Zwischenstände und so ging Sophie Witt immer mit so hoch erhobenem Kopf vor ihren Kontrahentin, dass anhand der Körpersprache schon aus großer Entfernung zu erkennen war: dieser Punkte geht ebenfalls an das deutsche Team.
Einzig eine Regenunterbrechung von fast zwei Stunden zögerte den Jubel der deutschen Mädchen noch etwas heraus. Die Spielleitung hatte gesehen, dass durch den heftigen Dauerregen einige Grüns nicht mehr regulär zu spielen waren. Alle Athletinnen wurden ins Clubhaus beordert und die Greenkeeper machten sich an die Arbeit, die Grüns von den Wassermassen zumindest soweit zu befreien, dass die Runde beendet werden konnte.
Als das Spiel wieder aufgenommen wurde, dauerte es nicht mehr lange, bis Sophie Witt vom GC Hubbelrath gegen Noa van Beek mit 4&3 ihren Punkt geholt hatte und auch Paula Schulz-Hanßen (SLR) gegen Anne-Sterre den Dunnen mit 3&2 den letzten Hieb machte.
Sophie Witt bekam einen leicht verträumten Blick im Gedanken an ihre Mannschaft: „Wir sind alle motiviert bis in die Haarspitzen und geben bei jedem Schlag alles. Auch als Caddie bei den anderen. Was wir hier erreichen wollen, ist klar. Ich weiß, dass wir morgen wieder alles geben werden!“
Wie recht die Hubbelratherin hatte, sah man an dem grandiosen Auftritt im Finale, der mit dem Titel gekrönt wurde.

 

Sophie Witt holt Titel (Foto: DGV/stebl)
Die erfolgreiche Mannschaft (Foto: DGV/stebl)
Große Freude für die Athletinnen (Foto: DGV/stebl)
Sophie Witt zeigte starke Leistungen (Foto: DGV/stebl)
Das lange Spiel war beinahe perfekt (Foto: DGV/stebl)

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