Mülheim/Ruhr - Bei der 76. German International Ladies Amateur Championship, die zum zweiten mal in Folge in Mülheim ausgetragen wurde, hat sich Sophie Hausmann mit Runden von 70, 71, 72 und 73 Schlägen ihren ersten großen, internationalen Titel gesichert. Bei dem Start-Ziel-Sieg zeigte die Spielerin des GC Hubbelrath eine durchweg ganz starke Leistung und lag so nach den beiden ersten Runden jeweils in Front.
Der Finaltag war ganz und gar ungewöhnlich. Erstmals wurden zwei Runden gespielt. Für die 64 Athletinnen, die es in den Cut geschafft hatten, bedeutete dies, zweimal den anspruchsvollen Course des GC Mülheim zu gehen und dazwischen gerade einmal eine knappe halbe Stunde Mittag zu haben.
Sophie Hausmann war mit zwei Schlägen Vorsprung in den Tag gestartet, gab ihre Führung aber auf Bahn 4 der ersten von zwei Runden kurzzeitig ab, nachdem die dänische Konkurrentin Marie Lund ihr zweites Birdie notiert hatte, gleichzeitig Hausmann ein Bogey kassierte. Auf Bahn 7 rutschte ein zweites Bogey auf die Karte der Spielerin aus NRW. Doch bald schon drehte sich das Bild wieder. Von Bahn 8 bis Bahn 14 verbesserte sich die Hubbelratherin mit drei Birdies wieder auf "eins unter" für die Runde, während Marie Lund auf 12 und 14 je ein Bogey spielte.
Am Ende der ersten Runde blieb die Konstellation im Grunde erhalten. Sophie Hausmann, Esther Henseleit (Falkenstein) und Marie Lunackova (Tschechische Republik) gingen als Leaderflight in die Finalrunde. Kleiner, aber wichtiger Unterschied: Sophie Hausmann war mit gesamt -3 die einzige Spielerin, die vor der Finalrunde unter Par lag. Mit ihrer 72 (Even) hatte sie von den ganz vorne Platzierten den besten Score unterschrieben. In Lauerstellung lag zu dem Zeitpunkt Maike Schlender, die früher für den Düsseldorfer GC gespielt hat und inzwischen beim Hamburger GC ihre sportliche Heimat gefunden hat.
Im Kampf um Sieg und Medaillen wurde es am Nachmittag noch sehr eng und die Zuschauer, die in ansehnlicher Zahl auf den Platz gekommen waren, erlebten einen faszinierenden Golftag auf sehr hohem Niveau.
Sophie Hausmann gab die Führung zwar nie ganz aus der Hand, tauchte aber im Livescoring phasenweise mit ihren Konkurrentinnen gleichauf bei -1 für das Turnier auf, nachdem sich bei der Hubbelratherin auf den Bahnen 3 und 10 Bogeys auf die Scorekarte geschlichen hatten, während drei Verfolgerinnen zeitgleich unter Par lagen. Vor allem Maike Schlender machte Druck und lag nach acht Bahnen schon bei "zwei unter" für die Runde. Erst auf Bahn 17, als die Spielerin des Hamburger GC ein Bogey kassierte, war von dieser Seite der Druck ein wenig weg.
Endgültig auf die Siegerstraße bog die aus Münster stammende Spielerin des National Team Germany ein, als ihr auf dem 16. Grün ein starkes Birdie gelang und Esther Henseleit, die auf der 15 noch gleichgezogen hatte, auf der 17 ein Bogey notieren musste.
Im Endklassement steht die strahlende Siegerin mit einem finalen Score von zwei Schlägen unter Par und hat damit einen Zähler weniger auf dem Konto als Marie Lunackova.
Schlaggleich Even Par beenden zwei Mannschaftskameradinnen des Hamburger GC das Turnier: Maike Schlender, die beim britischen Army-GC Sennelager angefangen hatte, Golf zu spielen und über den GC Paderborner Land und den Düsseldorfer GC zum HGC Falkenstein gekommen war, hatte im Kartenstechen die Nase vor Esther Henseleit.
Der Verlauf des Finaltages hätte kaum spannender sein können und der Ausgang hätte an der Spitze kaum gerechter sein können. Anhand der Entwicklung der Athletin war schon länger ablesbar, dass Sophie Hausmann irgendwann ihren ersten großen Titel gewinnen würde. Dass dies nun in der Heimat, bei einem der traditionsreichsten Damenturniere überhaupt passiert ist, gibt diesem Sieg eine besondere Note.
"Ich bin etwas nervös in die erste Runde des Tages, aber ich bin gut gestartet und mein langes Spiel hat funktioniert. Irgendwann fielen dann auch zwei längere Putts, nachdem ich vorher einen überflüssigen Dreiputt aus weniger als zwei Metern gemacht hatte. Mit drei Schlägen Vorsprung bin ich etwas entspannter in die Finalrunde gestartet. Als ich nach neun Bahnen aber merkte, dass es knapper wird, habe ich schon gedacht, dass es Zeit wird, ein Birdie zu spielen. Als Marie Lunackova mit mir gleichgezogen hatte, hat sie den einen oder anderen Schlag liegen lassen. Nachdem Esther, Marie und ich dann doch gleichauf lagen, bin ich doch noch mal etwas nervös geworden, hatte aber an sich ein gutes Gefühl, dass irgendwie noch ein Putt fallen müsste. So ist es dann auf der 16 auch gekommen. Nach der 17 war klar, dass nach dem guten Abschlag etwas geht. An der 18 habe ich mich für das Holz entschieden und einen sicheren Eisenschlag Mitte Grün entschieden. Mit dem Putten war ich heute nicht ganz zufrieden, aber natürlich bin ich nach dem Sieg happy.
Nachdem in den letzten Wochen das lange Spiel schon konstant war, ist mir hier ein Stein vom Herzen gefallen, dass ich nun die Runden gut reingebracht habe. Dieser Sieg bedeutet mir ganz viel. Er zeigt mir, dass ich richtig arbeite, auf einem guten Weg bin und auch international vorne mitspielen kann. Ich danke meinen Coaches, insbesondere Alex Schleining, aber auch Christoph Herrmann als Teamcoach. Danke auch an die Mädels vom Team, die hier rausgekommen sind, um mich zu unterstützen", fasste die Championesse ihre Eindrücke des Finaltages zusammen.
Anna Bautista vom gastgebenden GC Mülheim nutzte ihren Heimvorteil und spielte sich mit Runden von 76, 73, 72 und 74 Schlägen auf Rang 12 und war damit zweitbeste Spielerin aus NRW.
stebl´
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