Lich - Die zweiten Saison der KRAMSKI Deutsche Golf Liga ist Geschichte. Der GC Hubbelrath hat bei den Herren seinen Titel nicht verteidigen können und muss nach der 5:7-Halbfinalniederlage gegen den späteren Deutschen Mannschaftsmeister GC Mannheim-Viernheim mit der Bronze-Medaille zufrieden sein. Die Damen aus dem Düsseldorfer Osten hatten durch einen am Ende deutlichen 6,5:2,5-Halbfinal-Sieg gegen den bis dahin amtierenden Deutschen Meister aus München das Finale erreicht.
In einem dramatischen Finale hat sich dann aber der GC St. Leon-Rot auf dem letzten Grün mit dem letzten Putt im letzten Match des Tages den Titel gegen den GC Hubbelrath gesichert. In nackten Zahlen lautet das Ergebnis 5:4 für SLR. Doch an diesem Tag reichten Zahlen nicht, um auch nur ansatzweise die Spannung wiederzugeben, die auf dem Platz des Licher GC alle mitgerissen hat.
Am Vormittag hatte der neue Deutsche Meister zwei der drei Vierer gewonnen und damit das Fundament für den Triumph gelegt. In den Einzeln lieferten sich die Spielerinnen beider Teams einen faszinierenden Kampf. Im Livescoring deuteten die Zwischenstände mal in die eine, mal in die andere Richtung. Die meisten Matches standen lange auf Messers Schneide, so dass das Endergebnis zu keinem Zeitpunkt hätte vorher gesagt werden können. Allen Aktiven und auch den vielen Zuschauern war die Spannung ins Gesicht geschrieben. Einzig Leonie Harm mit ihrem 5und4-Sieg über Chiara Mertens mit einem frühen Punkt für St. Leon-Rot sowie auf der Gegenseite Nicola Rössler mit einem Sieg in gleicher Höhe gegen Nicole Lingelbach machten es etwas schneller.
Unter dem Strich änderte dies aber nichts daran, dass das Gesamtergebnis dadurch nicht klarer wurde. Die anderen vier Matches waren immer offen. Anna-Theresa Rottluff hatte mit 2und1 gegen Laura Kowohl noch relativ früh am Nachmittag den zweiten Siegpunkt für Hubbelrath eingefahren, denn die beiden waren als zweiter Flight des Finalnachmittags gestartet. Damit stand es insgesamt 3:3 und aller Druck lastete auf den drei letzten Matches, die jeweils bis auf das 18 Grün gingen.
Natalie Wagner, die alle im SLR-Team nur „Dory" nennen, zeigte sich ungemein nervenstark und lieferte sich mit Denise Kalek einen harten Kampf. Mit einem Birdie auf der letzten Bahn setzte sich die Spielerin des GC SLR durch und durfte sich für den 1auf-Erfolg bejubeln lassen, während die ehemalige Nationalspielerin in Reihen des GC Hubbelrath getröstet werden musste.
Damit war für SLR der vierte Punkt in trockenen Tüchern und die Dramatik steigerte sich weiter, als Samantha Krug und Valerie Gress auf ihre letzten Bahnen gingen. Nach 15 Bahnen führte Gress, aber Krug ließ nicht locker und drehte mit zwei Birdies zum Ende das Match und holte so den vierten Punkt für Hubbelrath.
Inzwischen hatte sich beim letzten Flight des Finales eine sehr große Zuschauermenge gesammelt und begleitete Karolin Lampert und Merle Kasperek auf den letzten Metern. Mit 1auf für die Tour-Proette ging es auf das 18. Tee. Damit war klar, dass SLR das Stechen schon ganz sicher erreicht hatte und sogar den Meistertitel einfahren würde, wenn Merle Kasperek die letzte Bahn nicht für sich entscheiden würde. Karolin Lampert, die solche Drucksituationen schon gewohnt ist, machte keine Anzeichen, auch nur zu wackeln und sorgte mit einem kurzen Siegesputt aus knapp zwei Metern für den Schlusspunkt eines Finales, an das alle Beteiligten sicher noch lange denken werden. Damit hat sich das Team von Trainer Michael Terwort, den viele noch aus seinen Zeiten bei den Clubs in NRW bestens kennen, den 7. Meistertitel gesichert und feierte anschließend ausgelassen und lautstark.
Herren des GC Hubbelrath holen im Stechen Bronze
Im Halbfinale gegen Mannheim fiel die Vorentscheidung gegen den Titelverteidiger schon in den Vierern. Einzig Max Mehles und Max Rottluff holten einen Punkt, schlugen dabei die Zwillinge Yannik und Jeremy Paul mit 3&1. Die anderen drei Matches gingen an das Team von Trainer-Unikum Ted Long. In den anschließenden Einzeln gestaltete der noch amtierende Deutsche Meister die Partie zwar ausgeglichen, konnte aber nicht mehr aufholen. 4:4 Punkte aus den Einzeln waren zu wenig und so zog der GC Mannheim-Viernheim in der Finale ein, in dem Hubbelrath gerne wieder gegen den Rekordmeister GC St. Leon-Rot gestanden hätte.
Im „Kleinen Finale" traf das Team von Trainer Roland Becker auf die bestens bekannte Mannschaft des Frankfurter GC, die ihr Halbfinale im Stechen gegen SLR verloren hatte. Auch das Spiel um Platz 3 war eng umkämpft und „auf einem sehr hohen Niveau", urteilte Hubbelraths Trainer Roland Becker. Der Titelverteidiger und der Frankfurter GC begegneten sich in einem Duell auf Augenhöhe. In den Vierern am Vormittag gab es je zwei Siege für beide Teams. Trotz der Enttäuschung nach den verlorenen Halbfinals am Vortag lieferten sich die Spieler eine hochklassige Begegnung mit zahlreichen Birdies.
Während die ersten beiden Punkte deutlich an die Frankfurter gingen, wurden die beiden letzten Vierer erst auf der 18. Bahn entschieden. Hier behielten jeweils die Hubbelrather mit 1auf die Oberhand. Schon da wurde orakelt, dass diese Partie am Ende wohl in Stechen entschieden werden würde. Und so kam es dann auch. Im Stechen konnte sich letztlich der GC Hubbelrath gegen den Dauerrivalen aus der 1. Bundesliga-Nord der KRAMSKI Deutsche Golf Liga durchsetzen. Nach den Einzeln hatte es 6 zu 6 gestanden, wobei Martin Keskari die Frankfurter erst auf dem 18. Grün durch einen Sieg gegen Max Rottluff ins Stechen brachte.
Im Stechen holten Max Mehles und Max Rottluff die nötigen beiden Punkte und sorgte so dafür, dass die Hubbelrather sich immerhin noch über Bronze freuen durften. „Enger geht es einfach nicht. Im Stechen gewinnt manchmal auch die glücklichere Mannschaft", sagte Hubbelraths Trainer Roland Becker, der natürlich mit dem Endergebnis dieses Final Four nicht zufrieden sein konnten, denn der Titelverteidiger hatte sich eindeutig höhere Ziele gesetzt.
Vielleicht hatte am Ende mit dem GC Mannheim-Viernheim aber die Mannschaft den Sieg eingefahren, die sich am meisten nach einem Erfolg gesehnt und darauf hingefiebert, ja richtiggehend dafür gebrannt hatte. Wie sehr sich Mannheim nach einem Titel sehnte, war quasi in jedem Wort der Spieler, in jeder Bewegung der Beteiligten zu sehen. Es ist dies der erste Titel für den Club, der in der Nachbarschaft des großen Nachbarn SLR immer oben mitgespielt hatte, aber meist nicht über Rang 4 hinausgekommen war.
Für alle, die das Final Four in Lich erlebt hatten, insbesondere diesen ungemein spannenden und stimmungsvollen Finaltag, wird dieses zweite Finalturnier der KRAMSKI Deutsche Golf Liga in lebhafter Erinnerung bleiben. Rund 1.500 Zuschauer säumten am Nachmittag die Fairways und Grüns, so dass es teilweise schon eng wurde und oft nur in zweiter oder dritter Reihe ein Blick auf das Geschehen zu erhaschen war. Der Licher GC hatte sich als großartiger Gastgeber präsentiert und nicht nur den Platz in einen absoluten Top-Zustand versetzt, sondern auch einen Rahmen geschaffen, der eines großen Turniers mehr als würdig war. Mehr als 60 Helfer sorgten an den Turniertagen für einen reibungslosen Ablauf, gerade auch für die zahlreich nach Lich gekommenen Zuschauer.
Bildergalerien Damen:
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