Beim Jugend-Länderpokal gewannen die Mädchen aus Nordrhein-Westfalen die Silbermedaille, während die Jungen in der Endabrechnung den siebten Platz belegten.
Die Auflage 2023 dieses Turniers der Auswahlmannschaften des Landesgolfverbände war auf der Anlage von Golf Fleesensee eine wahre Hitzeschlacht, wobei trotz der hohen Temperaturen und der langen Trockenheit die Plätze sich in perfektem Zustand präsentieren.
Die Auswahlmannschaften der Landesverbände hatten am ersten Wettkampftag die Zählspielqualifikation zu absolvieren. Die Teams mussten am Morgen drei Vierer und am Nachmittag sechs Einzel gehen und hatten bei den hohen Temperaturen somit schon eine echte Aufgabe zu erledigen.
Die Scores waren zum Teil dennoch sehr tief. Bei den Mädchen drückte die Auswahl aus Nordrhein-Westfalen dem erstem Tag den Stempel auf. Nach den Vierern teilte sich der Titelverteidiger mit Baden-Württemberg noch mit sechs über Par die Führung, zeigte in den Einzeln dann aber überragende Stärke und brachte die drei einzigen Scorekarten unter Par ins Clubhaus.
Mit einer 67 (-5) war Hanna Tauber, die in der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf für den GC Hubbelrath spielt, die beste Spielerin. Mathea Sagel mit 69 (-3) und Johanna Haver mit 71 (-1) Schlägen komplettierten die Riege derer, die den Engel & Völkers Course unter Par bezwingen konnten.
In Summe stand NRW am Abend mit 24 Schlägen Vorsprung bei Even Par vor der Mannschaft aus Berlin-Brandenburg. Baden-Württemberg hat einen weiteren Schlag mehr in den Büchern. Der fünfmalige Sieger Bayern hat auf dem vierten Platz 28 Schläge über Par gesammelt.
Bei den Jungen wartete Bayern mit zwei Athleten des Junior Team Germany auf. Philipp Macionga vom GC Augsburg war es dann auch, der im Einzel mit einer 68 (-4) den überragenden Score auf dem Schlossplatz nach Hause brachte. Benedikt Boensch vom GC Herzogenaurach kam wie zwei seiner Teamkameraden auf 74 (+2) Schläge. Das Team mit dem Löwen auf dem Rücken sichert sich mit gesamt zwölf über Par den ersten Platz in der Zählspielqualifikation, zumal auch die Vierer am Vormittag schon überragend abgeliefert hatten.
Das Team aus NRW schaffte es spät, sich noch auf den dritten Platz vorzuschieben, nachdem im Livescoring lange ein steter Wechsel auf Plätzen eine Etage tiefer beobachtet werden konnte.
Im Viertelfinale war für die NRW-Jungen die Auswahl aus Baden-Württemberg der Gegner.
Kuriosum
Am zweiten Wettkampftag des Jugend-Länderpokals kam es zu einem Kuriosum: bei den Jungen scheiden die vier Mannschaften im Matchplay aus, die in der Zählspielqualifikation die Plätze eins bis vier belegten, darunter auch NRW.
Titelverteidiger Baden-Württemberg (BW) war bei den Jungen am Morgen frohen Mutes in den Tag gestartet, auch wenn es in der Zählspielqualifikation nur für den sechsten Platz gereicht hatte. Nordrhein-Westfalen (NRW) zog den Kürzeren. Zwei Punkte holte BW mit 3&2, aber die übrigen Matches standen alle auf des Messers Schneide. Dennoch war am Ende der Sieg für BW mit 3,5:1,5 relativ deutlich.
Nach dieser Niederlage traf die Mannschaft von NRW-Landestrainer Lars Thiele am Nachmittag auf Hessen. Leo Oberbeck und Lauro Merten konnten ihre Matches gewinnen, aber dennoch gewann Hessen mit 3:2, so dass es für NRW am Finalsonntag nur noch um Platz sieben ging.
Bei den Mädchen hielt sich Titelverteidiger NRW am Samstag schadlos. Im Viertelfinale hatten Landestrainerin Alexandra Schleining und ihre Mädels gegen Sachsen/Thüringen frühzeitig drei Punkte verbucht. Die beiden noch laufenden Matches wurden gegeben, so dass ein 3:2-Sieg in den Büchern steht.
NRW traf im Halbfinale auf Rekordsieger Bayern, das zuvor auch im Eiltempo die Hanseatic Golf Union mit 4:1 geschlagen hatte. Alle Matches des Nachmittags gingen wieder sehr früh zu Ende, so dass beide Mannschaften in der Hitzeschlacht ein paar Körner sparen konnten. Am eiligsten hatten es Jugend-Nationalspielerin Emilia Omander und Mathea Sagel, die im Vierer mit 7&6 über ihre bayerischen Konkurrentinnen triumphierten. Zwei Einzel gewann Bayern deutlich, zwei Einzel gingen glatt an NRW, so dass der Titelverteidiger mit 3:2 den Aufstieg ins Finale sicher hatte.
Spannender Finaltag
Der Finalsonntag wurde sehr spannend. Bei den Mädchen reichten die regulären drei Vierer und sechs Einzel, um den Sieger zu ermitteln. Bei den Jungen war es auch nach neun Matches noch unentschieden, so dass ein Stechen die Entscheidung bringen musste. Berlin/Brandenburg setzte sich gegen Niedersachen/Bremen durch und feierte den ersten Titelgewinn überhaupt.
Auch bei den Mädchen gewann erstmals Berlin/Brandenburg. NRW musste entsprechend seinen Titel wieder abgeben. Die Mädchen um Landestrainerin Alexandra Schleining hatten nach gewonnener Zählspielqualifikation auf dem Weg ins Finale recht souverän agiert, fanden am Finalsonntag aber in der Mannschaft von BB ihren Meister.
Spannend ging es auch hier zu, denn nachdem BB nach den Vierern mit 2:1 in Front lag, sorgten Hanna Tauber und Mia Hammerschmid vom GC Hubbelrath mit 7&6 sowie 6&5 sehr schnell für zwei Punkte auf der Habenseite von NRW.
BB hielt aber weiter kräftig dagegen. Lisa Song und Chiara Wippert markierten ebenfalls deutliche Siege und sicherten BB jeweils mit 5&4 die Punkte drei und vier. Camila Peltier war im letzten Match gegen Johanna Haver unterwegs und holte mit 3&2 den fehlenden Punkt. Der Premierensieg war von BB geschafft. Das letzte Match, das noch lief, wurde gegeben, so dass in den Büchern ein 5:4-Sieg für BB gegen die Auswahl aus NRW steht.
Die Jungen beendeten diesen Länderpokal mit einem Erfolgserlebnis. Im Spiel um Platz sieben ging es gegen die Hanseatic Golf Union. Nach den Vierern stand es 1,5:1,5.
In den Einzeln gewann NRW drei Matches deutlich und musste drei Matches teils nach engem Verlauf verloren geben. Im Stechen behielt Joseph Suh auf dem ersten Extraloch die Oberhand und sicherte seinem Team damit den Sieg.
Unabhängig von Pokalen und Medaillen waren bei diesem Turnier alle Jugendlichen die Sieger. Mit einer Mannschaft über drei Tage auf hohem Niveau zunächst im Zählspiel und anschließend im emotionalen Matchplay spielen zu können, bringt für die jungen Athleten einen großen Schatz an Erfahrungen, die für die weitere Entwicklung wertvoll sind.
Endstand Mädchen
1. Berlin-Brandenburg
2. Nordrhein-Westfalen
3. Bayern
4. Baden-Württemberg
5. Niedersachsen-Bremen
6. Hanseatic Golf Union
7. Hessen
8. Sachsen & Thüringen
Endstand Jungen
1. Berlin-Brandenburg
2. Niedersachsen-Bremen
3. Baden-Württemberg
4. Rheinland-Pfalz/Saarland
5. Bayern
6. Hessen
7. Nordrhein-Westfalen
8. Hanseatic Golf Union
9. Sachsen & Thüringen
10. Sachsen-Anhalt
10. Mecklenburg-Vorpommern
Über den Jugend-Länderpokal
Der Jungen- und Mädchen-Länderpokal ist der Vergleichskampf der Auswahlmannschaften der Landesgolfverbände. Eine Mannschaft besteht aus bis zu jeweils sechs Jungen und sechs Mädchen im Alter bis 16 Jahre und bis zu jeweils zwei Athleten bis 18 Jahre.
Seit 2013 wird dieser Ländervergleichskampf der Jugend ausgespielt. Bayern ist doppelter Rekordsieger. Die Jungen des Freistaats gewannen vier der bislang acht Turniere, während die Mädchen aus Bavaria sogar fünf Titel für sich reklamieren konnten.
Nach einer Zählspielqualifikation geht es ab dem Viertelfinale im Matchplay weiter.





