NRW hat einen neuen DP World Tour Champion. Freddy Schott, der seine sportliche Heimat beim Düsseldorfer GC hat und auch in den Kadern des Golfverbandes NRW gefördert wurde, sicherte sich im Stechen den Sieg bei der Bahrain Championship.
Nach Runden mit 65, 67 und 70 Schlägen war der Rheinländer, der seit über zwölf Jahren mit Trainer Lars Thiele zusammenarbeitet und zuletzt 2022 für den Düsseldorfer GC in der Deutschen Golf Liga gespielt hatte, mit zwei Schlägen Rückstand auf den Schotten Calum Hill gestartet.
Weitere zwei Zähler dahinter lauerte der US-Amerikaner Patrick Reed, der in der Vorwoche in Dubai gewonnen und als Highlight der Karriere 2018 die Masters mit dem Grünen Jacket auf den Schultern beendet hatte.
Nervenspiel
Die Finalrunde war nichts für schwache Nerven. Freddy Schott spielte lange bärenstark, war auf der Back Nine aber sehr froh, mit Takashi Ohagen einen Caddie an der Seite zu haben, der über viel Erfahrung verfügt und dadurch nicht nur fachlich eine echte Hilfe war, sondern gerade auf der mentalen Seite einen großen Anteil am Sieg hatte, weil er zwischen den Schlägen mit den passenden Worten genau im richtigen Maße vom Spielgeschehen ablenkte, sodass der Athlet für den nächsten Schlag wieder voll konzentriert sein konnte.
Für diese Leistung bekam Ohagen von Schott ein besonders großes Lob, denn dieses Detail hatte vielleicht den Sieg gebracht, auch wenn es natürlich Schott war, der die Schläge im richtigen Moment gut platzierte.
Nachdem Freddy Schott auf Loch elf einen Doppelbogey kassiert hatte, brachte der 24-Jährige sich mit zwei Birdies direkt wieder zurück ins Rennen um den Titel. Am Ende reichte seine 69, um mit Calum Hill und Patrick Reed schlaggleich zu sein. Ein Stechen musste die Entscheidung bringen.
Reed raus
Es ging zurück auf Tee 18. Im ersten Durchlauf reichten Hill und Schott ein Par, um weiter vom Sieg träumen zu dürfen, weil der Spieler mit der meisten Erfahrung und einigen sehr großen Siegen im Gepäck nur ein Bogey spielte.
Das zweite Extraloch werden die beiden Spieler, die noch im Rennen waren, so schnell nicht vergessen. Der eine, weil er am Ende über seinen ersten Sieg jubeln durfte, der andere, weil er unter Druck zwei katastrophale Fehlschläge produzierte. Der Schotte nagelte seinen Drive ins Aus und das Anspiel ins Grün landete erst an einer Leinwand und sprang von dort ins Wasser. Freddy Schott lag dagegen mit dem dritten Schlag ganz sicher auf dem Grün und hätte aus kurzer Distanz noch drei Putts machen können. Musste er aber nicht mehr, denn Calum Hill schenkte das Loch und damit auch den Sieg.
Game Changer
Der in Düsseldorf geborene neue Tour-Champion, der 2019 mit dem Junior Team Germany in Chantilly/Frankreich Silber bei der Team-Europameisterschaft der Jungen erkämpfte, hatte sich durch gute Ergebnisse auf der Challenge Tour im Jahr 2022 die Tourkarte für die European Tour 2023 erspielt.
Seitdem ging es für Schott immer vor allem um den Erhalt der Karte. 2025 hatte er es dreimal in die Top Ten geschafft, aber der Sieg früh im Jahr 2026 ändert für den dynamischen Spieler vieles, wenn nicht sogar alles. Von nun an wird er bei vielen Turnieren ins Feld rutschen, bei denen die Preisgelder besonders hoch sind. Damit steigen auch die Aussichten auf Teilnahmen an Majors.
In der Order of Merit, dem Race to Dubai, springt Freddy Schott mit diesem Sieg in die Top Ten.
Anerkennung
Marcus Neumann, Vorstand Sport des Deutschen Golf Verbandes, ordnet den Premierensieg von Freddy Schott als wichtigen sportlichen Erfolg und positives Signal für Golfdeutschland ein: „Der Sieg bei der Bapco Energies Bahrain Championship ist ein megastarker Auftakt in die Saison für Freddy Schott und vor allem ein bedeutender Meilenstein in seiner Karriere. Der erste Titel auf der DP World Tour bestätigt seine kontinuierliche Entwicklung in den vergangenen Jahren und zeigt zugleich, dass sich immer mehr deutsche Spieler auf internationalem Spitzenniveau nachhaltig etablieren können.“





