Northeim - Bei den Deutschen Meisterschaften 2015 haben zwei Athleten aus NRW Edelmetall gewonnen: Samantha Krug und Nicolai von Dellingshausen sicherten sich auf dem Niedersachsen-Course des GC Hardenberg jeweils die Bronzemedaille.
Neue Deutsche Meister sind Michael Hirmer (GC am Reichswald) und Leonie Harm (GC St. Leon-Rot). Hirmer setzte sich mit einem Gesamtscore von 284 (-4) Schlägen durch und hatte am Ende drei Zähler Vorsprung auf Christian Bräunig (Kiawah GC Riedstadt). Deutlicher war es bei den Damen. Leonie Harm spielte in einer eigenen Liga und distanzierte bei 273 (-15) Schlägen die Konkurrenz um 14 Schläge, wobei Esther Henseleit vom Hamburger GC sich Silber sicherte.
Auf dem extrem anspruchsvollen Platz des Golf Resort Hardenberg wurde den Athleten alles abverlangt und die Bedingungen waren nicht zuletzt aufgrund des heftigen und eisigen Windes extrem anspruchsvoll.
Michael Hirmer, der sich nach zwei Tagesbestleistungen an die Spitze des Feldes gesetzt hatte, sorgte früh auf der Runde für klare Verhältnisse. Zwar fing der Münchner, der in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga für den GC am Reichswald spielt, sich auf Bahn 1 gleich mal ein Bogey, danach aber lieferte Hirmer eine überzeugende Vorstellung seiner mentalen Verfassung, als er auf der wieder sehr schweren Bahn 2 einen Eagle notierten durfte und dann gleich noch drei Birdies hinterher spielte. Damit stand eine -7 ganz oben auf den Leaderboard und da die Verfolger ihrerseits nicht kontern konnten, war die Spannung bei den Herren früh raus. Michael Thannhäuser, der mit nur einem Zähler Rückstand auf den neuen Deutschen Meister gestartet war, fing sich auf Bahn 2 einen Triplebogey, weil er einen Putt auf dem stark ondulierten Grün nicht zum halten bekam. Zwar gelangen dem Hamburger auf den Bahnen 6 und 12 noch Birdies, aber zum Ende der Runde hin rutschten noch zwei Bogeys und ein Doppelbogey auf die Karte. Zuviel, um Michael Hirmer noch angreifen zu können. Am Ende musste sich Michael Thannhäuser mit Rang 5 begnügen.
Ähnlich erging es auch Daniel Becker, der mit den beiden Michaels gemeinsam im Leaderflight gestartet war. Der SLR-Spieler konnte auf der Frontnine zwar vier Birdies spielen, kassierte aber insgesamt zwei Bogeys und auf der Backnine gar zwei Doppelbogeys und einen Triplebogey. Becker rutschte damit im Klassement sogar noch bis auf Rang 6 ab, den er sich mit Matthias Schmid teilte.
Nur Matthias Schmid und sein Clubkamerad Michi Hirmer gelangen an diesem Tag, an dem die Grüns mehr als 12 Stimp hatten und der Wind massiv im Spiel war, Runden unter Par. Zwei weitere Spieler durften 72er Runden unterschreiben. Der neue Vizemeister Christian Bräunig und Nicolai von Dellingshausen, der mit seinem konstanten Spiel die Bronzemedaille gewann. Der Hubbelrather, der vor zwei Wochen noch mit der Mannschaft den Meistertitel im Final Four der KRAMSKI Deutsche Golf Liga gewonnen hatte, schaffte das Kunststück, an allen vier Tagen mit 72 Schlägen vom Platz zu kommen und so immer Even Par zu stehen. Dafür hatte NvD aber kräftig zu kämpfen, denn sein Start in die Finalrunde war mit Bogey-Bogey ungewohnt unsicher. Am Ende strahlte der Hubbelrather aber und präsentierte stolz eine weitere Medaille für seine inzwischen beachtliche Sammlung.
Bronzemedaillengewinner Nicolai von Dellingshausen, der schon viele Turnier gespielt hat, erlebte am Hardenberg eine Premiere: "Noch nie habe ich vier Mal eine 72 bei einem Turnier gespielt. Ich habe das auch noch nirgendwo gesehen. Während die beiden ersten Runden eher frustrierend waren, bin ich mit den beiden Runden sehr zufrieden, weil die Windverhältnisse deutlich schwieriger waren. Das war eine amüsante Erfahrung."
Gefühlt zwei Meister bei den Damen
Leonie Harm hatte mit dem neuen Platzrekord am ersten Tag (65 Schläge, sieben unter Par) gleich mal eine Duftmarke gesetzt, am zweiten Tag dann mit einer wiederum fabelhaften Tagesbestleistung (67 Schläge) den Vorsprung ausgebaut und auch am dritten Tag mit einer 68 weit vor der Konkurrenz ihre Bahnen gezogen. Es schien fast so, als wenn die Schwäbin aus dem National Team Germany einen anderen Platz spielt oder zumindest in einer engen Liebesbeziehung zu den Grüns steht. Frappierend, wie die Titelverteidigerin fast alle Bälle versenkte, die bis zu vier Meter vom Stock entfernt lagen.
Fast schon traditionell stand am Finaltag die 73, so dass sich an diesem Tag der Vorsprung auf die Zweitplatzierte nur um einen weiteren Zähler vergrößerte. Nach vier Bahnen hatte Esther Henseleit den Rückstand auf nur noch zehn Schläge reduziert, aber sollte je auch nur der Hauch eines Zweifels am Gesamtsieg der SLR-Spielerin aufgekommen sein, wurde dieser schon auf der imposanten Bahn 6 ausgeräumt. Harm notierte ihr erstes von zwei Birdies, während sich die 16-Jährige aus Varel am gleichen Loch ein Bogey aufschreiben musste. Anstatt nach vorne zu schauen, musste die Spielerin des Hamburger GC Falkenstein gegen Ende der Runde noch aufpassen, die Silbermedaille nicht noch zu verlieren, denn Samantha Krug vom GC Hubbelrath hatte sich mit einer starken 70 (-2) in den Blickpunkt gespielt und ihren Gesamtscore dadurch auf Even Par verbessert. Mit zwei Schlägen Vorsprung trat Henseleit auf das 18. Tee und stand am Ende noch unter Druck, rettete aber mit einem Bogey einen Schlag Vorsprung ins Ziel. Damit war Esther Henseleit neben der alten und neuen Meisterin die einzige Spielerin, die nach vier anstrengenden Turnierrunden unter Par lag. Die Silbermedaille fühlte sich für die Norddeutsche fast an wieder der Meistertitel. Zumindest das gesamte Feld außer einer außerirdisch auftretenden Leo Harm hatte Henseleit in Schach gehalten.
Wie groß die Dominanz von Leonie Harm bei dieser Deutschen Meisterschaften war verdeutlich die Tatsache, dass zwischen ihr und der Zweitplatzierten ebenso viele Schläge Differenz lagen wie zwischen Rang 5 und Rang 27.
Den besten Score des Finaltages in diesem großen, geschlagenen Feld reichte Denise Kalek ein. Die Hubbelratherin schob sich mit einer 72 (Even Par) noch auf Rang 11 vor, nachdem sie an den Tagen zuvor zwar meist sehr viele Grüns getroffen hatte, aber mit diesen überhaupt nicht zurecht gekommen war.
Claus M. Kobold hatte sich auf dem Platz den Finaltag angeschaut und war von den Leistungen der Athleten beeindruckt. Als der Präsident des Deutschen Golf Verbandes die Siegerehrung eröffnete, begannen sich die Schleusen im Himmel zu öffnen und so ging der letzte Akt dieser Deutschen Meisterschaften ein bisschen schneller als üblich über die Bühne. Trotz des Regens fand Kobold lobende Worte des Respektes für die Aktiven und bedankte sich herzlich im Namen des DGV beim gastgebenden GC Hardenberg für die viele Arbeit und Mühe bei der Ausrichtung.
stebl´
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