Hamburg - Morgenstund hat Gold im Mund. Selten war diese Weisheit so wahr wie am ersten Spieltag der neuen Saison in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga. Morgens um 7.30 Uhr strahlte die Sonne in Hamburg mit den vorfreudigen Spielern um die Wette. Schon ehe die letzten Herren auf die Backnine kreuzten, war die Herrlichkeit vorbei und aus dicken Wolken prasselte ein heftiger Schauer auf Hamburg nieder. Unbeeindruckt davon lief das Spiel auf dem prächtigen Platz des Hamburger GC weiter, zumal ja ohnehin für alle die Bedingungen gleich waren.
Für das Blütenmeer, das Azaleen und Rhododendren boten, hatten die Aktiven sicher keinen Blick. Denn zum Saisonauftakt waren alle Mannschaften besonders heiß darauf, gleich eine Duftmarke zu setzen und den Kontrahenten zu zeigen, wo es lang gehen wird.
Die Außenseiterrolle kommt sicher auch in dieser Saison wieder den beiden Aufsteigern zu, soviel wurde schon am ersten Spieltag klar. Der Nordaufsteiger GC Altenhof hat immerhin schon die Erfahrung aus der Premieren-Saison und ist nach dem Abstieg sofort wieder zurückgekehrt in die Beletage des Deutschen Mannschaftsgolfs. Am ersten Spieltag mussten die Altenhofen aber auf Nicolai Hanssen verzichten. Der Däne arbeitet als Greenkeeper in Kopenhagen und da dort gerade am DGL-Auftaktwochenende ein Turnier der Challenge-Tour stattfand, war an seinen Einsatz nicht zu denken.
Der GC Hösel war mit großer Entourage in Hamburg aufgelaufen. Sogar Präsident Dieter Dunkerbeck fieberte vor Ort mit der Mannschaft seines Clubs.
Für den Gastgeber Falkenstein ging es am Heimspieltag um sehr viel. Das Team um Coach Roger Brown hat sich extrem gut auf die Saison vorbereitet und man spürte in Hamburg, wie heiß das Team darauf ist, nach zwei 3. Plätzen endlich den Sprung ins Final Four zu schaffen. Dazu müssen die Hanseaten aber mindestens eines der beiden bisher in der Nordstaffel dominierenden Teams hinter sich lassen: Der GC Hubbelrath hat einige ganz starke Spieler in seinen Reihen und hat natürlich den Anspruch, auch in diesem Jahr wieder ganz sicher das Finalturnier in Lich zu erreichen. Das gleiche Ziel hat auch der Frankfurter GC, der allerdings vor der Saison mit Martin Keskari und Max Röhrig zwei Spieler ins Profilager abgeben musste. Beide sind zwar weiterhin für den FGC spielberechtigt, aber da mit Anton Kirstein noch ein dritter Tour Pro im Kader steht, aber je Spieltag nur ein Pro mitspielen darf, müssen für die Hessen jetzt andere Spieler in die Bresche springen.
Der Heimspieltag des HGC Falkenstein endete mit einem Triumph für das Team von Trainer Roger Brown. Nach den Einzeln lag der HGC bei +14 noch schlaggleich mit dem GC Hubbelrath auf Rang 2. Die beiden Teams hatten nur je einen Schlag Rückstand auf den Frankfurter GC. In den Vierern zeigten die Hanseaten eine ganz starke Leistung und sicherten sich letztlich mit gesamt 17 Schlägen über Par souverän Platz 1 in der Tageswertung. Deutlich spannender als die Frage, wer den Tagessieg davon tragen wird, ging es im Kampf um die Plätze 2 und 4 zu. Noch im letzten Vierer hätte Frankfurt auf dem 18. Grün den zweiten Platz vom GC Hubbelrath zurückholen können, aber mit gesamt +23 blieben die Rheinländer um zwei Schläge vor Frankfurt.
Als die Vierer auf der Frontnine unterwegs waren, sah es zwischenzeitlich fast so aus, als wenn der GC Hösel als Neuling im Kampf um den 3. Platz an diesem kalten und windigen Tag in Hamburg mitspielen würde. Doch eine ganz schwache Backnine der Vierer verhagelte dem Aufsteiger noch die Tagesbilanz und so fielen die Höseler am Ende auf Rang 5 zurück. Entsprechend niedergeschlagen sah das Team nach dem unglücklichen Ende des Spieltages aus. In Summe hatte Hösel 45 Schläge über Par gesammelt. Der zweite Aufsteiger zog auf den Schlussbahnen noch an Hösel vorbei, weil der letzte Vierer des GC Altenhof auf Ansage von Coach Nils Sallmann auf den beiden letzten Grüns jeweils ein Birdie notieren durfte.
Den überragenden Einzelscore lieferte der Hubbelrather Nicolai von Dellingshausen im Clubhaus ab. Seine 66 (-5) war die beste Runde des Tages und Christian Reimbold, reamateurisierter Ex-Tourspieler in Reihen des GC Hubbelrath, zollte in der Mittagspause seinem Teamgefährten großen Respekt: „Ich glaube, dass Nicolai der derzeit beste Amateur in Deutschland ist."
Den Düsseldorfern reichte ein zweites Ergebnis klar unter Par nicht, um den Tagessieg zu erreichen. Max Mehles hatte im Einzel eine 69 (-2) unterschrieben. Die beiden höheren Scores, die Niklas Jacobi mit +7 und MC Siebiera mit +9 reinbrachten, waren als Hypothek für den Nachmittag zu hoch. Dadurch musste im Vierer die +6 von Max Mehles und Marc Christopher Siebiera in die Wertung genommen werden. „Es waren ein paar richtige Highlights bei uns dabei. Was mich richtig gefreut hat: die beiden jungen Spieler haben richtig stark gespielt. Tim Bombosch und Luis Obiols haben beide im Einzel und im Vierer gute Ergebnisse reingebracht. Das stimmt mich im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf sehr positiv. Nicolai von Dellingshausen hat heute richtig gut gespielt. Letztes Jahr sind wir mit Platz 4 in die Saison gestartet, heute mit Platz 2, das fühlt sich schon besser an", war Roland Becker am Abend sehr aufgeräumt. Und lobt den Platz des HGC: „Der Platz war sehr ordentlich. Dafür, dass es erst so wenig warme Tage gab, hat Hamburg sensationelles geleistet. Das hat hier richtig Spaß gemacht!"
Beim GC Hösel konnte man sich einerseits über die 70 (-1) von Marcus Toennessen und Moritz Hausweiler im Vierer freuen, Damit gaben die beiden eine von nur zwei Scorekarten unter Par in den Vierern ab. Aber zwei Vierer der Rheinländer brachen auf der Backnine herb ein. Die 82 (+11) und 84 (+13) waren zu hohe Hausnummern, denn schon in den Einzeln hatte es zweimal eine 81 (+10) gegeben, die somit nicht mehr ausgeglichen werden konnten. Christian Niesing war unmittelbar nach der Runde regelrecht konsterniert, zumal es am frühen Nachmittag eher nach Rang 3, denn nach Rang 5 ausgesehen hatte: „Ich fand es interessant zu sehen, dass das Niveau in der 1. Bundesliga gar nicht so hoch ist, aber ich war entsetzt von der eigenen Leistung. Ich muss den Tag erst analysieren. Die letzten neun Bahnen waren eine Megakatastrophe. Wir lassen jetzt aber nicht den Kopf hängen."
Schon am 31. Mai geht es in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga weiter. Dann werden die Herren im Norden beim Frankfurter GC antreten.
Bei den Damen hatte der Deutsche Vizemeister die Nase vorn
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich lange Zeit der gastgebende Hamburger GC Falkenstein, der G&LC Berlin-Wannsee und der GC Hubbelrath. Doch in Einzeln wie auch Vierern führte mit nur 23 Schlägen über Par kein Weg an den Hubbelratherinnen vorbei. Deren Trainer Christoph Herrmann sagte nach den spannenden letzten Löchern erleichtert: „Ich habe mir schon gedacht, dass es knapp wird. Die Mannschaften sind in ihrer Spielstärke mehr oder weniger gleich auf. Ich kann nur sagen, dass ich mich irrsinnig freue. Ich denke, dass insbesondere Hamburg in diesem Jahr eine sehr starke Mannschaft hat. Und wenn wir auf deren Heimatplatz schon mal ein Zeichen setzen, gibt uns das hoffentlich ein bisschen Rückenwind für den weiteren Saisonverlauf." Auf Rang zwei folgen die Falkensteinerinnen (+26), wobei in den Einzeln Esther Henseleit die einzige Unter-Par-Runde gelang. Für Berlin-Wannsee blieb nur der dritte Platz (+30), danach kamen die Teams der Aufsteiger vom Düsseldorfer GC (+43) und des GC Altenhof (+57).
Für die Damen geht es am 31. Mai in Berlin-Wannsee weiter.
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Spieltag 1, 1. Bundesliga Nord, Herren
1. Hamburger GC +17
2. Hubbelrather GC +23
3. Frankfurter GC +25
4. GC Altenhof +43
5. GC Hösel +45
Spieltag 1, 1. Bundesliga Nord, Damen
1. Hubbelrather GC +23
2. Hamburger GC +26
3. GLC Berlin-Wannsee +30
4. Düsseldorfer GC +43
5. GC Altenhof +57
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