Beim Regionalfinale aller Altersklassen konnten am ersten Augustwochenende die letzten Punkte für die diesjährige NRW-Rangliste gesammelt werden. Zudem sind die Regionalfinale gleichbedeutend mit der früheren NRW-Meisterschaft – die Sieger nehmen also für ein Jahr einen Meistertitel entgegen. Verständlich also aus Sicht der ambitionierten Teilnehmer, dass ein Sieg beim Regionalfinale weit mehr bedeutet als ein Qualifikationssieg.
Über jeweils eine Runde an zwei Tagen spielten die Damen und Herren der AK 18 und offen auf der 75 Jahre alten Traditionsanlage des Krefelder GC. Der Start am ersten Tag war jedoch für einige Stunden noch ungewiss. Nach einem heftigen Unwetter mit starken Niederschlägen in der Nacht zum Samstag war es den Greenkeepern nicht möglich, die noch nassen Grüns rechtzeitig zu mähen. Mit geringen Abstrichen an die Qualität des Pflegezustandes des Platzes konnte die Meisterschaft jedoch pünktlich gestartet werden.
Mädchen AK 18
Bei den Mädchen dominierte Nicola Rössler vom Düsseldorfer GC in ihrer Altersklasse am ersten Spieltag dank einer 73er Runde. Lisa Weber vom Alten Fließ wiederum unterbot mit ihrer 77 die beiden Mitstreiterinnen Wiebke Herguth (Hubbelrath, 82) sowie Ilka Wolf (Dortmund, 82) um weitere 5 Schläge. Auch am zweiten Tag ließ die Düsseldorferin mit Hcp +0,8 nicht locker, spielte eins unter Par (73+71=144), lag damit am Ende +/- 0 und darf sich nun verdient NRW-Meisterin 2006 nennen. Mit einer 76er Folgerunde sicherte sich Wiebke Herguth den zweiten Platz (82+76=158) vor Ilka Wolf (82+78=160).
Damen AK offen
Gegen die junge Nicola Rössler konnten sich auch die Teilnehmerinnen der älteren AK offen nicht durchsetzen. Desiree Ginsbach schaffte es immerhin, bis auf drei Schläge an ihre Clubkameradin heranzukommen (75+72=147) und sicherte sich so die Silbermedaille. Die Bronzemedaille ging an Pia Pfeifer aus Bonn-Godesberg. Sie benötigte mit Hcp 0,8 insgesamt 148 Schläge (75+73=148).
Jungen AK 18
Die Ergebnisse der Jungen bis 18 Jahre waren nach der ersten Runde, gemessen an den hervorragenden Handicaps von + 1,5 bis maximal -5, nicht so ganz überzeugend. 70, 71, 73, 74, 76 usw. lauteten die Scores. Christoph Kiesendahl (Düsseldorfer GC), Christopher Liedtke (Marienburger GC), Robin Peter Nehring (Bergisch Land) und Fabian Löhr (Düsseldorfer GC) lauteten die Namen der Leader. Doch am zweiten Tag sollte sich die Reihenfolge noch einmal ändern – allerdings nicht für alle Favoriten zum Besseren. Christoph Kiesendahl legte ganze 8 Schläge drauf (70+78). Christopher Liedtke wollte im Leader-Flight ebenfalls nicht mehr viel gelingen: Er benötigte 9 Schläge mehr als am Vortag und fiel mit 71+80=151 Schlägen auf einen geteilten 5. Rang ab. Vergleichsweise wenig verschlechterte sich Robin Peter Nehring mit 73+75=148, so dass er nach insgesamt 36 gleichauf lag mit Christoph Kiesendahl und nur ein Stechen die Meisterschaft entscheiden konnte. Der Bronzemedaillen-Gewinner stand jedoch zu diesem Zeitpunkt schon fest: Maximilian Kieffer aus Hubbelrath hatte zum Vortag 5 Schläge gut gemacht (77+72=149) und sich zwar schlaggleich aber nach Ausschreibung vor Fabian Löhr platziert (74*75=149).
Im Stechen um den Meistertitel schien nach gelungenem Drive auf dem ersten Extraloch zunächst alles offen. Nachdem Robin Nehring jedoch seinen zweiten Schlag zwei Meter neben die Fahne platzierte, bedeutete Christoph Kiesendahls missglückter Schlag zum Grün bereits wie eine Vorentscheidung. Ein weiterer Chip und ein nicht gelochter Putt veranlassten Kiesendahl keineswegs zum Zorn sondern zu der sportlichen Geste, den Spielball seines Gegners anerkennend aufzuheben und ihm zum Meisterschaftssieg zu gratulieren.
Herren AK offen
Die besten Runden am ersten Tag gelangen mit 70 Schlägen Christoph Kiesendahl und Peter-Maximilian Hamm (Bergisch Land). Einen Schlag mehr (71) notierten Christian Weinacht (Krefelder GC) und Christopher Liedtke (Marienburg). Wiederum einen Schlag mehr (72) benötigten Thomas Schneiders (Hubbelrath), John Hendrik Heming (Grevenmühle) und Marc Christoph Siebiera (Bergisch Land). Am zweiten Tag gelang es jedoch weitaus weniger Spielern, einigermaßen gute Scores zu erzielen. John Hendrik Heming notierte nach der zweiten Runde eine 74 zu 72+74=146 Schlägen und erhielt damit die Bronzemedaille. Ebenfalls eine 74 verhalf Peter-Maximilian Hamm aufs Treppchen (70+74=144), was für ihn jedoch die Silbermedaille bedeutete. Die beste Runde der gesamten Meisterschaft gelang jedoch Marc Christoph Siebiera: Nur 68 Schläge notierte er am Sonntag und erzielte damit 72+68=140 Schläge = 4 unter Par. Nach 7 Jahren erfolgloser Qualifikationsturniere, so Siebiera, habe er es nun doch endlich einmal aufs Treppchen geschafft.
Insgesamt verlief die Meisterschaft reibungslos und ohne nennenswerte Regelprobleme. Die Gastronomie wurde von den Teilnehmern gelobt, ebenso die große Gastfreundschaft der Mitglieder, die sogar zahlreich das sportliche Geschehen mit verfolgten. Auch einen ernst gemeinten Dank an Eltern und Freunde vergaßen die Sieger in ihrer Ansprache nicht, denn ohne Unterstützung ist es heutzutage nicht leicht, zu den Meistern zu zählen!
abs
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