Osterholz-Scharmbeck – Der Senioren-Länderpokal ist wieder in NRW. Die Mannschaft des Golfverbandes Nordrhein-Westfalen hat sich auf dem traditionsreichen Platz des Club zur Vahr vor den Toren Bremens den Titel zurückerkämpft, nachdem sie im Vorjahr mit Rang vier hatte Vorlieb nehmen müssen. Schon in der Zählspielqualifikation setzte NRW ein klares Zeichen. Mit nur sechs Schlägen über Par war die Mannschaft allen anderen Teams deutlich überlegen. Erster Verfolger war Schleswig-Holstein. Die Nordlichter hatten aber bereits zwölf Schläge Rückstand. Hessen kam mit +21 ebenfalls ins Halbfinale. Die Auswahl aus Berlin-Brandenburg komplettierte mit +24 den Kreis der vier Mannschaften, die um die Medaillen spielten.
Den besten Einzelscore des ersten Wettkampftages brachte Philipp Lampe ins Recording. Der NRW-Athlet spielte den anspruchsvollen Par-74-Course in Garlstedt mit 73 Schlägen und blieb damit einen Schlag unter Par. Nach drei Bogeys und vier Birdies war Lampe einer von nur zwei Spielern, die den Platz in der Zählspielqualifikation unter Par bezwingen konnten.
Auch dahinter spielte NRW sehr geschlossen. Ekkehart H. Schieffer kam mit je drei Birdies und drei Bogeys bei Even Par ins Clubhaus. Michael Maletz und Ulrich Schulte unterschrieben jeweils eine 76 (+2). Marc Mazur brachte mit einer 77 (+3) den fünften Score in die Wertung. Nicht berücksichtigt wurde die 82 (+8) von Frank Bielert.
Hartes Stück Arbeit im Halbfinale
Im Halbfinale traf NRW auf Berlin-Brandenburg. Schon der Vierer mit Ekkehart H. Schieffer und Philipp Lampe musste hart arbeiten, um den ersten Punkt zu holen. In der Anfangsphase gingen die Gegner zweimal in Führung, zweimal glich NRW direkt wieder aus. Nach Lochgewinnen auf den Bahnen 7 und 8 lag das Duo aus dem Westen mit 2auf vorne, musste auf Loch 13 aber wieder den Ausgleich hinnehmen.
Die Entscheidung fiel in der Schlussphase der Runde. Schieffer und Lampe gewannen die Bahnen 15 und 16, verteidigten diesen Vorteil und brachten mit 2&1 den ersten Punkt für NRW in die Wertung.
Danach meldete Berlin-Brandenburg allerdings sehr deutlich eigene Finalambitionen an. Frank von Skwarczinsky gab sein Einzel mit 4&3 ab. Auch Michael Maletz hatte mit 6&4 früh das Nachsehen. Damit brauchte NRW aus den beiden verbliebenen Matches noch zwei Punkte.
Ulrich Schulte erfüllte diese Aufgabe souverän. Gegen Sibylle Gabler ließ der Bochumer kaum etwas anbrennen und wurde für seine starke Leistung mit einem klaren 6&4-Sieg belohnt.
Damit richteten sich alle Blicke auf das Duell zwischen Marc Mazur und Florian Bruhns. In diesem Match wechselten mehrfach die Führungen. Der entscheidende Impuls gelang Mazur auf Bahn 12. Mit einem Eagle glich der Düsseldorfer gegen ein Birdie seines Gegners aus. Von diesem Moment an hatte Mazur das Momentum auf seiner Seite. Während grundsolide die letzten Löcher ging, verlor Bruhns den Zugriff auf das Match. Am Ende stand ein 3&1-Sieg für NRW und damit der Einzug ins Finale.
Spannender als das Ergebnis
Gegner im Endspiel war Hessen. Die Auswahl aus dem südlichen Nachbarverband hatte sich im Halbfinale mit 3:2 gegen Schleswig-Holstein durchgesetzt. Auch im Finale entwickelte sich ein enges und hochwertiges Duell, obwohl das 4:1 für NRW am Ende sehr deutlich aussieht.
Der Vierer war lange offen. Michael Maletz und Frank Bielert lagen gegen Stefan Sachs und Marc vom Hagen nach 16 Löchern 1down. Dann spielte Hessen zwei Bogeys hintereinander, während das NRW-Duo mit zwei sicheren Pars erst ausglich und anschließend den wichtigen ersten Punkt holte.
Das Einzel zwischen Philipp Lampe und Thomas Fili stand nach sieben Löchern all square. Dann setzte Lampe zu einem vorentscheidenden Run an. Zwei Birdies und zwei Pars brachten ihm vier Lochgewinne in Serie. Nach zwölf Löchern lag NRW 4auf. Fili kam zwar noch einmal heran, weil auch Lampe in der Schlussphase nicht fehlerfrei blieb. Der zweite Punkt ging mit 2&1 aber dennoch an NRW.
Ekkehart H. Schieffer hatte es mit Felix Banzhaf zu tun und lag gegen den starken Hessen nahezu durchgehend zurück. Banzhaf setzte sich mit 3&2 durch und holte den einzigen Punkt für Hessen.
Mehr ließ NRW nicht mehr zu. Ulrich Schulte und Marc Mazur gerieten in ihren Einzeln nie in Rückstand. Mazur machte auf dem 14. Grün mit seinem vierten Birdie den Deckel auf den 5&4-Sieg. Schulte hatte nach drei frühen Birdies schon nach sieben Löchern 4auf geführt. Thomas Biermann kämpfte sich mit drei Lochgewinnen noch einmal heran, doch Schulte brachte den Sieg mit 2auf nach Hause.
Damit stand der 4:1-Finalsieg fest. NRW hatte den Senioren-Länderpokal zurückerobert und sich nach dem vierten Platz des Vorjahres wieder an die Spitze der deutschen Landesgolfverbände gespielt.
Traditionsreicher Rahmen
Der Club zur Vahr bot dem Senioren-Länderpokal einen besonderen Rahmen. Der Bremer Traditionsclub gehört zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Golf Verbands und hat eine Golfgeschichte, die bis in das Jahr 1905 zurückreicht. Auf dem Meisterschaftsplatz in Garlstedt wurden schon große Turniere ausgetragen. Unter anderem gewann Bernhard Langer hier 1985 die German Open, im selben Jahr, in dem er erstmals das Masters in Augusta für sich entschied.
Auch heute ist der Club zur Vahr sportlich breit aufgestellt. Mehr als 4.000 Mitglieder treiben in dem Mehrspartenverein Golf, Hockey und Tennis. Für die AK-50-Auswahl aus NRW wurde die traditionsreiche Anlage nun zum Ort eines überzeugenden Titelgewinns.





