Als hätte diese NRW-Meisterschaft ein Abonnement auf gutes Wetter, sportlichen Ehrgeiz und absolute Fairness: Insgesamt 23 Damen und 77 Herren nahmen an der Senioren/innen-Meisterschaft teil und spielten unter hochsommerlichen und golferisch optimalen Bedingungen auf der Anlage des GC Issum-Niederrhein e.V.
Die besten 6 Damen lagen zu Beginn der letzten Runde mit nur 3 Schlägen Unterschied recht dicht beieinander. Ursula Mielke-Salzmann aus Hubbelrath, die zum ersten Mal bei dieser Meisterschaft an den Start ging, führte das Damenfeld mit 77 Schlägen an vor Dr. Sabine Sonnenschein (78, Krefelder GC) und Edeltraud Jacob (80, Erftaue). Aber auch mit den Verfolgerinnen im zweiten Damen-Flight musste noch gerechtet werden. Karin Gumpert, Vizemeisterin des Vorjahres, Cornelia Kottwitz und Cornelia Weider hatten ebenfalls 80 Schläge am ersten Spieltag notiert.
In der Finalrunde überzeugte Edeltraud Jacob mit einer hervorragenden 72 (1 über Par, damit beste Runde der Damen) und sicherte sich nach dem Vizetitel und dem Titelgewinn in den beiden vergangenen Jahren erneut die Goldmedaille (80+72=152). Ursula Mielke-Salzmann wiederholte ihre Leistung mit 77 Schlägen und erreichte sicher den zweiten Rang und damit Silber (77+77=154). Karin Gumpert vom GLC Köln steigerte sich um zwei Schläge und konnte mit 80+78=158 Schlägen wie im Vorjahr die Bronzemedaille entgegennehmen.
Bei den Herren war der Vorsprung des Leader- zum zweiten Flight mit 6 Schlägen etwas größer. Obwohl im Golfsport so Einiges möglich ist, ließen sich die drei Führenden des ersten Spieltages nicht einholen und auch untereinander schenkten sie sich golferisch rein gar nichts. Wolfgang vom Endt aus Dütetal ging mit einer 71 und damit zwei Schlägen Vorsprung ins „Rennen“ mit Waldemar Krüger (73, Op de Niep) und Dr. Michael Kerzmann (73, Krefelder GC). Bis zum letzten Abschlag hielt sich die Spannung unter den Konkurrenten – mittlerweile begleitet von einigen Zuschauern. Am 18. Grün sollte vom Endts Putt „den Sack zu machen“… wenn da nicht die Nerven gewesen wären. Sein sicher geglaubter Putt rollte am Loch vorbei und sorgte neben dem Raunen bei den Zuschauern für ein Stechen nach Sudden Death. Wie im Vorjahr mussten die drei schlaggleichen Spieler nach Ausschreibung noch einmal los, und zwar auf die 9. Bahn. Für Dr. Kerzmann bahnte sich gewisser Maßen ein Déjà-vu an, denn bereits im vergangenen Jahr trat er in Bergisch Land zum Stechen an. Vom Endt spielte seinen Drive links ins Semirough und platzierte seinen zweiten Schlag hinter der Fahne. Krüger blieb auch mit dem zweiten Schlag rechts im Rough und hatte somit eine ungünstige Ausgangsposition. Dr. Kerzmann behielt die Nerven und spielte den zweiten Schlag zu einer wenn auch schweren Birdie-Chance auf das Grün. „Eine reine Kopfsache“, kommentierte vom Endt später seinen Drei-Putt, denn wie schon auf dem 18. Grün konnte er seinen kurzen zweiten Putt nicht lochen. Krüger notierte ebenfalls ein Bogey und konnte eine gewisse Unzufriedenheit nicht verbergen. Dr. Kerzmann ließ sich die Chance nicht entgehen, mit einem Par diese Meisterschaft ein zweites Mal (nach 2004) für sich zu entscheiden. Aufgrund der besseren zweiten Runde ging Silber schließlich an Waldemar Krüger (73+75=148) und Wolfgang vom Endt hatte mit 71+77=148 das Nachsehen und erhielt Bronze.
Vorjahressieger Manfred Beek vom Duvenhof erinnerte sich ebenfalls noch gut an das vergangene Jahr. Nach einer Aufholjagd am Finaltag nahm er überraschend am Stechen teil und entschied dieses für sich. In diesem Jahr war der Abstand ein wenig zu groß, so dass er mit 80+72=152 Schlägen „nur“ den vierten Platz belegte.
Eberhard Schlinghoff vom GC Leverkusen erreichte zwar „nur“ Rang 30, wurde mit seinem Ass an der 17. Bahn jedoch entsprechend gefeiert.
Ein großer Dank, vom Veranstalter und von den Teilnehmern, gebührte dem GC Issum und seinem Greenkeeping-Team, denn der Platz war in unvergleichlich perfektem Pflegezustand. Auch die gastronomische Verpflegung ließ keine Wünsche offen. Dank der tollen Wetterbedingungen und der fairen und geselligen Stimmung, kann diese NRW-Meisterschaft durchaus als ein Highlight der Saison 2007 bezeichnet werden.
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