Ein durch und durch sonniges Golf-Wochenende verbrachten Nordrhein-Westfalens Seniorinnen und Senioren auf der Anlage des GC Bergisch Land. Für einige Senioren war es für den topografisch anspruchsvollen Platz vielleicht einige Grad zu heiß. Wer aber genügend Getränke mit sich führte und es nicht allzu schnell angehen ließ (über 4 ½ Stunden ließen sich die Teilnehmer am Sonntag für 18 Löcher Zeit), der hatte keine Probleme und konnte Hochsommer-Golf pur erleben. Insgesamt 18 Damen und 71 Herren kamen in die Endwertung der NRW-Seniorenmeisterschaft.
Bei den Damen setzten sich am ersten Tag vier Spielerinnen gemeinsam an die Spitze des Feldes mit jeweils 80 Schlägen, und zwar die drei Bestplatzierten des Vorjahres Edeltraud Jacob, Karin Gumpert und Jutta Geike sowie überraschend Monika Siebert. Alles war also offen beim Start auf die zweite Runde am Sonntag. Im Leaderflight Gumpert-Jacob-Siebert hatten sich die Konkurrentinnen stets im Blick und umkämpften jeden einzelnen Schlag. Ohne den direkten Nervenkitzel hingegen spielte Lokalmatadorin Jutta Geike auf ihrem Heimatplatz locker auf – natürlich die mit nur 2 bzw. 5 Schlägen mehr gestarteten Mitstreiterinnen nicht aus den Augen verlierend. Am Ende notierte die Drittplatzierte des Vorjahres mit Spvg. 8 eine hervorragende 77 und sicherte sich mit ein wenig Heimvorteil und 80+77=157 Schlägen die Golfmedaille und den Titel „Seniorenmeisterin von NRW 2006“. Titelverteidigerin Edeltraud Jacob aus Erftaue benötigte 82 Schläge am zweiten Tag und wurde mit 80+82=162 Schlägen Vizemeisterin. Die derzeitige Vize-Europameisterin der Seniorinnen, Karin Gumpert vom GLC Köln, hatte mit unglücklich absolvierten Dreierlöchern und damit 85 Schlägen am Sonntag das Nachsehen und erreichte Rang 3. Die Vierte im 80er-Bunde des Vortages, Monika Siebert vom GC Elfrather Mühle konnte ihr gutes Ergebnis nicht wiederholen und fiel mit 11 Schlägen mehr auf Rang 4 ab (80+88=168).
Bei den Herren übernahm Uwe Braunschweig am ersten Tag die Führung mit einer nennenswerten 75er Runde, gefolgt von Emil Nettelbeck mit 77 Schlägen. Dr. Michael Kerzmann benötigte 78 Schläge, wiederum gefolgt von 4 Konkurrenten mit Runden unter 80. Wie schnell sich im wahrsten Sinn des Wortes das Blatt wenden kann zeigte der zweite Spieltag. Noch mit einem Mini-Polster ging Uwe Braunschweig aus Georghausen ins Finale, benötigte am Ende allerdings ganze 18 Schläge mehr als am Vortag (75+93=168 und damit Rang 18). Der zweite Favorit, Emil Nettelbeck aus Wuppertal-Juliana, legte 7 Schläge drauf und erreichte „nur“ einen geteilten 4. Platz.
Um die Ränge 1 bis 3 wurde es nach insgesamt 36 gespielten Löchern erst richtig spannend: Dr., Michael Kerzmann vom Krefelder GC sowie Hans Lichtenberg aus Issum lagen mit 78 bzw. 79 Schlägen bereits nach der ersten Runde gut im Rennen. Manfred Beek vom Duvenhof hatte am Samstag 85 Schläge notiert und lag damit an abgeschlagener 27. Stelle. Eine hervorragende 75 am zweiten Tag katapultierte ihn jedoch unerwartet ins Stechen um Rang 1, denn alle drei Senioren Kerzmann, Lichtenberg und Beek lagen nach 36 Löchern schlaggleich mit 160 an der Spitze. Laut Ausschreibung musste das Trio also noch einmal auf die Runde, um durch ein Stechen nach Sudden Death einen Sieger zu ermitteln.
Nach langer Virusinfektion genesen, von einer Knieoperation gerade erst zurück gekehrt in den Golfsport und notierten 10 Schlägen an der 13. Bahn am Sonntag, ging der NRW-Meister von 2004 Dr. Michael Kerzmann entsprechend motiviert zum Tee des ersten Extraloches. Hans Lichtenberg hatte es gerade noch geschafft, ein Stück Kuchen zwecks Energiegewinnung zu sich zu nehmen, bevor er sich zum Stechen aufmachte. Manfred Beek hingegen hatte bereits zwei Stunden auf der Sonnenterrasse verbracht, ein zwei Biere genossen und wollte sich am liebsten noch einmal auf der Driving Range „fit machen“. Mit seinem Birdie-Par-Birdie-Abschluss der zweiten Runde in Erinnerung sollte es aber auch gut gehen… Gefolgt von zahlreichen Zuschauern zogen die drei Titelanwärter also auf den 14. Abschlag. Nach gelungenen Drives traf allerdings nur Manfred Beek das Grün. Die beiden Konkurrenten spielten ihre Chips zu ungenau, so dass das sichere Par zum Sieg und damit zu einem kleinen Freudentanz des neuen NRW-Meisters Manfred Beek führte.
Insgesamt, das betonte Joachim Woehe vom GV NRW bei der Siegerehrung noch einmal, sei sehr fair gespielt worden. Als harmonisch habe er den Umgang der Spieler und Spielerinnen untereinander empfunden – und das war nicht immer so. Ganz im Geiste des Golfsportes sei die Meisterschaft sportlich, fair und locker verlaufen. Die Platzverhältnisse in Bergisch Land waren wie gewohnt gut und anspruchsvoll, so dass es eigentlich nur gute Gründe für gelungene Golfrunden geben konnte.
Nicht unerwähnt bleiben soll die Teilnahme von Werner Schinnenburg vom Duvenhof, der mit 85 Jahren als ältester Senior bei dieser Meisterschaft an den Start ging. Und zu seiner eigenen großen Freude war er längst nicht der Schlechteste!
Wie in jedem Jahr nach dieser Einzelmeisterschaft „lauerten“ die Teilnehmer nach der Siegerehrung auf die Nominierung für die Senioren-Länderpokal-Mannschaft, in die als letztes Ergebnis diese Meisterschaft in Bergisch Land einging. Vom 4. bis 6. August werden Manfred Beek, Hans-Jürgen Ecklebe, Norbert Fleischer, Edeltraud Jacob, Dr. Michael Kerzmann, Stephan König, Waldemar Krüger, Hans Lichtenberg und Jan Wassermeyer unter der Leitung des Kapitäns Goerdt Stubbe im GLC Semlin am See (Berlin-Brandenburg) für Nordrhein-Westfalen an den Start gehen.
abs
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