Die Bilanz der Deutschen Golf Liga fällt in der Saison 2023 aus Sicht der Clubs in Nordrhein-Westfalen durchwachsen aus. Für die Herren gab es in der Saison in der Nordstaffel der 1. Bundesliga im Endklassement die Plätze 2 und 3, bei den Damen die Plätze 3 und 4. Entsprechend war NRW beim großen Saisonfinale, dem Final Four, das im GC Pfalz ausgetragen wurde, nur mit einem Vertreter aus dem Land zwischen Rhein und Weser.
Die Herren des GC Hubbelrath traten als fünffacher Sieger dieses Turniers an und waren bei ihren bisher sieben Teilnahmen immer ins Finale eingezogen. 2023 riss diese Serie. Im Halbfinale konnte sich der GC St. Leon-Rot, der vor der Einführung der Deutschen Golf Liga binnen zehn Jahren neun Meistertitel geholt hatte, in der DGL bisher aber bei den Herren noch ohne Gold geblieben war, zum ersten Mal durchsetzen. Hubbelrath hatte mit 4:8 das Nachsehen und unterlag auch im „Kleinen Finale“ anschließend gegen den G&LC Berlin-Wannsee mit 4:8.
In der Nordstaffel hatte sich hinter dem GC Hubbelrath der GC Hösel den dritten Platz gesichert, lag dabei punktgleich mit Rekordmeister und Titelverteidiger Hamburger GC wegen der besseren Schlagbilanz vorne.
Bei den Damen hatte sich der GC Hubbelrath als Ziel gesetzt, das Final Four zu erreichen. Unter dem neuen Trainer Ian Holloway gab es auch gute Ansätze und die Hubbelrather hatten lange in Lauerstellung gelegen, um einen der beiden „Großen“ zu überholen. Letztlich waren Falkenstein und Wannsee aber auch in diesem Jahr wieder die besten Mannschaften der Nordstaffel, so dass für die Holloway-Truppe nur der dritte Platz blieb.
Der Düsseldorfer GC hatte während der gesamten Saison wenig Aussichten, nach vorne kommen zu können, hatte aber auch nie wirklich Sorgen, in Abstiegsnöte zu geraten. Ein ganz sicherer Platz 4 war der Lohn für eine sehr solide Saison des DGC.
Aufsteiger
In der kommenden Saison ist der Westen deutlich breiter in der Beletage des deutschen Mannschaftsgolfs aufgestellt. Sowohl bei den Damen, wie auch bei den Herren schaffte ein Team aus NRW den Aufstieg in die 1. Bundesliga.
Die Damen des GC Hösel setzte sich im Aufstiegsspiel gegen den Berliner GC Gatow glatt mit 7:2 durch. Da die Relegation immer beim Viertplatzierten der Vorsaison ausgetragen wird, war der Düsseldorfer GC Gastgeber dieses Duells – und wird auch 2024 wieder Gastgeber für die Relegation sein.
Zeitgleich machte es der GC Essen-Heidhausen als Meister der 2. Bundesliga-West in Hösel spannend gegen den GC Hannover. Die Niedersachsen waren nominell favorisiert, aber Essen zeigte eine sehr entschlossene Leistung und führte nach den Vierern mit 3:1. In den Einzeln konnte Hannover aber ausgleichen.
„Elfmeterschießen“ musste die Entscheidung bringen
Was am Pokalwochenende der Fußballer Verlängerung und Elfmeterschießen ist, ist in der Relegation der Deutschen Golf Liga das Stechen.
Je Mannschaft wurden drei Spieler bestimmt, die von Tee 1 gegeneinander im Sudden Death spielten. Für den GC Essen-Heidhausen ging Daniel Gelser als erste Spieler ans Tee und hatte mit Jugend-Nationalspieler Tom Haberer den vielleicht besten Spieler dieses Relegationsspiels überhaupt gegen sich.
Im zweiten Duell stand Florian Benner dem Deutschen Lochspielmeister Leonhard Studzinski gegenüber.
Brandon Dietzel war von Essen als dritter Spieler benannt worden, musste aber gar nicht mehr ins Geschehen eingreifen, weil vorne die beiden Duelle schnell die Entscheidung für Essen-Heidhausen brachten.
Daniel Gelser legte einen sehr langen Drive vor, der allerdings nicht die optimale Richtung hatte. Der anschließende Pitch war dafür perfekt und lang weniger als zwei Meter neben dem Stock. Tom Haberer hatte seine Annäherung nicht so gut platziert und verpasste sein Par, während Gelser für Essen zum Birdie lochte und den ersten von zwei nötigen Punkten für sein Team sicherte.
Florian Benner legte seinen Drive optimal auf die Bahn, während Leonhard Studzinski aus dem Rough weiter spielen musste. Auch dieses zweite Duell gewann Essen und damit auch die Relegation insgesamt. Der Jubel auf Seiten des Clubs aus Essen, der in der elften Saison der DGL erstmals in der Beletage spielen wird, war groß.
Somit spielen in der Saison 2024 sowohl bei den Herren, wie auch bei den Damen jeweils drei Mannschaften aus dem Westen in der 1. Bundesliga. Der GC Hösel und der GC Hubbelrath sind jeweils mit Damen und Herren vertreten, während bei den Damen der Düsseldorfer GC weiter erstklassig ist und bei den Herren der GC Essen-Heidhausen erstmals Erstligaluft schnuppern wird.





