19.8.2012 - Der Vestische Golfclub Recklinghausen war Gastgeber für die Einzelmeisterschaften der Golfer in Nordrhein-Westfalen. 22 Damen und 51 Herren traten auf der 2010 umgebauten Anlage des Traditionsclubs an, um in zwei Zählspielrunden ihre Landesmeister zu ermitteln.
Am heißesten Wochenende des Jahres entwickelte sich am Nordrand des Ruhrgebiets eine wahre Hitzeschlacht. Bei fast 40 Grad hatten die Teilnehmer noch Glück, auf diesem sehr eingewachsenen Platz spielen zu dürfen, so dass praktisch immer ein schattiges Plätzchen gefunden werden konnte. Ein leichter Windzug tat ein Übriges, damit es insgesamt noch erträglich war.
Die vielen Bäume waren als Schattenspender willkommen, forderten ansonsten aber ihren Tribut. Bei den oft sehr schmalen Bahnen hatten Spieler, die ihre Klasse vor allem über die Schlaglänge definieren, keine Chance, gut zu scoren. In Recklinghausen ist eher cleveres und taktisches Spiel gefordert.
Den Leistungen taten weder das Wetter, noch die hohen Baumreihen einen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Am Sonntag wurde für den Platz in seinem heutigen Layout sogar doppelt ein neuer Platzrekord aufgestellt. Die beiden Marienburger Yannick Bludau und Denis Löhrer kamen jeweils mit einer 68 vom Platz, wobei der neue NRW-Meister nach Bahn 15 sogar schon „fünf unter" lag, sich auf der 17 einen Doppelbogey leistete, um dann meisterlich mit einem Birdie auf der neu gestalteten 18 aufzuhören. Nach Runden von 69 und 68 hat sich Denis Löhrer damit den Titel gesichert und seinen Clubkameraden auf den 2.Platz verwiesen. Bludau konnte seinen Rückstand aus der ersten Runde nicht mehr aufholen.
Der neue Meister wurde standesgemäß nach seinem Triumph zum Bad im Teich an Grün 18 überredet. Im hohen Bogen flog Löhrer in das kühle Nass, machte dabei auch noch Bekanntschaft mit Wasserpflanzen.
Nach Runden von 73 und 70 konnte sich Ferdinand Weber vom GC Hubbelrath mit vier Schlägen Rückstand auf den Zweitplatzierten die Bronzemedaille sichern. Damit verwies er den Dortmunder Michael Hegemann um einen Schlag auf den undankbaren 4.Platz.
Nicholas Gotzens und Max Ropinski, die nach guten 70er-Runden im Leaderflight auf die Finalrunde gingen, hatten mit der Titelvergabe nichts mehr zu tun. Gotzens hielt sich mit einer 75 immerhin noch auf Rang 5, während Ropinski am zweiten Tag zwölf Schläge mehr brauchte und gemeinsam mit seinem Clubkameraden Oliver Weigt damit die größte Verschlechterung gegenüber dem Vortag akzeptieren musste.
In die andere Richtung gab es ebenfalls kräftigen Schritte: Um neun Schläge gegenüber Runde 1 verbesserte sich Philip Kaymer (Hubbelrath), zehn Schläge verbesserte sich Julian Baumeister (Burg Overbach) und gar elf Schläge besser als am ersten Tag war Rüdiger Kiene (Bad Driburg).
Schwabe NRW-Meisterin
Bei den Damen gewann Clara Schwabe den Titel. Die Hubbelratherin teilte sich schon nach der ersten Runde die Führung, brachte am Finaltag die einzige Runde unter Par ins Clubhaus und durfte sich mit einem satten Vorsprung von sieben Schlägen als Meisterin feiern lassen. Das Bad im Teich bliebt ihr zwar erspart, aber mit einem kleinen Wasserbad aus Flaschen wurde der Titel dennoch begossen.
Merle Kasperek, die direkt von der Girls British Amateur Championship aus Wales nach Recklinghausen gekommen war, sicherte sich mit Runden von 75 und 76 Schlägen die Silbermedaille. Einen krasseren Wetterwechsel hätte es für die Hubbelratherin nicht geben können: an der walisischen Südküste in Tenby hatte sie in Sturm und Sturzregen den Cut gemacht, war dann aber in der ersten Matchplayrunde ausgeschieden.
Die Bronzemedaille sicherte sich Nina Birken. Die routinierte Spielerin vom GC Mülheim spielte konstant und hatte nach zwei 76er-Runden zwei Schläge Vorsprung auf Maike Schlender (Paderborner Land). Charlotte Meis, die als Co-Leaderin nach ihrer guten 74 vom ersten Tag in die zweite Runde gegangen war, kam mit der Hitze nicht gut zurecht und rutschte durch eine 81 noch auf den 5.Rang ab. Diesen teilte die Hubbelratherin sich mit Isabel Gadea (Hummelbachaue), Rachel de Heuvel (Schmitzhof) und Larissa Steinfeld (Düsseldorf).
Neben dem Golfplatz starteten bei dem Prachtwetter viele Kleinflugzeuge vom nahe gelegenen Flugplatz Lohmühle. Zudem konnten Spieler und Zuschauer immer wieder Gleitschirmflieger niedergehen sehen, was zum Spiel auf dem baumreichen und spannenden Platz eine schöne, optische Abwechslung bot.
Spielleiter Erhard Wetterich hob bei der Siegerehrung hervor, wie gut die Bedingungen in Recklinghausen für die Meisterschaften waren. Dass sich hinter dem Clubhaus ein solches Paradies auftut, habe er nicht erwartet. Der Umbau der Anlage hat Früchte getragen. „Wir sind hier allerallerbesten aufgenommen worden", bedankte sich Wetterich im Namen des Golfverbandes NRW für die Gastfreundschaft aller Beteiligten im Vestischen GC. Caddymeister, Gastronomie und Greenkeeper hätten alle einen großes Lob und Dankeschön verdient, so Wetterich weiter.







