An einem sehr kalten Finaltag wurden bei den Deutschen Lochspielmeisterschaften 2016 auf dem bestens präparierten Platz des Frankfurter GC die Meister und Medaillengewinner ermittelt. Nicolai von Dellingshausen bekommt traditionell in Frankfurt immer eine Medaille. In diesem Jahr strahlt diese wieder gülden. Nach 2013 wird der Spieler des GC Hubbelrath zum zweiten Mal Deutscher Lochspielmeister.
Nachdem wegen Bodenfrosts der Start um 15 Minuten verschoben werden musste, gingen Nicolai von Dellingshausen und sein Hamburger Kontrahenet Niklas Adank als Finalmatches auf den Platz. Im kleinen Final der Damen standen sich Anna-Maria Diederichs vom GC Bergisch Land und Sarina Schmidt gegenüber.
Das Herrenfinale hielt, was alle sich davon versprochen hatten, als die beiden starken Matchplay-Experten ihre Halbfinals gewonnen hatten. Nicolai von Dellingshausen ist Dauergast auf den Siegertreppchen bei der DLM. 2013 schon hatte er sich den Meistertitel gesichert, danach musste er sich zweimal mit Bronze bescheiden. Umso größer sein Ehrgeiz, nun wieder Gold mit nach Hubbelrath zu bringen. Durch die inzwischen drei gespielten Saisons der <link http: www.deutschegolfliga.de _blank>KRAMSKI Deutsche Golf Liga kennen sich beide Kontrahenten bestens und sprachen schon vor einem würdigen Finale voller Respekt vom jeweils anderen.
Es war durchweg spannend, weil weder der Altmeister, noch sein Hamburger Konkurrent sich absetzen konnten. Etliche Birdies fielen, es wurden sogar Bahnen mit Birdie geteilt. Für die zahlreichen Zuschauer war es eine Augenweide, die beiden Top-Golfer zu sehen.
Als Erster ging Nicolai von Dellingshausen in Führung. Danach konnte Adank zwei Bahnen gewinnen und so erstmals in Front gehen. Nachdem der Falkensteiner unter den Augen seines Coaches Roger Brown auf 2auf erhöht hatte, verkürzte NvD postwendend und glich zwei Bahnen später sogar wieder aus. Wie schon so oft bei DLM oder Final Four bewies Nicolai von Dellingshausen Nervenstärke und zog am Ende nochmal leicht an. Dadurch setzte er Niklas Adank noch mehr unter Druck. Auf dem 16. Grün verschob das Nordlicht einen wichtigen Putt und so ging Nico von Dellingshausen, bei dem Charlotte Meis als Caddiesse am Bag war, kurz vor Ende der regulären 18-Loch-Runde in Führung. Dieses Momentum zu brechen, ist gegen den 23-Jährigen praktisch nicht möglich und so entschied der Hubbelrather tatsächlich auf Bahn 17 das Match und die Meisterschaft zu seinem Gunsten. Fast hätte er seinen dritten Schlag, einen kleinen Chip versenkt. Die Entscheidung war damit aber gefallen, weil Niklas Adank seinerseits seinen dritten Schlag nicht zwingend ans Loch brachte.
Mit 2und1 wird dieses Match in die Geschichtsbücher des deutschen Golfsports eingehen.
Nicolai von Dellingshausen hatte nur ganz kurz einmal den Gedanken daran, dieses Finale verlieren zu können, als der Norddeutsche auf 2auf erhöht hatte. "Ich versuche mich dann aber immer sehr schnell, in die Gegenwart zurück zu holen und es waren zu dem Zeitpunkt noch sieben Löcher zu spielen. Ich versuche mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und vielleicht auch mal auf einen Fehler des Gegners zu warten. Der Sieg bedeutet mir eine ganze Menge. Es ist schwierig, das in Worte zu fassen, weil ich das im Moment noch nicht richtig greifen kann. Ich habe in den letzten Jahren eine ziemlich konstante Leistung gebracht, gerade bei diesem Turnier. Das macht mich schon ein wenig stolz. Es ist toll, dass ich den Pokal jetzt wieder für ein Jahr in meinen Händen halten darf. Es ist auch etwas besonderes, dass so viele Leute rausgekommen sind, um mich zu unterstützen. Ich liebe es, Matchplay zu spielen. Man muss sein bestes Golf auf den Punkt abrufen und es macht unglaublich viel Spaß, sich genau in diesem Moment mit einem Gegner zu messen. Das macht den besonderen Reiz dieser Meisterschaft aus", erklärte der Champion am Abend nach seinem erneuten Titelgewinn.
Roland Becker, der Coach des GC Hubbelrath sah in der Nervenstärke, speziell bei den Putts den Schlüssel zum Sieg von Nicolai von Dellingshausen. "Erfolge und Siege helfen, eine positive Stimmung im Club und in der Mannschaft zu haben", strahlt dieser Einzeltitel viel aus, so der Meistercoach der Hubbelrather Herren. Max Mehles, der in der Vorrunde gegen den späteren Meister unterlegen war, freute sich sehr für seinen Mannschaftskameraden. "Besonders war, dass so viele Leute aus Hubbelrath extra zu diesem Finale raus gekommen sind. Vielleicht trägt das einen guten Teil dazu bei, dass wir in den letzten Jahren so erfolgreich waren. Alle sind unheimlich nah beisammen und gönnen dem anderen den Erfolg. Es ist für mich keine Riesenüberraschung, dass Nico gewonnen hat. Wir sind alle sehr froh, dass wieder ein Deutscher Meistertitel bei uns in Hubbelrath ankommt", freute sich Mehles, der in seinem Platzierungsspiel heute eine gute Leistung gezeigt hatte und gegen David Rauch mit 3und2 gewinnen konnte.
Anna-Maria Diederichs auf Rang 4
Die Bronzemedaille bei den Damen ging an Sarina Schmidt, die sich mit 3und1 gegen Anna-Maria Diederichs durchsetzte. Schmidt ging früh in Führung, auch weil die Spielerin des GC Bergisch Land mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte und nicht frei schwingen konnte. Da Schmidt wenig Fehler machte, gelang es Diederichs nicht mehr, wieder auszugleichen. Nachdem die Spielerin aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl zwischenzeitlich sogar mit 4auf in Front lag, gewann Diederichs dann die Bahnen 15 und 16, war damit plötzlich wieder auf 2down heran gekommen. Unbeeindruckt zog Sarina Schmidt aber ihr Spiel durch und holte sich Bahn 17 zum 3und1-Sieg.
Der Weg von Anna-Maria Diederichs bei diesen Matchplay-Meisterschaften war beeindruckend. Ihr Vorrunde dominierte die 16-Jährige und gewann alle drei Matches, darunter gegen die beiden Nationalspielerinnen Alexandra Försterling (1auf) und Nora Wrenger (2und1) sowie mit 2und1 gegen Alena Oppenheimer.
Im Viertelfinale kam es zum spannenden NRW-Duell zwischen Diederichs und Samantha Krug. Die Hubbelratherin zählte zum engsten Kreis der Favoritinnen, unterlag an diesem Vormittag aber der jüngeren Kontrahentin mit 3und1. Sam Krug spielte sich anschließend den Frust über diese Niederlage mit glatten Siegen über Monika Hartl (7und6) und Esther Henseleit (5und4) von der Seele. Das letzte Platzierungsmatch hätte man im Vorfeld dieser DLM 2016 auch als Finale sehen können.
Nach dem Sieg über Samantha Krug traf Anna-Maria Diederichs im Halbfinale auf Ann-Kathrin Wandrey. Die Spielerin des GC Rheinhessen machte wenige fehler und setzte sich nach einem echten Krimi erst auf dem 18. Grün mit 1auf gegen die vier Jahre jüngere Spielerin aus NRW durch.
Drei Vorstandsmitglieder des Deutschen Golf Verbandes waren am Finaltag bei den Athleten auf dem Platz. Jörg Schlockermann, Vorstand Kommunikation im DGV, entlockte bei der Siegerehrung Matthias von der Recke, dem Präsidenten des gastgebenden Frankfurter GC fast die definitive Zusage, dass der Traditionsclub auch im kommenden Jahr, dann zum achte Mal in Serie, als Austragungsort für den immer stimmungsvollen und hochklassigen Saisonauftakt zur Verfügung steht. Diese Ankündigung von der Reckes wurde von den Aktiven mit kräftigem Beifall bedacht. Offenbar hatten alle auch in diesem Jahr viel Spaß auf dem prächtigen Parkland-Course. Der Frankfurter GC hatte sich wieder unendlich viel Mühe gegeben, den Platz früh im Jahr so hervorragend zu präparieren und den Sportlern ein so würdigen Rahmen für eine Deutsche Meisterschaft zu bieten.
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