Frankfurt – Nick Bachem darf sich zum ersten Mal auf dem Siegerpokal der Deutschen Lochspielmeisterschaften verewigen. Als 2005 dieser Titel zum ersten Mal vergeben wurde, war Martin Kaymer der Sieg gelungen.
Merle Kasperek schaffte es bei den Damen bis ins Halbfinale. Die Meisterin von 2014 unterlag im Match um Bronze Maike Schlender, die lange für den Düsseldorfer GC gespielt hat.
Zuschauermagnet
Als Zuschauermagnet stand Finalist Lukas Buller vom Frankfurter GC im Zentrum des Interesses. Das Finalmatch der Herren entwickelte sich zu einem echten Hingucker, denn beide Kontrahenten setzten sich gegenseitig immer wieder mit famosen Schlägen unter Druck. Der Marienburger Nick Bachem, ging dabei früh in Führung, konnte sich aber zunächst noch nicht entscheidend absetzen. Gegen Mitte der Runde war das Spiel des Sportsoldaten aber so zwingend, dass er Loch für Loch gewann und nach 13 Löchern mit 5auf in Front lag. Auf Bahn 14 unterlief Nick Bachem aus guter Lage ein Socket, so dass der Frankfurter Youngster noch einmal verkürzen konnte. Der Vorsprung des 18-Jährigen, der im GC Schloss Auel seine ersten Golfschwünge gemacht hatte, war aber da schon zu groß. Lukas Buller konnte das Blatt nicht mehr drehen, denn auf Bahn 15 waren die Schläge des neuen Champions wieder sicher. Bachem machte die Tür für seinen Kontrahenten nicht mehr auf und durfte auf dem 15. Grün jubeln.
Bachem strahlend
Nach einem Titel als Deutscher Jugendmeister der U16 ist dies der erste Meistertitel bei den „Großen“ für Nick Bachem. „Nick ist ein Spieler, der Lust hat und auch keine Angst davor hat, zu gewinnen. Der zieht sein Spiel durch, das hat er heute vom ersten Schlag an gezeigt und damit Lukas Buller auch keine Chance gegeben, zu reagieren. Nick wollte diesen Titel und ist darauf losgestürmt. Ich traue Nick noch viel zu. Er soll aber Raum bekommen, sich zu entwickeln. Er muss weiter Gas geben und dann hat er die Möglichkeiten, viel zu erreichen, aber er muss noch viel dafür tun“, war Peer Sengelhoff, Heimtrainer des Marienburgers, sehr vom Auftritt seines Schützlings angetan.
Bachem selber strahlte nach dem Gewinn seines ersten großen Titels über das ganze Gesicht: „Dieser Titel bedeutet mir einiges. So früh in der Saison zu gewinnen, nimmt einem ein bisschen den Druck für das Jahr. Die nächsten Turniere kann man befreiter spielen und das ist für diese Saison ein guter Start gewesen.
Gegen Lukas Buller hier in seinem Heimatclub zu spielen, war super cool, weil so viele Leute mitgegangen sind. Das hat alles sehr viel Spaß gemacht und das war ein tolles Match. Ich bin mit einem guten Gefühl in das Match gegangen, auch wenn ich vorher noch nie gegen Lukas gespielt hatte. Ich habe die letzten Tage aber schon extrem gut gespielt und habe mir daher schon gedacht, dass es heute etwas werden kann, wenn ich genau so durchziehe. Ich bin gut in das Match rein gekommen und habe früh vier Birdies in Folge gemacht.“
Lukas Buller war trotz der Niederlage im Finale keineswegs enttäuscht. Der Youngster, der seit 2016 beim Frankfurter GC seine sportliche Heimat hat, gratulierte Nick Bachem herzlich und anerkannte dessen famose Leistung: „Das hat heute viel Spaß gemacht. Es war toll, Nick zuzuschauen und mit ihm spielen zu dürfen. Ich bin sehr glücklich, ins Finale gekommen zu sein. Heute habe ich ähnlich gut gespielt wie in den Matches zuvor, aber Nick war einfach besser.“
Niveau begeistert
Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann war vom Niveau der Titelkämpfe insgesamt begeistert: „Nick Bachem hat hochverdient gewonnen, denn er hat die ganze Woche auf allerhöchstem Niveau gespielt. Wir freuen uns mit Nick, der sich mit diesem Sieg belohnt hat.“
Freude auch über Bronze
Timo Vahlenkamp und Maike Schlender freuten über ihre Bronzemedaillen fast so wie die Meister über Gold. „Das war meine erste Medaille bei einer Deutschen Lochspielmeisterschaft. Ich bin damit sehr zufrieden und habe heute gut gespielt. Ich bin von Anfang an gut ins Match gekommen und habe gleich ein paar Birdies gemacht, habe danach auch weiter stark gespielt und die Medaille nach Hause gebracht“, war Timo Vahlenkamp sichtlich glücklich. Vahlenkamp kommt vom GC Teutoburger Wald, hat seine sportliche Heimat inzwischen aber beim Berliner GC Stolper Heide.
Für Maike Schlender war es bei der vierten Teilnahme die erste Medaille. „Ich hatte mich tierisch gefreut, als Gruppenerste weiter zu kommen und auch das erste Match in der KO-Runde zu gewinnen. Heute im Spiel um Platz drei auf Merle Kasperek zu treffen, hat mich sehr gefreut. Ich hatte großen Respekt, denn ich kenne Merle schon sehr lange. Sie ist eine gute Spielerin und hat das Ding hier ja auch schon mal gewonnen. Es war heute ein spannendes Match und wir haben uns nichts geschenkt.
Am zweiten Extraloch konnte ich es für mich entscheiden, aber Hut ab vor Merle! Ich hatte Mitte der Backnine einmal das Gefühl, gewinnen zu können, habe dann aber einen wirklich blöden Putt vorbeigeschoben und so sind wir all square auf die 16 gegangen. Dann wurde es nochmal richtig eng. Diese Medaille zeigt mir, dass ich über den Winter gut gearbeitet habe und so früh im Jahr schon gut performen zu können, bestätigt das“, geht Maike Schlender mit viel Optimismus in die jetzt beginnende Saison auch in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi. Am 12. und 13. Mai wird es dann schon ein Wiedersehen von Merle Kasperek und Maike Schlender geben, wenn in Hubbelrath der erste Spieltag in der 1. Bundesliga Nord auf dem Spielplan steht.
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