Die Deutschen Meisterschaften der Jugend sind aus Sicht des Golfverbandes NRW mit einer wahren Medaillenflut zu Ende gegangen. Von insgesamt 18 Medaillen, die bei den Mädchen und Jungen der Altersklassen (AK) 14, 16 und 18 vergeben wurden, gingen neun an Spieler aus Nordrhein-Westfalen. Neben den Medaillengewinnern haben weitere zehn Spieler einen hervorragenden Platz in der Top 10 erreicht.
Insbesondere bei den Jungen war die Ausbeute aus NRW-Sicht überragend, denn in der AK 18 standen nur Spieler auf dem Siegerpodium, die in den Kadern des GV NRW gefördert wurden oder werden. In der AK 16 gingen Gold und Silber ins Land zwischen Rhein und Weser. In der AK 14 wurde es sowohl bei Jungen, wie auch bei den Mädchen Bronze. Das famose Gesamtergebnis im Medaillenspiegel rundeten Anna Ruttert mit Silber in der AK 18 sowie Jette Schulze mit Bronze in der AK 16 ab.
AK 18 Jungen
Im oberschwäbischen GC Reischenhof holte sich bei besten Bedingungen Jannik de Bruyn vom GC Hösel mit 211 Schlägen (-5) den Meistertitel. Nick Bachem (Marienburger GC/213, -3) und Tim Tillmanns vom Kölner GC beendeten die drei Wettspielrunden schlaggleich. Nach Kartenstechen ging Silber an Bachem und Bronze an Tillmanns.
Nebel sorgte am Finaltag für eine Startverzögerung. Nick Bachem ging von Platz 2 ins die Runde, nachdem er am zweiten Tag mit einer 66 einen neuen Platzrekord aufgestellt hatte. Mit einer 72 am Finaltag reichte es für den Marienburger nicht für den Gesamtsieg, weil sich ein Teamkollege aus dem Junior Team Germany zu einem dann wiederum neuen Platzrekord aufgemacht hatte. Jannik de Bruyn hatte nach 36 Löchern noch auf Platz 10 gelegen. Mit seiner bogeyfreien 65 katapultierte sich der Spieler des Erstliga-Aufsteigers GC Hösel ganz nach vorne. „Ich hatte eigentlich nichts zu verlieren und wollte voll attackieren. Schon vor zwei Wochen bei der Deutschen Meisterschaft der Herren hatte ich sehr gut gespielt. Es hat wieder funktioniert. Die Bälle sind heute nah an den Stock geflogen und einige längere Putts sind gefallen“, erklärte de Bruyn nach der Finalrunde.
Später als der neue Meister war Tim Tillmanns ins Clubhaus gekommen. Der Youngster des Kölner GC unterbot den wenige Minuten alten Platzrekord um einen weiteren Zähler und brachte trotz eines Bogeys eine 64 (-8) rein. Damit sprang Tillmanns von Rang 19 noch bis auf das Podium.
Nick Spillmann (Düsseldorf-Grafenberg) und Justus Ockenfels (Bochum) auf dem geteilten 10. Platz rundeten das überragende Ergebnis in der AK 18 der Jungen ab.
AK 16 Jungen
In der AK 16 gab es am Reischenhof einen Stechen um den Titel, bei dem aber schon vorher feststand, dass der Sieger aus NRW kommt. Nach drei Runden waren Luc Breuer (Aachener GC) und Christian Hellwig (Kölner GC) schlaggleich mit 216 (Even Par) Schlägen über die drei Runden gegangen. Am ersten Extraloch sicherte sich der letztjährige AK-14-Meister Luc Breuer den Titel. Breuer hätte neben dem Siegerpokal noch einen Fairplay-Preis verdient gehabt, denn auf dem Weg zum 18. Grün waren die Batterien in Hellwigs Entfernungsmessgerät leer. Schnell erkundigte der Kölner sich bei der Wettspielleitung und lieh sich dann das Gerät von Konkurrent Luc Breuer. Breuer hatte diese Meisterschaft als konstanter Spieler absolviert. Drei Runden, dreimal Even Par. „Ich bin überwältigt. Der Platz ist in einem super Zustand, dafür möchte ich mich vor allem beim Club bedanken. Dass ich jetzt nach der AK 14 auch die AK 16 gewonnen habe, macht mich überglücklich“, jubelte der Aachener nach einem spannenden Finaltag.
Mit der besten Runde des Sonntags schob sich Ben Marckmann noch weit nach vorne. Die 70 (-2) war der beste Score der gesamten Meisterschaft und reichte für den Spieler des GC Bergisch Land, um noch bis auf Rang 4 zu klettern. Fynn Hessenkämpfer vom GC Halle Teutoburger Wald kam mit gesamt acht Schlägen über Par auf Rang 7.
AK 14
Bei den Jungen der AK 14 durfte sich Jan Göhlich nach Kartenstechen über die Bronzemedaille freuen. Der Youngster des Westfälischen GC Gütersloh hatte auf dem Platz des GC Brückhausen Scorekarten mit 75, 72 und 77 Schlägen unterschrieben.
In der AK 14 der Mädchen gab es zwar „nur“ eine Medaille für NRW, aber fünf Spielerinnen aus den Landeskadern des GV NRW schafften es in die Top 10. Leonie Wulfers vom GC Brückhausen nutzte ihren Heimvorteil und sicherte sich mit Runden von 79, 73 und 77 Schlägen die Bronzemedaille. Lena Hassert war nach drei Runden schlaggleich, hatte aber im Kartenstechen das Nachsehen und so kam die Dürenerin auf Rang 4. Mit zwei Schlägen mehr auf dem Konto kam Greta Rietdorf vom Kölner GC auf Rang 6, noch einen Zähler mehr hatte Luisa Vogt vom GC Halle Teutoburger Wald auf Rang 7. Anna Maria Hommel-Döring vom Düsseldorfer GC verfehlte die Medaillenränge um fünf Schläge und wurde geteilte 9.
AK 18 Mädchen
Anna Ruttert hatte am ersten Tag der DM in Wiesloch eine solide 73 gespielt, danach mit zwei 69er-Runden groß aufgetrumpft. Dass die Düsseldorferin die Finalrunde im Leaderflight in vollen Zügen genoss, konnte jeder den ganzen Tag über beobachten. „Ich bin den Tag heute sehr fokussiert angegangen und habe mich sehr auf mein Spiel konzentriert, weil ich den Rückstand auf Miriam Emmert verringern wollte, um das Blatt noch zu wenden. Ich habe es als sehr schön empfunden, dass einige Leute gekommen waren und zugeschaut haben. Gute Schläge wurden mit Beifall entsprechend gewürdigt. Ich war allerdings so konzentriert, dass ich davon einiges auch gar nicht mitbekommen habe. Leider habe ich auf den letzten Bahnen einige Chancen nicht genutzt, aber ich freue mich trotzdem sehr über die Silbermedaille“, fühlte sich die neue Deutsche Vizemeisterin rundum wohl.
Anna-Maria Diederichs war mit einer 81 unglücklich in die Titelkämpfe gestartet, holte mit einer 69 am zweiten Tag mächtig auf und kam mit einer 72 von der Finalrunde. Die Hubbelratherin landete mit gesamt sechs Schlägen über Par auf dem geteilten 9. Platz.
AK 16 Mädchen
In der AK 16 sorgte die jüngste Spielerin für Aufsehen. Jette Schulze vom Kölner GC spielte bis zum 17. Grün der Finalrunde sogar um den Meistertitel mit und hätte fast das Stechen um die Krone erreicht. Am Ende fehlte ein Schlag und so waren Runden mit 71, 72 und 71 Schlägen gut genug, damit die 14-Jährige die Bronzemedaille in Empfang nehmen durfte.
Anna Lina Otten vom Düsseldorfer GC startete auf den Golfanlagen Hohenhardter Hof mit einer 70 ganz stark und unterschrieb danach zwei Scorekarte mit jeweils 76 Schlägen. Damit kam Otten auf dem geteilten 8. Platz.
Aus Sicht des GV NRW ist es natürlich eine schöne Momentaufnahme, wenn so viele Athleten aus dem Verbandsgebiet Medaillen oder gar Titel gewinnen. Wichtiger ist und bleibt aber, dass der Fokus der Arbeit auf die Entwicklung der Sportler gelegt wird. Eine Deutsche Jugendmeisterschaft ist nicht das Ziel der Arbeit, die die Landestrainer mit den Heimtrainern der Athleten leisten. Wenn auf dem Wege der Entwicklung eine Meisterschaft gefeiert wird, ist dies natürlich ein schöner Nebeneffekt, darf aber nicht dazu führen, dass eine Zufriedenheit mit dem Erreichten die weitere Entwicklung hemmt.
Einen großen Anteil am Erfolg haben neben den Landes- und Stützpunkttrainern auch die Heimtrainer der Athleten. Die Kommunikation zwischen den Trainern ist von enormer Bedeutung dafür, dass die Leistungsförderung im GV NRW ist auf einem so guten Weg ist. Dies sollte für alle Beteiligten Ansporn sein, mit vollem Engagement weiter zu arbeiten und so die Jugendlichen bei deren weiterer Entwicklung zu unterstützen.
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