Orsingen-Nenzingen/Buchholz - Bei den Deutschen Meisterschaften (DM) der Jungen feierten die Nachwuchsspieler aus NRW einen wahren Medaillenregen. Neue Deutsche Meister sind in der Altersklasse bis 14 Jahren Luc Breuer und in der AK 18 Timo Vahlenkamp. Vahlenkamp sicherte sich durch den besten Score aller Teilnehmer auch den Titel des Deutschen Jugendmeisters. In der AK 14 sicherte sich Frederik Eisenbeis vom Marienburger GC die Silbermedaille, in der AK 18 holte dessen Clubkamerad Nick Silber, während in der AK 16 Frederik Schott vom GC Hummelbachaue Bronze mit nach Hause nehmen durfte.
Zudem gab es noch etliche Top 10-Platzierungen der Youngster aus dem Bereich des Golfverbandes NRW. Landestrainer Lars Thiele durfte im Hegau, wenige Kilometer nordwestlich des Bodensees also mehr als zufrieden mit der Ausbeute für Spieler aus den Nordrhein-Westfalen sein.
Nach zwei wunderbaren Spätsommertagen verlief die letzte Runde an einem regnerischen Finaltag der Deutschen Meisterschaften der Jungen spannend bis zum letzten Putt. Deutscher Meister der Jungen ist Timo Vahlenkamp, der nach Runden von 70, 70 und 72 Schlägen einen Gesamtscore von -4 hat. Damit sicherte sich der Spieler des GC Teutoburger Wald auch den Titeln in der AK 18. Hier waren drei Spieler mit -4 im Leaderflight raus gegangen und so war Hochspannung vorprogrammiert.
Der neue Deutsche Jugendmeister der Jungen kassierte ungewöhnliche viele Bogeys. Sehr oft bleibt die Karte des Westfalen sauber oder auf nur einer Bahn steht ein Score über Par. Am Finaltag auf dem bestens gepflegten Platz des GC Schloss Langenstein wurden es aber gleich vier Bogeys. Allerdings schaffte der Spieler des Junior Team Germany auch, vier Birdies zu notieren. Eines davon auf der letzten Bahn, als er mit nur einem Schlag Vorsprung noch Gefahr lief, in ein Stechen zu gehen. Hätte er nicht so souverän ein finales Birdie gespielt, wäre sogar ein Stechen mit insgesamt fünf Spielern möglich gewesen. Wenn der neue Champion nicht so cool geblieben wäre und am Ende ein Bogey notiert hätte, wären an der Spitze fünf Athleten mit einem Gesamtscore von -2 gewesen. So aber durfte Timo Vahlenkamp sich über den besten Score aller Athleten freuen und vermied ein Massenstechen. Hinter dem neuen Meister gab es dafür ein breites Kartenstechen um die folgenden Plätze. Für Nick Bachem nahm diese DM noch ein mehr als versöhnliches Ende. Nach der 76 vom ersten Tag gelangen dem Marienburger zweimal die Tagesbestleistungen und damit auch das Anrecht auf die Silbermedaille. Nick Bachem kommentierte seinen Erfolg sehr gelöst: "Ich habe nach der verpatzten Runde zum Auftakt meine Herangehensweise geändert. Ich habe den Rat meines Trainers befolgt und mehr mit Köpfchen gespielt, denn ich habe verstanden, wie man hier gut scoren kann. Man muss viele Fairways treffen und unauffällig spielen, nicht versuchen, spektakulär zu attackieren. Dadurch habe ich auf den beiden letzten Runden jeweils nur ein Bogey kassiert."
Timo Vahlenkamp war überglücklich, den Titel geholt zu haben. "Nach den vielen guten Ergebnissen und Silbermedaillen in diesem Jahr ist dieser Titel eine toller Abschluss und rundet eine sehr gutes Jahr für mich ab", ordnete Timo Vahlenkamp seinen Titel sachlich ein. Bei seiner Siegerrede bedankte sich der Meister auch bei seiner Mutter, die ihn bislang immer zu allen Turnieren gefahren hat. „Ich mache jetzt aber meinen Führerschein und kann dann auch selber fahren", blickte der Youngster voraus. Auch seinem Trainer Neil Bryan dankte der neue Deutsche Meister: "Neil bringt mir viel Gutes bei, nicht nur im Golfspiel, sondern auch menschlich!"
Jugend-Nationalspieler Jannik de Bruyn (GC Schloss Myllendonk) auf Platz 8 mit Runden von 70, 76 und 73 (gesamt +3) und Constantin Friesacher (Kölner GC) auf Platz 9 mit Runden von 74, 72 und 74 (gesamt +4) rundeten das starke Ergebnis der AK 18 aus NRW-Sicht ab.
AK 16
In der AK 16 brachte David Li zwar am Finaltag mit einer 71 (-1) den zweitenbesten Score ins Clubhaus, konnte damit aber nicht mehr vorne angreifen, da sein Rückstand nach Runden von 73 und 80 zu groß war. So musste sich der Spieler des Kölner GC mit Rang 8 begnügen.
Besser erging es einem Spieler von der Hummelbachaue.. Bronze ging an Frederik Schott. Der Spieler aus NRW knallte auf Bahn 18 ein Eagle auf die Bahn und durfte vor der gut besetzten Tribüne jubeln, nach Runden von 73, 73 und 72 Schlägen eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. David Diselkämper (GSC Rheine-Mesum) und Tim Tillmanns (Kölner GC) teilen sich mit gesamt +9 Rang 10. Tillmanns war nach Runden von 77 und 69 Schlägen gleichauf mit dem späteren AK-16-Meister Lukas Demant auf die Finalrunde gegangen, verlor aber am Finaltag früh den Anschluss. Auch Florian Horder (Eichenried), der mit satten fünf Schlägen Vorsprung auf Tillmanns und Demant als Leader gestartet war, musste mit einer 75 Federn lassen und durfte am Ende froh sein, nicht auch noch die Silbermedaille an Frederik Schott zu verlieren.
AK 14
In der AK 14 gab es einen echten Überraschungssieger. Luc Breuer vom Aachener GC hatte bislang noch keiner auf dem Schirm, auch wenn sich der Jugendliche aus NRW mit Runden von 74 und 77 Schlägen schon auf Rang 4 in Lauerstellung befunden hatte, als es in den Finaltag ging. Breuer brachte im Regen des Hegau die mit Abstand beste Runde der jüngsten Athleten rein. Sehr beeindruckend, wie der Aachener den Platz meisterte. Nach 13 Bahnen lag er bei einem Schlag unter Par und hatte bis dahin seine Karte blitzsauber gehalten. Zu dem Zeitpunkte hatte der neue Meister schon satte sechs respektive sogar sieben Schläge gegenüber dem Duo aufgeholt, das das Feld nach der zweiten Runde angeführt hatte. Sogar ein Doppelbogey auf Bahn 14 und ein Bogey auf Bahn 17 brachten Luc Breuer nicht mehr aus dem Tritt. Der Youngster aus dem Dreiländereck war von seinem ersten großen Titel sichtlich überwältigt: "Dass ich Deutscher Meister bin, habe ich erst auf dem 18. Grün realisiert. Vorher wusste ich nicht, dass ich in Führung liege. Dieser Titel bedeutet mir sehr viel und ich hoffe, dass es für mich nun noch weiter aufwärts geht."
Das Nachsehen hatten Frederik Eisenbeis (Marienburg) und Max Mayridl (Solitude). Beide waren mit +3 in den Finaltag gegangen, konnten aber nicht an die guten Leistungen der beiden ersten Tage anknüpfen und durften sich statt über Meisterehren noch über Silber und Bronze freuen. Eisenbeis, der in dieser Saison einige Einsätze in der 1. Bundesliga beim Marienburger GC hatte, brachte eine 79 (+7) rein, nachdem er nach sechs Bahnen schon bei +5 gelegen hatte.
Auf Rang 4 platzierte sich Benedikt Kramer von der Hummelbachaue, dem ebenso eine 80 genügte, um in der Top 10 zu bleiben, wie Ben Marckmann vom GC Bergisch Land, der auf Rang 7 kam. Jonas Baumgartner (Hösel) und Axel Gohlke (GLC Köln) landeten mit einem Gesamtscore von +22 auf dem geteilten 9. Platz.
Tolles Turnier
Jungen-Bundestrainer Ulli Eckhardt strahlte nach der Siegerehrung trotz des Regens über das ganze Gesicht: "Das war eine ganz wunderbare Meisterschaft. Ich habe mir speziell die Altersklassen 16 und 18 angeschaut und wirklich sehr viele gute Spieler gesehen. Es war jeweils ein Showdown, der alles von den Spielern gefordert hat. So wünschen wir uns das. Was wir als Trainer sehen wollen, sind intelligentes Spiel mit taktischen Finessen. Dieser Platz hat den Spielern mit seinen Grüns all das abgefordert. Mit dem Abschneiden der Nationalspieler bin ich sehr zufrieden. Schön, dass Timo Vahlenkamp auf dem 18. Grün noch ein Birdie spielt und so mit zwei Schlägen Vorsprung gewinnt."
Spielleiter Karl Berger war vom Auftreten der Burschen im äußersten Südwesten der Republik hellauf begeistert. "Außergewöhnlich gut haben sich die Jugendlichen benommen und sogar den Startern gedankt. Das hat richtig Spaß gemacht", strahlte Berger und freute sich über den harmonischen Verlauf dieser Titelkämpfe im Hegau.
Der gastgebende GC Schloss Langenstein hatte für die Youngster ein tolles Umfeld geschaffen. Zahlreiche Helfer waren überall auf der Anlage verteilt, eine Tribüne stand am 18. Grün für die Zuschauer bereit und die Freundlichkeit, mit der die jungen Athleten empfangen wurden, war überwältigend.
DM Mädchen
Die DM der Mädchen verlief nicht so erfolgreich für die jungen Spielerinnen aus NRW. Ohne Medaille mussten die Spielerinnen den Heimweg aus Buchholz vom GC Nordheide antreten. Am dichtesten dran waren Anna Lina Otten (Düsseldorfer GC) und Sophie Witt (Hubbelrath). Otten hatte nach Runden mit 76, 76 und 77 Schlägen bei gesamt +13 nur einen Schlag Rückstand auf die Spielerinnen, die Silber und Bronze bekamen. Einen weitern Schlag dahinter reihte sich Sophie Witt auf Rang 5. ein. Anne Marie Hommel-Döring vom Düsseldorfer GC durfte sich über eine Top-10-Platzierung freuen.
In der AK 16 scheiterten mit Kim Siercks und Anna Maria Diederichs (beide Bergisch Land) beide Starterinnen aus NRW am Cut. In der AK 18 war Anna Ruttert auf Rang 7 die beste Spielerin aus NRW. Die Athletin von der Hummelbachaue unterschrieb Karten mit 78, 72 und 74 Schlägen und hatte mit gesamt +8 zehn Zähler Rückstand auf die neue Deutsche Jugendmeisterin Anastasia Mickan (Berlin-Wannsee).
Kim Franken vom Düsseldorfer GC kam mit +12 auf Rang 10.
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