Valencia/Spanien - Golfer aus Nordrhein-Westfalen sorgen weltweit für Aufsehen. Nachdem Martin Kaymer mit dem finalen Putt beim Ryder Cup in die Geschichtsbücher des Golfsports einging und zuletzt Marcel Siem auf die denkbar unglücklichste Art und Weise einen Platz im Teilnehmerfeld des Masters verpasste, ist nun Tour-Neuling Max Kieffer in den Mittelpunkt des Interesses gerutscht und hat durch einen Marathon im Stechen um den Sieg bei der Open de Espana seinen Platz in den Annalen des Golfsports gefunden.
Der Rheinländer, der auch in den Jugendkadern des Golfverbandes NRW gefördert worden ist, verpasst in seiner ersten Saison auf der European Tour und beim zehnten Start der Saison seinen ersten Turniersieg nur ganz knapp. Nach vier Runden lag Kieffer gemeinsam mit dem Chilenen Felipe Aguilar und Raphael Jacquelin bei fünf unter Par.
Auf dem dritten Extraloch schied der Chilene mit einem Par aus, weil Kieffer und der Franzose jeweils ein Birdie spielten. Danach stieg die Spannung immer weiter.
Wenn sich einer der Kontrahenten einen kleinen Vorteil erspielte, folgte stets die Antwort. Insgesamt neunmal mussten Kieffer und Jacquelin auf die 18, ein 426 Meter langes Par 4, bis endlich eine Entscheidung fiel: Der Franzose legte seinen Annäherungsschlag im letzten Durchlauf eineinhalb Meter hinter die Fahne und lochte zum Birdie - für Kieffer das Aus, der Traum vom ersten großen Triumph auf der European Tour war geplatzt. Und das, obwohl der Düsseldorfer eine grandiose Leistung abgeliefert hatte.
"Das war ein langer Tag, und nach so einem Stechen mit neun Extra-Löchern bin ich natürlich schon etwas enttäuscht, nur Zweiter geworden zu sein. Dennoch war es eine große Erfahrung heute, und Raphael hat es definitiv verdient, zu gewinnen", so Kieffer, der im anschließenden Interview schon wieder lächeln konnte. Für den Düsseldorfer gab es auch etwas zu feiern, denn er hat mit dem gewonnenen Preisgeld in Höhe von 130.280 Euro nach seinem erst zehnten Turnier auf der European Tour 2013 bereits seine Karte für die Saison 2014 sicher in der Tasche. Außerdem kann Kieffer durch seinen geteilten zweiten Rang in der nächsten Woche bei der Ballantine's Championship in Seoul an den Start gehen und klettert im Race to Dubai nun auf den 37. Platz.
Das Duell Kieffer gegen Jacquelin egalisierte das bisher längste Stechen in der Geschichte der European Tour. Im Jahr 1989 hatten sich José Maria Olazábal und der Nordire Ronan Rafferty einen ähnlichen Playoff-Krimi um den Gesamtsieg bei der KLM Open geliefert, den der Spanier ebenfalls am neunten Extra-Loch schließlich für sich entschied.
Moritz Lampert, der zweite Tour-Neuling aus dem Golf Team Germany, war in Valencia ebenfalls erfolgreich. Der Sandhausener machte den Cut und belegte im Endklassement mit 289 Schlägen (+1) den geteilten 27. Platz. Dafür kassierte der 20-Jährige immerhin noch 13.125 Euro.




