Gleneagles- Zum dritten Mal in Folge hat Europa den USA im Ryder Cup eine Niederlage beigebracht, zum dritten Mal in Folge war Martin Kaymer dabei und hat auch in diesem Jahr im schottischen Gleneagles wieder Akzente gesetzt.
Gegen das Team USA setzte sich Europa am Ende deutlich mit 16,5:11,5 durch und feierte bei der Siegerehrung im Stile der Formel 1, mit Champager-Duschen. Zwar war es in diesem Jahr nicht Martin Kaymer, der den alles entscheidenden Ball versenkte, aber auch in diesem Jahr sorgte der letzte Schlag von Kaymer für enthusiastischen Jubel, als der Mettmanner am 16. Grün mit einem Chip-In zum Eagle das Match gegen Master-Champion Bubba Watson vorzeitig beendete. Nachdem der Ball gefallen war, fiel der Druck vom ehemaligen Weltranglisten-Ersten ab und Kaymer brüllte seine Freude laut heraus.
45.000 Zuschauer sorgten auf dem PGA Centenary Course für eine Stimmung, die zeitweise fast an die bei einem großen Fußballspiel erinnern konnte. Mit «Europe, Europe»-Rufen wurden die Spieler an Tee 1 empfangen und sogar die Deutsche Fankolonie machte sich besonders bemerkbar, feuerte Martin Kaymer ganz besonders an. Kapitän Paul McGinley schenkte Martin Kaymer im Einzel sein Vertrauen, auch wenn der Spieler, der auch in den Kadern des Golfverbandes NRW gefördert worden war, vorher nicht immer einen ganz sicheren Eindruck hinterlassen hatte. McGinley und das gesamte Europäische Team wurden nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.
Wie auf Schienen liefen die Putts und da Bubba Watson gleichzeitig nicht voll zu seinem Spiel fand, konnte Kaymer einen wichtigen Punkt für Team Europe einfahren. In der gesamten Woche hatten Zuschauer den Eindruck, dass im Europäischen Team die Stimmung sehr gut war. Offenbar hatte Kapitän McGinley es geschafft auch die Spieler bei Laune zu halten, die gerade nicht zum Einsatz kamen. Vielleicht war es von McGinley auch ein besonders kluger Schachzug, die Spieler einmal über den Tellerrand des Golfsports hinaus blicken zu lassen, als er Sir Alex Ferguson einlud. Der langjährige Teammanager von Manchester United sollte den Spielern über den Druck bei Heimspielen berichten und hat damit wohl auch dazu beigetragen, dass dieser Druck von den Spielern in positive Konzentration umgemünzt werden konnte.
Nach den Vierern lag Europa scheinbar sicher mit 10:6 in Front. Dass auch eine so komfortable Führung nicht sicher zum Sieg reicht, hatte Europa 1999 leidvoll erfahren, als in Brookline exakt dieser Vorsprung noch vergeben wurde. Beim letzten Aufeinandertreffen hatten die USA diese bittere Lehre machen müssen, als sie in Medinah scheinbar uneinholbar in Front lagen, am Ende aber doch nicht den Ryder Cup in den Himmel recken durften.
Seit inzwischen 21 Jahren haben die USA auswärts nicht mehr gewonnen. In zwei Jahren fordern die US-Stars ihre Gegner aus Europa wieder auf heimischen Grüns heraus. Dann ist Martin Kaymer erst 31 Jahre jung und so besteht größte Hoffnung, dass der Spieler aus NRW dann seinen vierten Ryder Cup spielen wird.
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