Gütersloh/Mülheim - Immer mehr Golfclubs- oder anlagen werden durch die Entwicklung der Mitgliederzahlen dazu gezwungen, sich aktiv mit dem Thema Mitgliederwerbung zu beschäftigen. Wie jüngst zwei Insolvenzen im Gebiet des Golfverbandes NRW zeigten, ist längst nicht mehr jeder Golfplatz ein Selbstläufer. Vielmehr sind kluge Strategien gefordert, um die Golfanlage zu positionieren, aktiv neue Golfer zu gewinnen und damit zukunftsfest zu machen.
Markus Lawatsch, Marketingexperte vom Deutschen Golf Verband hat am 10. September in Gütersloh und einen Tag später in Mülheim sehr interessante Seminare gehalten, an denen 25 Clubs aus NRW teilgenommen haben, die Mittel und Wege aufzeigten, wie Golfclubs neue Mitglieder gewinnen können.
Entscheidend, so die Kernaussage von Markus Lawatsch, sei für den Erfolg bei der Mitgliederwerbung, das Bedürfniss Golf auszuprobieren zu wecken. Golf bietet zweifellos sehr viele Nutzen. Nur: Dies ist bei Nichtgolfern weitgehend unbekannt und daher ist bei rund 95 Prozent der Deutschen die Zahlungsbereitschaft für das Produkt Golf zunächst einmal sehr niedrig.
Markus Lawatsch empfiehlt, das Produkt für den Erstkontakt sehr einfach und günstig zu halten: „Schläger in die Hand und los!" Der Pro spielt bei diesem "Erstkontakt" ein wichtige Rolle. Er ist ein entscheidender Teil, um Interessenten zu begeistern.
Clubs sollten in ihren Werbeflyern auch ausschließlich Schnupperkurse kommunizieren und auf die für den nicht-Golfer unbekannte Golfterminologien verzichten. Jede weitere Stufe hin zur Mitgliedschaft, die schon in einem Flyer genannt und mit Zahlen hinterlegt wird, wirkt abschreckend.
Ist bei den „Schnuppergolfern" das Interesse an der wundervollen Sportart Golf erst einmal geweckt, sollte diesen Neulingen noch immer nicht eine Mitgliedschaft offeriert werden, denn nach zwei Golfstunden ist kaum jemand schon so vom Golfvirus befallen, die Kosten für eine Mitgliedschaft bereitwillig anzunehmen. Wohl aber ist der Wunsch gewachsen, Golf zu lernen. Das Folgeangebot muss also in einfachen Worten lauten: „Bleiben Sie bei uns, um Golf zu lernen!"
Erst, wenn ein Golfer einen PE-Kurs absolviert hat, ist dieser häufig von dem Nutzen einer Mitgliedschaft im Golfclub soweit überzeugt, dass der Club weitergehende Angebote machen kann und so zum Ziel gekommen ist: der Gewinnung eines neuen Mitglieds.
Analog zu anderen Sportanbietern sollten für eine Mitgliedschaft monatliche Gebühren ausgewiesen werden. 99 Euro pro Monat klingen deutlich günstiger -und macht damit die Einstiegshürde niedriger- als 1.100 Euro pro Jahr.
Es wird in naher Zukunft weitere Seminare von und mit Markus Lawatsch geben. Für Ekkehart H. Schieffer, den Präsidenten des Golfverbandes NRW, ist es eine ganz wichtige Hilfestellung, die der Verband den Golfclubs und Betreibern von Golfanlagen geben kann, um mit genügend neuen Golfern in eine sichere und finanziell solide Zukunft zu gehen.






