Bad Griesbach – Das Paul Lawrie Match Play, ein Turnier der PGA European Tour, fand in diesem Jahr zum ersten Mal in Bad Griesbach statt. Beim einzigen Matchplay-Turnier des Jahres auf diesem Niveau haben Spieler aus NRW für positive Schlagzeilen gesorgt. Allen voran: Marcel Siem aus Ratingen.
In der ersten Runden haben Max Kieffer, Alexander Knappe und Marcel Siem ihre Matches gewonnen und sind vollzählig in die Runde der besten 32 Spieler eingezogen.
Max Kieffer setzte sich glatt gegen Magnus Carlsson mit 4&3 durch und traf in der zweiten Runde auf Marcus Fraser. Als Kieffer am Samstagnachmittag bei seinem Team in Köln eintraf und kräftig daran mitwirkte, dass der GC Hubbelrath zum dritten Mal in Folge das Final Four der KRAMSKI Deutsche Golf Liga gewinnen konnte, sprach er mehrfach davon, wie bitter die Niederlage gegen den Australier war und dass er sich gerne für einige Tage verkrochen hätte. Lange sah es in dem Match Kieffer versus Fraser nach einem weiteren, glatten Sieg für den Spieler des Elite Team Germany aus. Mit 2auf für Kieffer ging es auf die Backnine. Auf der Backnine drehte sich das Bild aber komplett. Der Australier gewann fünf Löcher und durfte sich von dem Deutschen auf dem 17. Grün zum Sieg gratulieren lassen.
Alexander Knappe stieg mit einem 2&1-Auftaktsieg gegen Lasse Jensen in die nächste Runde auf. Hier ging es gegen Victor Dubuisson. Gegen den Franzosen lief das Match nahezu optimal für den Westfalen. Dubuisson konnte nur eine einzige Bahn für sich entscheiden und so fiel das Ergebnis mit 5&4 für Knappe recht deutlich aus. In der Runde der besten 16 machte Alexander Knappe es aber richtig spannend. Zunächst ging Tom Lewis in Führung. Dann kämpfte sich Knappe ran, ging selbst in Front, um aber sofort wieder in Rückstand zu geraten. Mit zwei gewonnenen Löchern 17 und 18 wurde es auf der Zielgeraden aber doch noch ein 2auf-Sieg für den Spieler aus NRW.
Im Viertelfinale ging es für den Spieler des National Team Germany gegen Adrian Otaegui. Auf der Frontnine lag der Spanier meist knapp zurück, drehte dann den Spieß aber um und warf den Deutschen mit 2&1 aus dem Turnier.
Auch Marcel Siem startete mit einem 2&1-Sieg. Gegner war Julien Quesne. Am zweiten Turniertag stand so das Duell gegen Mikko Ilonen für den Ratinger an.
Auch in Runde 2 wurde es ein packendes Duell, in dem Zuschauer und Spieler emotional unterwegs waren. Mit zwei Birdies auf den letzten beiden Löchern machte Siem den Sieg klar und musste im Achtelfinale gegen den Belgier Thomas Detry antreten. Gegen den Youngster ging der Deutsche früh in Führung, baute diese bis Loch 10 auf 4auf aus und ließ danach nichts mehr anbrennen. Mit 3&2 war es der klarste Sieg auf dem Weg ins Viertelfinale.
Gegen Robert Rock ging es in der Runde der besten acht Spieler wieder richtig hoch her. Auf den regulären 18 Bahnen lag Siem nie in Front, ließ den Engländer aber auch nie weiter als 2auf davon ziehen. Nervenstark und angetrieben von den Fans glich der Ratinger auf Bahn 16 mit einem starken Birdie aus und erzwang so eine Verlängerung. Auf dem ersten Extraloch war Marcel Siem der Triumphator und sicherte sich damit den Halbfinaleinzug.
Das Semifinale war für Siem fast schon eine entspannte Angelegenheit. Nach zwei Bahnen führte er gegen den Schweden Johan Carlsson mit 2auf und ließ sich danach die Führung auch nicht wieder aus der Hand nehmen. 3&2 lautete der Endstand – das Finale war erreicht.
Gegen den Spieler, der schon Alexander Knappe eliminiert hatte, sah es für Siem zunächst bestens aus. Nach acht Bahnen hatte der Routinier eine komfortable 3auf-Führung herausgespielt. Aber plötzlich wurde der Putter eiskalt. Auf der Backnine fanden kaum noch Bälle ins Loch und so konnte der Spanier das Blatt wenden und mit vier Lochgewinnen in Folge auf dem 17. Grün Match und Meisterschaft beenden. 2&1 für den Iberer lautet der Endstand.
Durch die Top-Platzierung in Bad Griesbach macht Marcel Siem in der Weltrangliste einen riesigen Sprung von Platz 424 auf Rang 266 und steht damit nun wieder knapp vor Max Kieffer, der nach dem Matchplay-Turnier der Tour auf Rang 306 steht.





