Düsseldorf
Im Zuge der Neugestaltung der Jugendleistungsförderung hatte der Golfverband NRW die Jugendwarte und -trainer aller Clubs eingeladen, sich aktiv einzubringen. Im Rahmen eines Jugendworkshops wurde in jeder Hinsicht offen und frei diskutiert. Das Interesse an diesem Workshop war groß. Mehr als 80 Vertreter der Clubs hatten sich angemeldet und waren in den Internationalen Golf Club Düsseldorf Kosaido gekommen, in dessen Räumen fast schon traditionell die meisten Tagungen des Landesverbandes mit seinen Clubs stattfinden.
Jens Hausmann betonte, dass dieser Workshop ein Forum für den Austausch bieten soll. Die Bitte um Anregungen aus Reihen der Clubs stieß auf große Resonanz, denn es gab etliche Themenvorschläge als Rücklauf. Der Vizepräsident des GV NRW, gleichzeitig Leiter des Ausschusses Spitzensport, begrüßte die Workshopteilnehmer: „Wir wollen die Jugend nach vorne bringen, daher rufen wir alle Clubs auf, gute Ideen zu teilen und nicht für sich zu behalten. Wir haben alle die gleiche Leidenschaft, das gleiche Interesse: Jugendleistungsgolf zu fördern.“ Ganz in diesem Sinne wird auch das Leistungsförderkonzept geändert. Es wird wieder deutlich mehr Zusammenarbeit mit den Clubs geben.
Über die von den Clubs eingereichten Themenvorschläge wird in dem großen Kreis lebhaft diskutiert. Das GC Bad Salzuflen fragt nach, ob es im Land schon Projekte gibt, bei denen Golfclubs in Schulen gehen, um Jugendliche zu gewinnen.
Der GC Teutoburger Wald ist mit drei Projekten „Abschlag Schule“ in der Nachbarschaft unterwegs. Zusätzlich geht im Rahmen der offenen Ganztagsschule die Jugendwartin des Clubs in die Grundschulen von Halle. Aus diesen Projekten bleiben je Schule und Halbjahr zwischen einem und vier Kinder nachher beim Golfsport.
Der GC Issum lädt jeweils die 3. Klassen der Schulen zu sich ein. An einem Vormittag wird den Schülern Pitchen und Putten gezeigt. Die Einladungen gehen jeweils an die Lehrer. Vier Gruppen zwischen 20 und 26 Kinder lernen so den GC Issum kennen. Von diesen rund 100 Kindern kommen anschließend etwa zehn Prozent ins regelmäßige Jugendtraining des Clubs.
Der GC Clostermanns Hof fragt an, ob es Fördermittel für internationalen Austausch gibt. Hintergrund ist eine Kooperation mit einem Club in Birmingham, bei dem sich bei Besuch und Gegenbesuch acht Kinder zwischen 17 und 19 Jahren treffen. Als Ergebnis entsteht nicht nur ein internationaler Kontakt, sondern auch die Bindung Jugendlicher an den Club und eine Verbesserung der Fremdsprachkenntnisse. Der Club hat schon Anfragen an den Landesgolfverband und den DGV gestellt, aber bislang nur freundliche Antworten ohne Mittelzusagen bekommen.
Aus mehreren Clubs der Jugend-Münsterlandliga waren 20 Kinder in England. Der Gegenbesuch folgt 2015.
Auch innerhalb Deutschlands gibt es mehrere Austauschprojekte, darunter die Kooperation zwischen dem Krefeld GC und Hamburg-Falkenstein oder Bonn-Godesberg mit dem GC Bad Ems.
Hans-Georg Blümer sagt zu, diese Anfrage an das Präsidium heranzutragen. Jens Hausmann weist darauf hin, dass ein internationaler Austausch auf Verbandsebene durch die „Friendshiptrophy“ gelebt werde, dieser aber durch die PGA European Tour gesponsort werde.
Der GC Dreibäumen spricht an, dass es durch das Qualitätsmanagement für die Nachwuchsförderung für Clubs eher schwieriger werde, an Fördergelder zu kommen.
Hans-Georg Blümer erläutert dazu, dass die Basisförderung wegfallen wird und eine neue Förderstruktur durch den DGV beschlossen wurde. Den Clubs wird hierzu eine Schulung per Webinar angeboten werden. Den Hintergrund dieser veränderten Förderlogik erläutert der Sportkoordinator damit, dass Qualitätssteigerung in der Jugendarbeit honoriert werden sollen. Es würden am Ende zwar weniger Clubs Geld bekommen. Dafür bekommen die Clubs, die besonders gute Jugendarbeit leisten, etwas mehr, mit dem sie mehr für das Leistungsgolf aufbauen können. Analog gelte dies auch für die LGV-Förderung durch den DGV. Der Weg geht weg von der Förderung per Gießkanne, hin zu zielgenauer Förderung.
Die Förderung bei Talent Tees durch den GV NRW umfasst das Material an sich, also die Tees und Abschlagmatten. Hintergrund ist, dem Kind vom passenden Tee eine Chance auf ein Par zu geben und so auch in der Familie mit Spaß und Erfolgserlebnissen spielen zu können. Bisher haben 32 Clubs in NRW Talent Tees installiert. Mit relativ geringem Aufwand wurden so erfolgreich im Sinne der Kinder Veränderungen erzielt. Im GC Meerbusch wurden sogar Turniere vom Talent Tee ausgehend veranstaltet, die sehr erfolgreich verlaufen sind.
Junior Tees von DGV sind gerated und können deshalb auch vorgabewirksam gespielt werden. Dies steht beim Talent Tee nicht im Fokus.
Hans-Georg Blümer ermuntert die Clubs, Anträge zu stellen. Aufgrund des Erfolges ist derzeit nicht mehr angedacht, diese Förderung zu begrenzen, sondern allen Clubs, die das Talent Tee einführen wollen, das Material zur Verfügung stellen.
Der GC Dreibäumen hat Probleme, einen Förderverein zu gründen, weil die örtliche Finanzverwaltung dies ablehnt. Aus dem Plenum wird dem Club empfohlen, sich juristischen Rat einzuholen, denn wenn man bei der Satzung und nachher dem Betrieb des Fördervereins bestimmte Vorgaben einhält, ist dieser Weg eine gute Lösung, steuerlich abzugsfähige Spenden einzuwerben.
Der GCC Velderhof fragt nach Möglichkeiten zur Buchung von Mannschaftsreisen respektive Kooperation mit Reiseveranstaltern. Es sei ein hoher Aufwand, wenn Reisen jeweils vom Club selber organisiert werden. Bisher hat keiner der anwesenden Clubvertreter Erfahrungen mit Fremdanbietern gemacht.
Nach der offenen Runde wird die Tagesordnung abgehandelt.
TOP 1
Hans-Georg Blümer, der Sportkoordinator des Verbandes, stellte das neue Konzept zur Regionalisierung ab 2015 vor. Der gemeinsame Weg zum Erfolg steht dabei im Mittelpunkt. Analog zum Rudersport sollen die Kräfte gebündelt werden. Im Ruderachter können nur alle gemeinsam den Sieg erringen. Dafür ist ein funktionierender Achter auf gleicher Strecke aber auch viel schneller unterwegs als ein starker Einer. Dieses Bild des Strebens „Gemeinsam zum Erfolg“ soll immer über allem stehen.
Vorschlag des Golfverbandes NRW ist es, ein Programm zur Talentsichtung und -förderung auf regionaler Ebene zu formen. Ideen und Kompetenzen aus Clubs und LGV bilden das Gesamtkonzept. Ziele sind eine effektivere Jugendarbeit, mehr Kinder für den Golfsport zu gewinnen, die Aktivierung der Karteileichen, die Vermeidung eines frühen Drop-Outs und auch eine Verbesserung der Qualität des Trainings.
Gemeinsam sollten Regionen gebildet werden. Als Vorschlag steht eine Aufteilung nach Postleitzahlen und Berücksichtigung der Anzahl an Kindern dort im Raum. Für jede Region sollen engagierte Regionalleiter gefunden werden. Idealer Weise zwei Personen je Region aus dem Kreis der Trainer und Jugendwarte. Auf die Anfrage, welche Clubs sich aktiv einbringen wollen, melden sich spontan 39 Personen aus dem Plenum.
Gemeinsam mit Regionalleitern soll ein Wettspielsystem ausgearbeitet werden, denn Wettspiele sind der Kern des Sports und sorgen für den Spaß bei den Kindern.
Eine Idee wird vorgestellt, bei der alle Kinder bis zehn Jahren eines Clubs ein Team bilden. Einheitliche Kleidung hilft dabei, sich mit dem Club und der Mannschaft zu identifizieren. Jedes Kind nimmt nach seinen Möglichkeiten am Wettkampf teil. Egal ob 9 Loch, 6 Loch, 3 Loch, Wettbewerb Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination – die Wertung der Wettkämpfe erfolgt immer für das gesamte Team, so dass alle dabei sind und die Gemeinschaft gefördert wird.
Die Talentsichtung und -förderung soll früh einsetzen. Vorschlag ist, ein Training für Talente anzubieten, bei dem Kinder bis acht Jahre einmal im Monat, Kinder bis zehn Jahre zwei Mal im Monat möglichst in ihrer Region trainiert werden. Probleme könnten sein, dass die Wege für Kinder zu weit sind, weil Clubs nicht zentral liegen. Zudem klingt „Leistungsförderung“ als Begriff für Kinder oft eher abstoßend, weil sie ohnehin zu viel Leistungsdruck haben.
Lutz Pleines ergänzt, dass erfahrungsgemäß die Nachfrage stark ist, sobald jemand ein Angebot für Jugendwettspiele macht. Diese Erfahrungen wurden auch in Niedersachsen und Bremen gemacht.
Jens Hausmann appelliert noch einmal an die Clubs, sich einzubringen: „Wir sind in der Ideenfindung und -vorstellung, in der Diskussion, wie man es machen kann. Wir wollen auf Regionen eingehen. Wir fordern auf und bitten darum, sich einzubringen. Das alles muss mit Leben gefüllt werden.“
TOP 2:
Die Landestrainer Alexandra Schleining (Bergisch Land) und Lars Thiele (Hummelbachaue) stellen die Ideen für das Wintertraining vor. Gemeinsam mit den drei Stützpunkttrainern David Hahn (Hösel), Peer Sengelhoff (Marienburg) und David Wilmes (Münster-Tinnen) werden die Landestrainer an den Plänen arbeiten.
Vorgeschlagen wird, einmal in der Woche ein Hallentraining für Kinder anzubieten. Die Inhalten können dabei auch völlig gemischt sein, wenig golfspezifisch.
Es gibt Schulen, die beim Programm „Abschlag Schule“ eingebunden sind, die ihre Sporthalle für zwei Wochenstunden zur Verfügung stellen.
Im Düsseldorfer GC bezahlen die Eltern je Kind für das Winterhallentraining einmalig 90 Euro. Das Angebot wird gut angenommen.
Es gibt für Kinder ab 12 auch eine Kooperation mit einem Fitnessstudio. Diese kostet für vier Monate 50 Euro.
Lars Thiele regt an, das Wintertraining so bunt wie möglich zu gestalten.
Alex Schleining betont, dass auch Wintertraining ganz wichtig ist, aber eben mit anderen Inhalten. Der Winter ist die Zeit für Einzelgespräche, Aufarbeiten der Rundenanalysen sowie für Absprachen von Zielen der Veränderungen und Verbesserungen im Spiel. Ein Fitnesstrainer ist für die sinnvolle Trainingsgestaltung sehr hilfreich und kann auch bei der Leistungsfeststellung gute Dienste leisten.
Konzepte für ein effektives Wintertraining muss nicht jeder Club selber machen. Die Landestrainer sollen ein Grundkonzept erstellen, was den Clubs an die Hand gegeben werden kann.
106 Übungen, die für Jugendtraining online stehen, müssten alle Clubtrainer ohnehin kennen, welche die Fortbildungen der PGA of Germany mitgemacht haben. Zu dem Themenkomplex gibt es ein großes Angebot an Fortbildungen durch DGV und PGA.
TOP 3
Der DGV stellt das Wettspielsystem um. Zunächst gilt nur für die AK 18, dass jede Mannschaft im Ligaspielbetrieb an vier Spieltagen antreten muss. Darin enthalten ist ein Heimspiel. Die Mannschaftsgrößen bleiben bei sechs Jungen oder vier Mädchen. Im Brutto-Zählspiel kommen je Spieltag fünf bzw. 3 Scores in die Wertung.
Spielgemeinschaften sind zugelassen, aber nur auf regionaler Ebene. Diese können sich nicht für das Finalturnier der Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften qualifizieren.
Die Spieltage für 2015 stehen schon fest: 26.4., 3.5., 26.5. und 4.6.
Alle Mannschaften spielen in einer Ligaebene!
Abhängig von der Anzahl der Meldungen wird es für die besten neun Mannschaften ein Regionalfinale geben.
In der AK 14 und AK16 bleibt 2015 alles wie bisher.
Für alle Teams der KRAMSKI Deutsche Golf Liga von 1. Bundesliga bis Regionalliga gilt, dass eine Jugendmannschaft des gleichen Geschlechts gemeldet werden muss. Dabei ist die Altersklasse unwichtig. Wird keine Jugendmannschaft gemeldet, steigt die Mannschaft in der KRAMSKI DGL automatisch ab.
Ganz kurz vor dem Jugendworkshop wurden die Modalitäten für die Qualifikation zur Deutschen-Jugendmeisterschaft in den AK 14, 16 und 18 verändert. Es wird ab 2015 nur noch eine bundesweite Rangliste geben.
In diese fließen vier von sechs Wettspielrunden nach CR-Wert ein.
Die sechs Runden, die infrage kommen, benennt der Landesgolfverband dem DGV vorab.
In NRW werden dies jeweils zwei Runden der Altersklassenwettspiele I und II sein. Für die AK 14 und 16 sollen die Ranglistenwettspiele in NRW am 15. und 16. August als Runde 5 und 6 gewertet werden. In der AK 18 werden die am 2. und 3. Spieltag der DMM-Liga erzielten Ergebnisse einfließen. Zusätzlich wird für die Spieler, die nicht in der Liga spielen, ein Ranglistenspiel vom Verband angeboten, so dass alle die gleichen Chancen haben, sechs Runden zu spielen.
Die Nationalen Ausscheidungen entfallen.
TOP 4:
In der Jugendleistungsförderung des Golfverbandes NRW gibt es Neuerungen.
Oberste Prinzipien: Der Athlet steht im Mittelpunkt und der GV NRW bietet Kaderspielern zusätzliches Training zum Clubtraining an.
Hintergrund: Die Clubs möchten ihre Spieler gerne auch im Clubtraining sehen. Durch die KRAMSKI DGL ist dort nun der ständige Wechsel Training-Wettkampf-Training-Wettkampf gegeben. Das Training wird soweit wie möglich im Club koordiniert. Jeder Athlet hat höchstens zwei Trainer. Eine enge Kommunikation der Trainer ist erforderlich. Es gibt die strikte Vorgabe an Stützpunkttrainer, sich mit den Clubtrainern abzusprechen.
Derzeit sind für den Talentkader 53 Kinder vorgesehen, für den Perspektivkader wurden 36 Kinder nominiert, im Spitzenkader werden 20 Kinder gefördert. Nachsichtungen folgen noch, wobei die Form einer Pyramide gewollt und logisch ist.
Für die Auswahl der Kaderstützpunkte gelten als Voraussetzungen eine gut ausgestattete Anlage, die Trainer, kurze Fahrtwege und eine regionale Häufung von Kindern, die gefördert werden. Derzeit trifft dies auf Münster-Tinnen, Teutoburger Wald, Bergisch Land, Hösel, Marienburg und den Kölner GLC zu.
Der Talentkader (frühere Bezeichnung D1/D2-Kader) trainiert einmal in der Woche zwei Stunden. Das Training leiten Stützpunkttrainer und Heimtrainer.
Der Perspektivkader (frühere Bezeichnung D3-Kader) trainiert zweimal in der Woche für drei Stunden. Auch hier leiten Stützpunkttrainer und Heimtrainer das Training.
Flexibler wird der Spitzenkader (frühere Bezeichnung D4-Kader) gefördert. Im Wintertraining ist vorgesehen, vier ganze Tage im Monat an Wochenenden zu trainieren. Im Sommertraining gibt es eine individuelle Betreuung durch Landestrainer und Heimtrainer. Die Spieler bekommen alle Trainingspläne und eine online gestützte Trainingssteuerung. Am Trainingslager in den Osterferien wird festgehalten und ein Physiotrainer wurde zusätzlich engagiert.
Die Umstellungen sind fundamental. Ziel ist es, die Kindern an die nationale Spitze heran zu führen. Wesentlich dafür ist die Qualität des Heimtrainings. Deshalb kommt einer engen Kommunikation zwischen Landestrainer und Heimtrainer eine so große Bedeutung zu.
Als Wunsch aus dem Plenum wird aufgenommen, dass aller Schriftwechsel zwischen Spieler und Verband im CC auch an Clubtrainer und an Jugendwarte gehen solle. Die Kommunikation zwischen Verband/Spieler/Club soll so noch um die Ebene Jugendwarte ergänzt werden.
TOP 5
Der GC Mülheim/Ruhr weist darauf hin, dass von April bis Sommer alle Wochenende und sogar an Brückentagen Wettspiele sind. Dies führt zu Problemen, Mannschaften zusammen zubekommen. Eine Entzerrung der Spieltage wird erbeten, dürfte aber kaum zu organisieren sein.
Lutz Pleines teilt den Teilnehmern des Jugendworkshops mit, die Jugendliga 2015 zum letzten Mal zu organisieren. Der Golfverband NRW wird aber gewährleisten, dass für jeden Club alle Jugendlichen weiter die Chance bekommen, in einer Liga zu spielen.
Zum Abschluss wird der Film über den Sieg Europas im Solheim Cup 2013 gezeigt. Immer wieder erzeugen diese emotionalen Bilder eine Gänsehaut und schaffen Vorfreude auf die Austragung dieses Kontinentalwettkampfs 2015 in St. Leon-Rot.
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