Treffen der Jugendwarte
Die zentrale Frage der Tagung der Jugendwarte in Nordrhein-Westfalen war in diesem Jahr, welchen Stellenwert Jugendarbeit und Jugendliche in den Golfclubs haben und wie Verbesserungen der Jugendarbeit erreicht werden können.
Stephan Krämer eröffnete die Tagung mit einem Rückblick auf das Jahr 2011. Im letzten Jahr konnte kein Spieler aus NRW Deutscher Jugendmeister werden. Sophie Hausmann erzielte als Dritte bei der DM AK 14 das beste Ergebnis.
Der Jugend-Länderpokal konnte nicht verteidigt werden und es wurde der sechste Platz erreicht. Dieses Wettspiel wird in NRW nur als Momentaufnahme gesehen. Ziel der Jugendarbeit und Ausdruck nachhaltiger Arbeit sei es, Spieler in die Kader des Deutschen Golf Verbands zu bringen. Belege für nachhaltige Arbeit in Nordrhein-Westfalen sind die Erfolge der Tour-Pros Martin Kaymer, Marcel Siem, Sandra Gal und Caroline Masson, die alle auch in den Kadern des Golfverbands NRW ausgebildet wurden.
Jugendarbeit in den Clubs stärken
Um die Wertigkeit von Jugendarbeit in den Clubs zu fördern, bot der Vorsitzende des Jugendausschusses den 72 Anwesenden aus 47 Clubs die Hilfe des Verbands an. André Pastoors, der Geschäftsführer des Golfverbandes NRW besucht gerne Clubs, um dort beim Vorstand für eine aktive Jugendförderung zu werben.
„Erfolg wäre", so Krämer, „wenn in Zukunft die Jugendarbeit in den Clubs ernster genommen würde."
Durch Einführung der Ganztagsschulen in NRW kommt es zu Überschneidungen zwischen Schul- und Trainingszeiten der Kader. Diesem Problem begegnet der Golfverband NRW dadurch, dass zukünftig an allen Leistungsstützpunkten jeweils alle Kader trainiert werden und so Fahrtstrecken für die Jugendlichen verkürzt werden. Wegen des zusätzlichen Wintertrainings in der Halle des GC Am Lüderich wird das große Trainingslager für den D4-Kader in Rheine von bisher 14 auf zehn Tage verkürzt.
Die Jugendleistungsförderung sieht bislang auf Landesebene nur Kader für Jugendliche bis 16 Jahren vor. Seit 2012 gibt es in NRW einen D5-Kader für die Talente, die nicht den Sprung in die Bundeskader geschafft oder das Angebot dazu genutzt haben, aber weiterhin leistungsorientiert arbeiten möchten. Die Förderung des Golfverbands NRW reicht nun bis zum Ende der Schulzeit. „Der D5-Kader in NRW soll keine Konkurrenz zum DGV sein", nimmt Stephan Krämer alle Brisanz aus der Entscheidung, Jugendliche länger zu unterstützen. Aufgrund des hohen Zeitaufwands, den der Deutsche Golf Verband seinen Kadermitgliedern abverlangt, sei es für manche Talente eine bewusste Entscheidung, weiterhin heimatnah zu trainieren und somit nicht mehrere Wochen in der Schule zu fehlen.
Erleichterungen für Wettspiele 2012
Für die Wettspielsaison 2012 hat der Verband zwei Änderungen vorgenommen: Die Austragungsorte der AK-Turniere liegen näher beieinander, um Eltern mehrerer Jugendlicher die Anfahrt zu erleichtern.
Bei den Mannschaftsmeisterschaften werden ab 2012 die Teams nicht mehr disqualifiziert, die exakt nur mit der Anzahl an Spielern antreten, die auch in die Wertung kommen. Bisher war eine Mannschaft ausgeschieden, wenn nicht sechs (Jungen) bzw. vier (Mädchen) Spieler antraten, obwohl nur fünf (Jungen) bzw. drei (Mädchen) Scores in die Wertung kamen.
Golf 4 Youth und Jugendgolf
Stefanie Lindemann, die in der Geschäftsstelle des Golfverbands NRW unter anderem die Projekte „Jugend trainiert für Olympia" und „Abschlag Schule" betreut, erläuterte den Jugendwarten das Basisförderprogramm des DGV.
Im abgelaufenen Jahr sind 56 Förderanträge bewilligt worden und dadurch 130.740 Euro an die Clubs in NRW geflossen. Gegenüber 2010 ist dies eine deutliche Steigerung. Die Kriterien für eine Förderung durch den DGV bleiben auch 2012 unverändert. Es geht dabei vor allem um die Schaffung von Strukturen und Grundvoraussetzungen, um Jugendarbeit betreiben zu können.
Herausragend in Strukturen und Engagement war in NRW auch in diesem Jahr wieder der GC Paderborner Land. Bereits zum dritten Mal wurden die Westfalen als Landessieger des DGV-Wettbewerbs „Zukunft Jugend" gekürt. 2011 war der Club sogar Bundessieger gewesen. Gerrit Dulige, im Vorstand des Clubs für den Spielbetrieb verantwortlich, nahm die Auszeichnung entgegen.
Das Albertus-Magnus-Gymnasium Bensberg hat als NRW-Landessieger im Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia" in Berlin den 5.Rang belegt.
Beim Projekt „Abschlag Schule" gab es im Jahr 2011 eine Steigerung um fast 30 Prozent. 90 Clubs erhielten vom DGV Fördermittel, mit denen rund 2.800 Schüler an den Golfsport herangeführt werden konnten.
Go for Gold
Prof. Dr. Kurt Pielsticker erläuterte den Jugendwarten das Konzept der DGV-Broschüre „Go for Gold". Die Broschüre und die damit verknüpften Inhalte der Online-Version ersetzen das alte „Handbuch für die Jugendarbeit". In der handlichen Broschüre sind die wichtigen Punkte jeweils angerissen. Im Internet sind die Informationen sehr breit und in die Tiefe gehend aufbereitet. Für Jugendwarte sind dort viele Anregungen und Hilfestellungen zu finden.
Um die Kosten einer intensiven Jugendarbeit aufbringen zu können, ist die Einrichtung eines Fördervereins ein gutes Werkzeug speziell in den Golfclubs, die nicht als gemeinnützig anerkannt sind. Dies erläuterte der ehemalige Jugendbeauftragte des Deutschen Golfverbands und ermunterte die Jugendwarte, Fördervereine ins Leben zu rufen, da der Aufwand überschaubar ist und die Chancen groß sind, erhebliche Mittel für die Jugendarbeit zu generieren.





