Mit der gemeinsamen Tagung von Spielführern und Jugendwarten hat der Golfverband NRW auch 2026 auf ein Format gesetzt, das sich inzwischen fest etabliert hat. Präsident Jürgen Peter Kretschmer begrüßte die Teilnehmer und betonte gleich zu Beginn den Nutzen der gebündelten Veranstaltung. Die Verbindung beider Bereiche an einem Tag habe sich bewährt und werde von den Clubs sehr gut angenommen.
Zum Auftakt richtete Kretschmer den Blick auf sportliche Erfolge aus NRW. Besonders hob er den Triumph des GC Hösel beim Final Four der Deutschen Golf Liga hervor. Mit dem Finalsieg gegen den GC Hubbelrath sicherte sich der Club erstmals den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters. Zugleich verwies Kretschmer auf zahlreiche weitere Erfolge von Clubs aus Nordrhein Westfalen und wertete dies als Ausdruck einer breit verankerten Leistungssportkultur im Verband. Vorgestellt wurden zudem zwei Mitarbeitende der Geschäftsstelle. Maximilian Trenschel betreut den Bereich Wettspiele, Emma Fukivata arbeitet unter anderem am Social Media Auftritt des Verbandes und begleitet zusätzlich das Themenfeld Umwelt und Natur.
Spielführertagung mit Rückblick, Regelanpassungen und Wettbewerbsentwicklung
Da aus dem Kreis der Teilnehmer keine zusätzlichen Themenwünsche vorlagen, übernahm Christian Börkel direkt den Rückblick auf das Jahr 2025. Im Ausbildungsbereich konnten elf neue LGV Referees nach bestandener Prüfung ernannt werden. Auch die Clubspielleiterausbildung bleibt erfolgreich. Von 130 Angemeldeten legten 75 Teilnehmer die Prüfung ab, 69 bestanden. Das Webinarformat hat sich damit erneut bewährt.
Stabil positiv entwickelt sich auch die Teilnahme an den NRW Meisterschaften. Besonders groß war die Nachfrage bei der neu eingeführten NRW Vierermeisterschaft, für die deutlich mehr Meldungen eingingen als Startplätze zur Verfügung standen.
Auch sportlich fiel der Rückblick aus NRW Sicht erfreulich aus. Auf Bundesebene gewannen der Krefelder GC bei den Damen AK 50 und der GC Hünxerwald bei den Damen AK 65 nationale Titel. Silber holten die Damen AK 50 des GC Hösel und die Herren AK 30 des GC Hubbelrath. Bei den Deutschen Meisterschaften setzten Frederik Strünker vom GC Hubbelrath in der AK 30 und Marc Mazur vom GSV Düsseldorf in der AK 50 die stärksten Akzente. In der AK 75 gelang NRW sogar ein Doppelerfolg durch Byung Jai Choi vom GC Hummelbachaue vor Waldemar Krüger vom Bochumer GC. International ragte vor allem der Sieg von Richard Saunders vom GC Hubbelrath bei der Bernhard Langer International Amateur Championship heraus.
Im Mannschaftsspielbetrieb bleibt das Interesse hoch. Für die Altersklassen 30, 50 und 65 meldeten die Clubs für 2026 insgesamt 877 Teams, zwölf mehr als im Vorjahr. Vor allem in der AK 65 ist ein Zuwachs zu erkennen. In der Deutschen Golf Liga gingen bei den Frauen sieben Mannschaftsmeldungen zurück, bei den Männern kamen zwei Teams hinzu. Auch im Jugendbereich gab es ein leichtes Plus. Insgesamt umfasst der Spielbetrieb in NRW 1.353 Mannschaften.
Bei den Regeländerungen und Anpassungen der Hardcard bleibt der Umfang überschaubar. Für den Spielbetrieb wichtiger sind einzelne organisatorische Neuerungen. Neu geregelt wurde etwa das Nachrückerverfahren.
Zugelassene Professionals dürfen künftig auch als Caddie eingesetzt werden. Zudem wurde im Blick auf ein mögliches Hole by hole Livescoring betont, dass Scores fortlaufend eingetragen werden müssen. Bei Verstößen sind gestaffelte Strafen vorgesehen.
Ausführlicher stellte Börkel die Änderungen in den Ausschreibungen für 2026 vor. In der AK 12 wird die HCPI Grenze von 30 auf 36 angehoben. Gleichzeitig soll bevorzugt auf kürzeren Plätzen gespielt werden, um Kindern den Einstieg in den Wettspielbetrieb zu erleichtern. In der AK 14 gibt es bei den Mädchen künftig Ranglistenpunkte für die Top 25. Mädchen aus NRW erhalten im DM Vorausscheid nun 20 statt bislang 18 Plätze. Der Preis von Refrath wird erneut als Nationale Offene NRW Meisterschaft ausgetragen und soll als Flaggschiff Veranstaltung des Verbandes weiter gestärkt werden.
Auch im Mannschaftsbereich gibt es Veränderungen. Bei der AK30/50/65 sind ab dieser Saison Professionals zugelassen. Bei Schlaggleichheit entscheidet künftig nicht mehr das beste Einzelergebnis, sondern der Gesamtscore nach Abzug des schlechtesten gewerteten Resultats. Bei den Herren AK 65 wird ein Final 6 eingeführt. In den DGL Gruppenligen wird es eine Aufstiegsrunde geben, da weniger Aufstiegsplätze als Staffeln vorhanden sind. Im Willy Schniewind Mannschaftspreis wird die Zahl der Aufsteiger aus der 5. Liga reduziert.
Unter Verschiedenes wurde schließlich ein Thema aufgegriffen, das vor allem für die Nachwuchsentwicklung relevant ist. Der DGV arbeitet derzeit an der Übertragung von Erkenntnissen aus einer US Studie zu altersgerechten Platzlängen auf deutsche Verhältnisse. Ziel ist es, durch zusätzliche Abschlagsvarianten mit kürzeren Bahnlängen mehr Erfolgserlebnisse und damit mehr Freude am Spiel zu ermöglichen.
Jugendwarte rücken Strukturen, Ausbildung und Bindung in den Mittelpunkt
Der zweite Teil der Konferenz stand unter der Überschrift, Kinder für Golf begeistern, Strukturen schaffen, NRW gemeinsam entwickeln. Auch hier eröffnete Jürgen Peter Kretschmer die Sitzung. Im Mittelpunkt stand zunächst eine persönliche Würdigung. Landestrainerin Alexandra Schleining hat die Prüfung zum Master Professional der PGA erfolgreich bestanden. Kretschmer verband seine Gratulation mit einem ausdrücklichen Dank für ihre Arbeit im Nachwuchsleistungssport.
Verabschiedet wurde zudem Christoph Osing, der nach neun Jahren aus dem Ausschuss Spitzensport ausgeschieden ist und sich generell auch aus seinen Ämtern im Golfsport zurückzieht. Geschäftsführer Hans-Georg Blümer würdigte seine langjährige, ruhige und fachlich wertvolle Arbeit für die Nachwuchsförderung in NRW.
Inhaltlich machte Alexandra Schleining deutlich, wie zentral das Engagement in den Clubs für die Zukunft des Golfsports ist. Ohne Ehrenamt und verlässliche Strukturen vor Ort sei weder Breite noch Spitze zu entwickeln.
Richard Grünen gab anschließend einen Überblick über die laufenden Projekte im Breitensport. Für die Birdie Bande liegen am Stützpunkt Hösel 37 Anmeldungen von Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren vor. Auch der Talent Cup und der NRW Kids Cup bleiben wichtige Formate, um Kinder früh an Mannschaftserlebnisse und Wettkampfatmosphäre heranzuführen. Sorgen bereitet dagegen der Mädchenbereich. Für Girls go Golf liegen für 2026 bislang nur 20 Anmeldungen vor, nachdem es im Vorjahr noch 39 waren. In der AK 12 nehmen in NRW aktuell nur noch neun Mädchen regelmäßig an Turnieren teil.
Positiver fällt der Blick auf den Leistungssport aus. Nach dem Einbruch der Corona Jahre zeigt die Entwicklung wieder nach oben. Von den Athletinnen und Athleten, die auch in den Kadern des GV NRW gefördert wurden, sind 2026 neun Männer und fünf Frauen auf den Touren der Welt unterwegs.
David Hahn stellte anschließend die Turnierstruktur und die Ausbildungsphilosophie im Jugendbereich vor. Die Wettkampfebene reicht vom Talent Cup und NRW Kids Cup über die AK Turniere des Verbandes bis hin zum DM Vorausscheid und zu nationalen wie internationalen Anschlussformaten. Im Zentrum der Kaderarbeit steht ein dreistufiges System vom Förderkader über den Entwicklungskader bis zum Landeskader. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche systematisch an eigenständiges Training und stabile Wettkampffähigkeit heranzuführen.
Im anschließenden Austausch wurde deutlich, dass erfolgreiche Jugendarbeit vor allem von den handelnden Personen im Club abhängt. Verlässliche Trainingszeiten, feste Ansprechpartner und Begeisterung in der Vermittlung gelten als Schlüsselfaktoren. Zugleich wächst die Sorge vor einem Mangel an Trainern. Der GV NRW hat darauf frühzeitig mit dem Ausbau der C-Trainer-Ausbildung reagiert, deren Bedeutung aus Sicht vieler Teilnehmer weiter steigen wird.
Wie nachhaltige Nachwuchsarbeit aussehen kann, zeigten Beispiele aus dem GC Meerbusch und dem GC Stahlberg. Schul AGs, Feriencamps, Leihschläger, gezielt ausgebildete C Trainer und abgestimmte Trainingsstrukturen wurden dabei als tragfähige Modelle vorgestellt.
Zum Abschluss verwies Hans-Georg Blümer auf neue Chancen durch den Ausbau der offenen Ganztagsschule ab Sommer 2026. Dauerhafte Kooperationen zwischen Schulen und Clubs könnten helfen, Kinder früh an den Golfsport heranzuführen und sie langfristig in die Clubstrukturen zu integrieren.










