Lich - Das Final Four der KRAMSKI Deutsche Golf Liga bleibt ein Garant für spannenden Golfsport auf höchstem Niveau. Für die Herren des GC Hubbelrath gab es ein Happy End, während die Damen des Clubs aus dem Düsseldorfer Osten bittere Tränen weinten und mit Rang 4 zufrieden sein musste.
Im Kampf um den Titel stand es am Finaltag zwischen dem Titelverteidiger GC Hubbelrath und dem GC St. Leon-Rot nach den Vierern ausgeglichen 2:2. Und auch der Nachmittag schien keine Entscheidung bringen zu wollen. Die Führung wechselte mehrfach zwischen dem Titelverteidiger und dem Herausforderer. Je länger der Nachmittag wurde, desto ausgeglichener schien das Gesamtergebnis zu werden. In Summe stand lange ein 6:6 im Livescoring. Als einige in Gedanken schon bei einem Stechen waren, ging es plötzlich doch alles ganz schnell. Als erstes Duell war das Match zwischen Florian Schmiedel und Christian Schunck entschieden. Der Punkt ging mit 3und2 an Hubbelrath. Beinahe zeitgleich kam das Match zwischen Kenji Nakajima und Martin Knötig zu einem frühen Ende. Diesen Punkt holte Knötig deutlich mit 6und4 für die Kurpfälzer.
Das Finale war auf Bahn 10 gestartet worden und nur eine einzige Partie kam bis zur Tribüne am neunten Loch, der letzten zu spielenden Bahn. Dabei lag in dieser Partie Alexander Matlari zwei Bahnen vor Schluss noch 2auf. Julian Baumeister gewann dann aber die vorletzte Bahn und schnappte Matlari mit einem Eagle am letzten Loch einen wertvollen halben Punkt zum geteilten Match noch weg.
Währenddessen entschied auf Bahn 8 Niklas Jacobi sein Match gegen Steffen Harm mit 3und1 für sich. Auch Frederik Strünker sicherte gegen Max Bögel auf dem Grün der Bahn 8 einen Punkt für Hubbelrath. Routiniers Marc-Christopher Siebiera machte es deutlicher und gewann zeitgleich gegen Christopher Dammert mit 4und3. Der Titelverteidiger hatte es wieder allen gezeigt und erstmals in der noch jungen Geschichte der KRAMSKI Deutsche Golf Liga ist es einer Mannschaft gelungen, den Titel erfolgreich zu verteidigen.
Meistertrainer Roland Becker strahlten nach diesem Triumph über das ganze Gesicht: "Ich war heute Mittag schon sehr froh, dass die Vierer mit 2:2 ausgingen, denn da sah es zwischendurch nicht gut für uns aus. Dann sind wir in den Nachmittag nochmals nicht richtig gut gestartet. Es stand zwischendurch mal 4:8 gegen uns, dann deutlich für uns und kurz darauf wieder klar gegen uns. Das war ziemlich krass. Den Titel verteidigen zu können, ist jedenfalls ein großartiges Gefühl und wir werden das heute ohne Zweifel feiern!"
Im Halbfinale hatte sich Hubbelrath gegen den hohen Favoriten GC Mannheim-Viernheim durchgesetzt. Nach den Vierern am Morgen stand es 2,5:1,5 für die Rheinländer. Viele der Einzelbegegnungen wurden am Nachmittag sehr eng geführt.
Jeremy Paul (GC Mannheim-Viernheim), der am Morgen mit einem Hole-in-one auf Bahn 3 den Schlag der Meisterschaft tat und dafür von Sponsor Audi mit einem TTS Roadster beschenkt wurde, setzte sich gegen Max Herter (GC Hubbelrath) mit 6und5 durch. Julian Baumeister, Kenji Nakajima, Niklas Jacobi und Luis Obiols gewannen ihre Matches, Frederik Strünker hielt sein Match gegen Junioren-Nationalspieler Marc Hammer offen und holte einen halben Punkt. Damit war Viernheim bezwungen,
Roland Becker kommentierte den knappen Sieg mit Erleichterung: "Das war heute ein schwerer Brocken. Unsere Vierer sind gut gelaufen, in den Einzeln haben wir allerdings echt kämpfen müssen. Wir hatten einen guten Tag und Mannheim nicht so. Ich bin sehr zufrieden mit der Teamleistung. Jeder hat seinen Beitrag geleistet und gekämpft!"
Hubbelrather Damen auf Rang 4
Nicht so erfolgreich wie die Herren waren die Damen des GC Hubbelrath. Das Team von Coach Christoph Herrmann traf im Halbfinale auf den GC am Reichswald. Mit 5,5:3,5 entschieden die Nürnbergerinnen dieses Duell für sich. Nicola Rössler, die früher bei Hubbelrath aufgeteet hatte und nun für Reichswald spielt, war nach dem letzten Putt etwas sprachlos: "Wir sind so erfolgreich, weil wir ein Team sind. Da ist auch noch ein Team hinter dem Team. Es ist egal, wer spielt. Jeder spielt für alle und nicht für sich selbst." Die Taktik des Final-Four-Neulings, sich von den legendären Grüns in Lich nicht verrückt machen zu lassen, ist aufgegangen.
Christoph Herrmann gratulierte fair dem Nürnberger Team:"Ich bin etwas geplättet. Ich habe uns den ganzen Tag über in der Lage gesehen, zu gewinnen, aber wir haben es nicht hinbekommen. Wir hätten es gerne besser gemacht, aber Nürnberg hat das sehr gut gemacht. Der Sieg war am Ende sicher auch verdient. Wir waren heute einfach nicht gut genug. Es war eine Tagesformsache, aber es ist auch eine Kunst, an genau dem Tag die Form auf den Platz zu bringen."
Im Spiel um Platz 3 traf Hubbelrath auf den GLC Berlin-Wannsee, der gegen den GC St. Leon-Rot mit 2,5:6,5 verloren hatte. Die Berliner setzten sich in diesem "Kleinen Finale" gegen den GC Hubbelrath mit 5,5:3,5 durch. Dabei hatte Hubbelrath nach den Vierern noch mit 2,5:0,5 geführt und sich dadurch eine gute Ausgangslage für die abschließenden Einzel erarbeitet. Ganz zu Beginn der Einzelmatches lagen auch noch einige Düsseldorferinnen in Front, aber schnell drehte sich das Bild. Mit einem unbändigen Siegeswillen kämpften die Spielerinnen des GLC Berlin-Wannsee und drehte so Match für Match. Am Ende war nur Sophie Hausmann mit 3und1 gegen Hendrika Labsch für Hubbelrath erfolgreich, wobei dieses Match noch nicht zu Ende war, als die gesamte Partie schon verloren war. Die übrigen Matches gingen allesamt an Berlin, teils sogar überraschend deutlich. Zita Arndt zog mit 7und6 gegen Antonia Eberhard den Turbo durch und auch Chris Utermarck gegen Clara Schwabe und Anastasia Mickan gegen Jana Steinau machten es mit 4und3 deutlich. Jeweils auf dem 18. Grün holten Lexi Försterling gegen Merle Kasperek und Lydia Volkmer gegen Samantha Krug mit 1auf die restlichen Punkte für Wannsee.
Die Enttäuschung beim GC Hubbelrath war riesig und niemand konnte kurz nach der Niederlage in Worte fassen, was da gerade passiert war. Das Ziel, den Titel zu holen, war an diesem Wochenende für die Düsseldorferinnen in weite Ferne gerückt und nicht viel war so gelaufen, wie erhofft. Christoph Herrmann redete nach dem Final Four nicht um den heißen Brei herum, sondern traf klare Aussagen: "Das Wochenende war für uns misslungen. Für uns lief es ganz schlecht und wir sind massiv enttäuscht, weil wir mit viel höheren Ansprüchen nach Lich gefahren sind. Viele Erklärungen kann ich so kurz nach dem Final Four nicht bieten. Wir haben sicherlich einiges intern aufzuarbeiten, auch warum es uns zum zweiten Mal in Folge beim Final Four so gar nicht gelungen ist, das abzurufen, was wir eigentlich zu können glauben. Insbesondere über das Ergebnis des zweiten Tages bin ich konsterniert, weil ich eigentlich das Gefühl hatte, dass wir nach der Niederlage gegen Reichswald es ganz gut geschafft hatten, den Kopf hoch zu nehmen. Wir wollten alles versuchen, sind gut in die Vierer rein gekommen und haben dabei auch spielerisch überzeugt. Umso unerklärlicher sind die Niederlagen des Nachmittags. Nach der Frontnine ging es eigentlich alles noch, aber zum Ende hin haben wir fast alle Partien verloren. Wie das genau zustande gekommen ist, kann ich noch nicht erklären. Wir werden das aufarbeiten und uns dann als ein Verlierer erweisen, der die richtigen Lehren daraus zieht und dann mit verbesserten Herangehensweise in der nächsten Saison wieder voll angreift."
Relegation zur 1. Bundesliga
In der Relegation um den Aufstieg in die 1. Bundesliga sind die beiden Westclubs gescheitert. Bei den Damen kämpfte der Düsseldorfer GC mit seinem ganz jungen Team gegen den Club zur Vahr auf verlorenem Posten. Mit 7:2 setzten sich die Favoriten aus Bremen durch, wobei die Mädels von DGC-Coach Jochen Kupitz keineswegs enttäuschten.
Auch bei den Herren war der Club zur Vahr der Stolperstein für den Westmeister der 2. Bundesliga. Die Herren des GC Hösel zogen gegen das Nordteam mit 4,5:7,5 den Kürzeren und müssen nun einen neuen Anlauf nehmen, den Wiederaufstieg zu realisieren.
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