Alveslohe - Die Deutsche Golf Liga 2021 ist mit einem spannenden Finalturnier beendet worden. Final Four ist, wenn die anderen Mannschaften favorisiert sind und der GC Hubbelrath am Ende den Pokal in den Abendhimmel reckt. So auch 2021. Erneut darf sich der Traditionsverein aus dem Düsseldorfer Osten auf dem Club Pokal von Deutschland verewigen.
Der Weg dorthin war steinig, sorgte aber für ein Momentum, wie es nur im Matchplay und nur im Mannschaftssport möglich ist, zu erzeugen.
Im Halbfinale gegen den ehemaligen Serienmeister aus St. Leon-Rot war die Mannschaft um Coach Roland Becker eigentlich schon auf verlorenem Posten, startete dann aber ein schier unglaubliches Comeback und verschob die Entscheidung auf ein Stechen, welches wegen der hereinbrechenden Dunkelheit erst am frühen Morgen des Finaltages durchgeführt werden konnte.
Im Livescoring lag der Favorit aus der Kurpfalz teils deutlich in Front und auch in den letzten drei Matches lagen die Spieler aus SLR in Führung.
Aber Matchplay ist eben, wenn Hubbelrath gewinnt – und dies gerne mit einer Dramatik, die ihresgleichen sucht. Alle drei Matches, die noch gewonnen werden mussten, um überhaupt ein Stechen zu erzwingen, wurden auf dem 18. Grün gewonnen.
Das Momentum war nach dieser famosen Aufholjagd klar auf Seiten der Hubbelrather und reichte bis zum nächsten Morgen.
Die Hubbelrather zogen konzentriert und fehlerfrei ihr Ding durch. Johannes Lube gewann sein Match gegen Petr Hruby nach einer Bahn. Den zweiten Sieg sicherte Luis Obiols gegen Jiri Zuska auf dem zweiten Extraloch, der Finaleinzug war geschafft.
Gegner war kein Geringerer als Rekordmeister und Titelverteidiger Hamburger GC.
Wieder Stehauf-Qualitäten
Im Finale schien sich die Geschichte des Halbfinales beinahe zu wiederholen. In den Vierern stand es über lange Zeit 4:0 für die Falkensteiner. Erst spät drehten die Rheinländer zwei der Matches und schafften es so, mit 2:2 in die Einzel zu starten.
Alle acht Einzel war heiß umkämpft, aber die Waagschale neigte sich im Verlauf des Nachmittags mehr und mehr nach Düsseldorf.
Der Hamburger GC spielte stark, leistete sich aber wenige, kleine Fehler und hatte offenbar in einem emotionalen Halbfinale gegen Mannheim-Viernheim auch zu viele Körner gelassen.
Kurz vor Ende der Finalrunde, als nur noch zwei Matches unterwegs waren, hätte Hamburg ein Comeback benötigt, wie Hubbelrath es am Tag zuvor geschafft hatte. Aber die Männer um Coach Roland Becker machten die Tür nicht mehr auf und holten sich Sieg und Titel. Luis Obiols gewann gegen Jugend-Nationalspieler Constantin Mons sein Match just in dem Moment, als bei der anderen noch laufenden Partie ein lauter Aufschrei der Erleichterung von Johannes Lube kam. Der hatte zwar einen tatsächlich sehr kurzen Putt zum alles entscheidenden Sieg, aber wie Lube später zu Protokoll gab, waren dies der gefühlt längste Putt seines Lebens. Philipp Westermann war mit 2&1 niedergerungen.
In den Archiven steht am Ende ein 7,5:4,5 für den GC Hubbelrath. Roland Becker, Trainer des frisch gebackenen Deutschen Mannschaftsmeister, kommentierte das Final Four kurz nach dem letzten Putt emotional: „Es waren zwei extrem anstrengende und aufreibende Tage. Wir haben eigentlich die ganze Zeit hinten gelegen. Gestern gegen St. Leon-Rot hinten, hinten, hinten - und nur eine kleine Restchance, die uns blieb. Und gegen Hamburg dann erneut der Rückstand in den Vierern. Den konnten wir zumindest wieder aufholen. So ab der Mitte des Nachmittags haben wir all square oder leicht vorne gelegen. Mir war klar: auf die Spieler, die führen, kann ich mich verlassen. Und das fühlte sich gut an.“
Auch Max Herter war nach diesem Titelgewinn sichtlich bewegt: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wir reisen als Team an und sind auf dem Papier immer der Underdog. Wir wissen eigentlich selbst gar nicht, wie wir es immer wieder schaffen, solche Geschichten zu schreiben. Das Final Four ist etwas ganz besonderes im deutschen Golfsport und ganz gewiss auch für uns. Wir sind überglücklich.“
In dem Finale waren zwei hochklassige Teams aufeinander getroffen, die im Sieg und in der Niederlage einen durchweg sportlichen Umgang miteinander pflegen - einer Meisterschaft mehr als würdig. Der GC Hubbelrath ist einmal mehr der Favoriten-Schreck und ist seit Einführung der Deutschen Golf Liga die überragende Mannschaft in der Herren-Konkurrenz.
Ergebnisse Herren
| Halbfinale | |||
| GC Hubbelrath | vs. | GC St. Leon-Rot | 6:6, 2nd EH |
| Hamburger GC | vs. | GC Mannheim-Viernheim | 6,5:5,5 |
| Kleines Finale | |||
| GC St. Leon-Rot | vs. | GC Mannheim-Viernheim | 8,5:3,5 |
| Finale | |||
| GC Hubbelrath | vs. | Hamburger GC | 7,5:4,5 |
Ergebnisse Damen
| Halbfinale | |||
| GC St. Leon-Rot | vs. | Hamburger GC | 4:5 |
| GLC Berlin-Wannsee | vs. | GC München Valley | 6:3 |
| Kleines Finale | |||
| GC St. Leon-Rot | vs. | GC München Valley | 5:4 |
| Finale | |||
| GLC Berlin-Wannsee | vs. | Hamburger GC | 5,5:3,5 |






