Krefeld/Dortmund - Bei den Deutschen Meisterschaften der AK 50 und 65 waren vor einer Woche drei von vier Titeln nach NRW gegangen. Bei den NRW-Meisterschaften setzten sich Susanne Dieners (AK 50) und Jutta Geike (AK 65) nach der Krone der DM nun auch die für den Landestitel auf. Bei den Herren konnte Martin Birkholz seinen Triumph nicht wiederholen und musste sich in der AK 50 mit Rang 6 begnügen.
Das Wetter spielte weder in Krefeld, noch in Dortmund mit. Es war ungewöhnlich kalt und regnerisch, so dass die Meisterschaften für alle Teilnehmer eine Herausforderung war. Der Platz des GC Royal St. Barbaras grenzt unmittelbar an das Trainingsgelände des BVB, so dass am Tag des Pokalfinales und Abschieds der Trainerlegende Jürgen Klopp natürlich in Dortmund viele Gespräche sich rund um König Fußball drehten und passend dazu der Himmel dicke Tränen weinte.
Das sportliche Geschehen in der AK 65 der Damen spitzte sich am Ende extrem zu. Jutta Geike (Bergisch Land), Sigrid Wiechmann (GC Leverkusen) und Beate Gellenbeck (GC Münster-Wilkinghege) lagen nach den beiden Turnierrunden gleichauf und so musste der Titelkampf im Stechen entschieden werden. Auf den beiden ersten Extralöchern gingen die drei Damen gleichauf. Beim dritten Anlauf musste Sigrid Wiechmann passen und so gingen nur noch Jutta Geike und Beate Gellenbeck auf das vierte Extraloch. Der entscheidende Putt war noch einmal wie eine Essenz der Spannung des Tages, denn der Münsteranerin fehlte vielleicht ein halber Zentimeter, um das fünfte Extraloch zu erzwingen. So aber blieb der Ball von Beate Gellenbeck auf der Lochkante liegen und Jutta Geike durfte sich als frisch gekürte Deutsche Meisterin nun auch über den NRW-Titel freuen.
Da das Stechen sich ausschließlich auf den 1. Platz bezog, musste sich die so unglücklich Unterlegene sogar noch mit Bronze begnügen, denn die Silbermedaille wird bei Schlaggleichstand nach den Zählspielrunden im Kartenstechen entschieden. Und hier hatte Sigrid Wiechmann mit einer 85 am Finaltag drei Schläge weniger gebraucht als Beate Gellenbeck. Der Vorsprung zu Rang 4 betrug satte zehn Schläge. In NRW hatten acht Spielerinnen an der Meisterschaft teilgenommen, nachdem bei der Deutschen Meisterschaft auch lediglich zehn Starterinnen im Feld waren. Hier rechnen sowohl der DGV wie auch der Landesgolfverband NRW mit steigenden Teilnehmerzahlen in den nächsten Jahren.
Bei den Herren der AK 65 sicherte sich Jan Wassermeyer aus Bonn-Bad Godesberg den Titel. Die Runden von 80 und 83 Schlägen reichten, um mit einem Schlag vor Michael Kerzmann zu liegen. Der Krefelder hatte konstant zwei 82er-Runden ins Clubhaus gebracht.
Spannend wurde es im Kampf um Bronze. Erst im Kartenstechen setzte sich Dieter Brei durch, weil er am Finaltag mit einer 77 die beste Runde der Meisterschaft gespielt und den einzigen Score unter 80 in die Wertung gebracht hatte. Das Nachsehen gegen den Spieler des GC Bad Salzuflen hatte Ulrich Kortmann (GC Kürten), der an beiden Tagen in etwa gleich gut gespielt hatte (82 und 83 Schläge). 58 Herren waren am ersten Tag in die NRW-Meisterschaften der AK 65 gestartet. Auf eigenen Wunsch wurde von den gelben Tees gestartet, da sich die Teilnehmer so einen selektiveren Verlauf versprachen. Der Platz war trotz des Regens in hervorragender Verfassung und alle Teilnehmer erfreuten sich an einer famosen Gastronomie. Der Vorstand des GC Royal St. Barbaras betonte, dass gerne auch im kommenden Jahr eine solche Meisterschaft wieder in Dortmund stattfinden kann.
AK 50 in Krefeld
Bei den Damen der AK 50 kam in Krefeld keine Spannung auf. Dazu war Susanne Dieners vom gastgebenden Krefelder GC zu überlegen. Nach Runden von 78 und 77 Schlägen hatte die Deutsche Meisterin 17 Schläge Vorsprung auf die Zweitplatzierte. Gisela Wegmann vom GSC Rheine-Mesum reichte nach ihrer 87 in der ersten Runde eine 85 am Finaltag, um sich von Rang 4 noch auf den Silberplatz vorzuschieben. Wegmann hatte am Ende einen Zähler Vorsprung auf Angela Maneke vom GC Mülheim/Ruhr, die Runden mit 85 und 88 Schlägen ins Clubhaus brachte. Cordula Steinemann vom GC Myllendonk fiel mit einer 90 am Finaltag noch aus den Medaillenrängen.
Bei den Herren schafften es die beiden einzigen Spieler mit einem Plushandicap nicht, ihre Favoritenrolle zu nutzen. Martin Birkholz vom Krefelder GC fand sich nach Runden von 76 und 79 Schlägen auf Platz 6 wieder. Für den frisch gekürten Deutschen Meister der AK 50 ist dies sicher eine Enttäuschung. Auch Ulrich Schulte blieb ohne Edelmetall, wenn auch erst nach Kartenstechen. Der Spieler des Bochumer GC ließ nach Runden von 78 und 75 Schlägen dem Präsidenten des Golfverbandes NRW den Vortritt. Ekkehart H. Schieffer vom Westfälischen GC Gütersloh sicherte sich mit Runden von 79 und 74 Schlägen die Bronzemedaille.
Den Heimvorteil nutzen konnte der neue NRW-Meister. Norbert Werber hatte nach einer 80 am ersten Tag noch relativ weit hinten im Klassement gestanden, schaffte es am Finaltag aber mit einer starken 71, die einzige Scorekarte unter Par in die Wertung zu bringen. Dies reichte, um mit einem Zähler Vorsprung den Titel zu gewinnen und Rainer Gödeke vom Aachener GC auf den 2. Platz zu verdrängen. Gödeke hatte Runden von 75 und 77 Schlägen eingereicht.
Auch in Krefeld genossen die Teilnehmer die hervorragenden Leistungen der Gastronomie des Gastgeber-Clubs. Und auch der Krefelder GC lud den Verband ein, auch im nächsten Jahr wieder eine Meisterschaft der AK 50 oder AK 65 in Krefeld auszutragen.
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