Bei den Amundi German Masters, einem Turnier der Ladies European Tour, das im G&CC Seddiner See südlich von Berlin ausgetragen wurde, hat Sophie Hausmann am Finaltag eine Galavorstellung abgeliefert. Die Hubbelratherin wurde damit beste Deutsche in einem stark besetzten Feld und hatte am in der vierten Runde den tiefsten Score auf den Platz zaubert.
Wie schon zum Auftakt, so auch am Finaltag: das Wetter war sommerlich und machte es den Athletinnen und Zuschauern leicht, den Tag zu genießen. Nachdem am Morgen der Start noch wegen Nebels verzögert war, brannte später die Sonne gnadenlos über Brandenburg.
Dass Sophie Hausmann im Endklassement noch den dritten Platz einnehmen würde, war am Morgen noch nicht absehbar. Die Hubbelratherin war vom 19. Platz gestartet und lieferte eine Galavorstellung, die die Zuschauer in schieres Entzücken versetzte. Hausmann, die in der Order of Merit der Epson Tour in den USA derzeit auf Rang 14 steht, kam am Finaltag mit einer überragenden 64 (-8) vom Platz. Mit blitzsauberer Scorekarte knallte die 26-Jährige Birdie nach Birdie auf den Platz und konnte sich auch aus kritischen Situationen mit famosen Schlägen retten. Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, schaute lange Zeit bei der Spielerin des National Team Germany zu und war restlos begeistert von der Leistung, die er zu sehen bekam.
Mit einem Gesamtscore von elf unter Par gelang es Sophie Hausmann, die auch in den Kadern des Golfverbandes NRW gefördert wurde und auch heute noch mit Landestrainerin Alexandra Schleining zusammenarbeitet, zwar nicht mehr, noch in den Kampf um den Titel einzugreifen, aber mit dem dritten Platz wird die Hubbelratherin ein leichtes und motivierendes Gepäck mit zurück in die USA nehmen, wo sie in einer golfverrückten Wohngemeinschaft mit Polly Mack wohnt, die ebenfalls in den USA als Profi unterwegs ist.
Rückenwind für die USA
Den Rückenwind der Amundi German Masters möchte Sophie Hausmann mit hinüber über den großen Teich nehmen: „Ich habe in den letzten Tagen kein schlechtes Golf gespielt. Es waren da halt ein paar Fehler dabei, aber trotzdem bin ich heute mit einer positiven Einstellung in den Tag gegangen und wollte schauen, was hier noch geht. Es war ein Mix aus guten Schlägen ins Grün, nah an den Stock und guten Putts. Es war auch ein Quäntchen Glück dabei, denn es ist auch ein Putt aus mehr als zwölf Metern gefallen. An so einem Tag fällt dieser Putt. Ich habe insgesamt grundsolide gespielt. An der 17 musste ich einmal ums Par kämpfen, aber das war es auch schon. Das Gefühl, an einem solchen Tag auf das 18. Grün zu kommen und soviel Applaus zu bekommen, genau das ist Teil eines Turniers in Deutschland. Das war auch ein Grund dafür, hier herzukommen. Ich hatte mich tierisch auf dieses Event gefreut. Bei den letzten 18 Loch hatte ich mir gesagt, diese zu genießen. Meine Mutter war am Bag, die sehe ich auch nicht mehr so oft. Ein paar Mädels aus meiner Schulzeit waren in den letzten Tagen hier. Das war witzig. Es macht einfach Spaß, wenn ein bisschen deutsches Cheering im Hintergrund ist. Ein paar junge Mädels waren hier, die waren echt süß und haben mich sehr gut angefeuert. Aus schlechten Erfahrungen lernt man, aber eben auch aus guten. Vielleicht ist die Erkenntnis der Woche, auch in den USA einfach mein Spiel zu spielen, denn das ist gar nicht schlecht. Erwartungen angemessen anzusetzen, hilft. Körperlich bin ich fit und dann schauen wir mal, was in den nächsten Monaten in den USA noch geht.“
Neumann tief beeindruckt
Marcus Neumann hatte einen großen Tag für das deutsche Damengolf gesehen und war am späten Nachmittag sehr emotional: „Die Dualität der Ereignisse heute macht mich glücklich, versetzen mich aber auch ins Staunen. Die Runde, die ich hier vor Ort von Sophie Hausmann selbst miterlebt habe, war das beste Golf, was man zeigen kann. Nicht nur, weil es nur glatt lief, sondern auch, wie man eine Situation löst, in der man sich eine ganz besondere Herausforderung stellt. Sehr beeindruckt hat mich, wie Sophie hier gespielt hat. Ich muss gestehen, dass ich Kiki Horder in der Live-Übertragung aus England auch verfolgt habe. Wie sie ihren historischen, in Worte kaum zu fassenden Sieg nach den Anstrengungen der Qualifikation und vielen harten Matches angegangen ist und so von vorne weg marschiert ist, beeindruckt mich tief.“
Carolin Kauffmann vom Marienburger GC verpasste nach Runden mit 74 und 75 Schlägen auf Platz 71 den Cut unglücklich um nur einen Zähler. Auch Sophie Witt vom GC Hubbelrath war am Wochenende nicht mehr dabei. Die junge Athletin hatte am zweiten Tag gesundheitliche Probleme und konnte die Runde kaum zu Ende spielen.
Alle Informationen und Bilder des Turniers





