Die 21. Deutschen Lochspielmeisterschaften im GC Urloffen endeten mit zwei Medaillenerfolgen für Athleten aus NRW: Luisa Hartmann vom GC Aldruper Heide und Cedric Otten vom GC Hubbelrath sicherten sich jeweils Bronze.
Bei frühsommerlichen Bedingungen, zunächst mit teils kräftigem Wind und später mit hochsommerlicher Hitze, wurde die Meisterschaft über vier Tage ausgetragen. Der Platz des GC Urloffen präsentierte sich in sehr gutem Zustand, stellte die Athletinnen und Athleten aber vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Harte Grüns, Doglegs, trockene Spielbahnen und wechselnde Windverhältnisse verlangten präzise Schläge und gutes Course Management.
Hartmann setzt in der Qualifikation das Ausrufezeichen
Luisa Hartmann spielte sich bei den Frauen zunächst über die Zählspielqualifikation in eine hervorragende Ausgangsposition. Nach einer 77 zum Auftakt steigerte sich die Spielerin des Junior Team Germany am zweiten Wettkampftag deutlich und brachte mit 70 Schlägen die einzige Runde unter Par ins Recording. Damit schob sich die Westfälin an die Spitze der Qualifikation.
Entscheidend war dabei vor allem die deutlich verbesserte Präzision bei den Schlägen ins Grün. Hartmann vermied die Probleme aus der Auftaktrunde, in der sie mehrfach in ungünstigen Bunkerlagen gelegen hatte, und nutzte auf der Back Nine zwei Birdies in Folge, um das beste Ergebnis der Qualifikation zu erzielen.
Hartmann zeigte sich nach der Runde zufrieden, ordnete den Platz aber auch klar ein: Die Anlage sei in einem Topzustand, durch die Trockenheit seien die Bälle auf den Grüns aber schwer zu stoppen gewesen.
Im Viertelfinale traf Hartmann auf Anna Bonerz vom Ersten GC Westpfalz. Das Duell zweier Spielerinnen des Junior Team Germany blieb auf der Front Nine zunächst ausgeglichen. Auf den zweiten neun Löchern setzte sich die Athletin des GC Aldruper Heide dann aber immer deutlicher ab und gewann mit 4&3. Damit war die erste NRW-Medaille bereits greifbar.
Dramatisches Halbfinale über 21 Löcher
Im Halbfinale gegen Anjana Cordes vom GC Neuhof sah lange alles nach einem klaren Finaleinzug Hartmanns aus. Die NRW-Spielerin begann furios, gewann Loch um Loch und lag nach acht Bahnen bereits 7auf. Auch nach dem ersten Lochgewinn von Cordes auf Bahn 9 antwortete Hartmann zunächst noch einmal und baute ihre Führung wieder aus.
Dann kippte das Match jedoch in eine kaum erwartete Richtung. Cordes kämpfte sich Loch für Loch zurück und glich auf dem 18. Grün tatsächlich noch aus. Die Entscheidung fiel erst auf dem dritten Extraloch. Dort hatte Cordes das bessere Ende für sich. Für Hartmann war die Finalchance damit nach einem der spektakulärsten Matches dieser Meisterschaft vergeben, die Möglichkeit auf Bronze blieb aber bestehen.
Im Kleinen Finale gegen Maxima Purkart vom GC St. Leon-Rot zeigte Hartmann große Nervenstärke. Auch dieses Match war eng und ging in die Verlängerung. Die Spielerin des GC Aldruper Heide hatte meist knapp geführt und zweimal auf 2auf gestellt, doch Purkart blieb bis zum Schluss im Match und glich auf dem 18. Grün ein weiteres Mal aus. Auf der ersten Extrabahn behielt Hartmann die Oberhand und sicherte sich die Bronzemedaille.
Otten marschiert souverän durch die Vorrunde
Bei den Männern spielte sich Cedric Otten mit einer makellosen Vorrunde in die entscheidende Phase. Der Hubbelrather traf zum Auftakt auf seinen Clubkameraden Laurenz Meifels und setzte sich deutlich mit 4&2 durch. Schon in diesem ersten Match zeigte der Routinier, dass er die Anforderungen des Platzes und des Formats sehr gut annahm.
Auch gegen Raphael Kolbe vom GC Am Reichswald blieb Otten erfolgreich. Kolbe machte auf der Front Nine zunächst Druck und lag längere Zeit in Führung, doch Otten arbeitete sich in das Match zurück, ging auf Loch 9 erstmals selbst in Front und gab diese Führung bis zum 2&1-Sieg nicht mehr ab.
Nach dem dritten Sieg in der Gruppenphase gehörte Otten zu den vier Spielern, die alle Vorrundenmatches gewonnen hatten. Der 26-Jährige, der für den GC Hubbelrath antritt und seit einem halben Jahr am Bundesstützpunkt in St. Leon-Rot als Athletiktrainer für den DGV tätig ist, ordnete den Platz als eher kurz, aber keineswegs einfach ein. Um im Matchplay weiterzukommen, müsse man viele Birdies machen. Seine Schläge ins Grün und sein Spiel vom Tee seien an diesem Tag gut gewesen.
Im Viertelfinale traf Otten auf Max von Borgstede vom GC St. Leon-Rot. Das Match verlief über weite Strecken ausgeglichen. Meist stand es all square oder einer der beiden Spieler führte nur knapp. Erst zwei späte Lochgewinne brachten Otten den entscheidenden Vorteil. Mit 2auf zog der Hubbelrather ins Halbfinale ein.
Bronze nach Birdie auf der 18
Das Halbfinale gegen Leo Böhm vom Münchener GC wurde zu einem hochklassigen Duell auf Augenhöhe. Mal führte der Bayer, mal der Hubbelrather, doch nie lag einer der beiden mehr als 1auf. Nach 15 Löchern war das Match erneut ausgeglichen. Erst auf den Bahnen 16 und 17 setzte Böhm die entscheidenden Akzente und gewann mit 2&1. Otten blieb damit das Finale verwehrt, doch im Spiel um Platz drei wartete mit Moritz Muhl vom Frankfurter GC ein weiterer erfahrener Gegner.
Das Kleine Finale der Männer entwickelte sich zu einem der spannendsten Matches des Schlusstags. Otten und Muhl lieferten sich ein Duell, in dem Birdies nicht automatisch für Lochgewinne reichten. Zweimal ging der Frankfurter in Führung, konnte sich aber nie absetzen. Otten blieb geduldig, hielt alle Optionen offen und übernahm auf Loch 14 erstmals selbst die Führung.
Auf Bahn 16 erhöhte der Hubbelrather auf 2auf, nachdem er das Grün direkt vom Tee angegriffen hatte. Muhl verkürzte mit einem starken Putt noch einmal und hielt das Match bis zur 18 offen. Dort bewies Otten seine Klasse. Mit Birdie gegen Birdie verteidigte er seine knappe Führung und gewann das Match mit 1auf.
Nach dem Erfolg zeigte sich Otten sehr zufrieden. Bronze in einem engen Match zu gewinnen, habe richtig Freude gemacht. Das Niveau sei sehr hoch gewesen. Besonders freute ihn, dass die Spielerinnen des Junior Team Germany mitgefiebert hatten. Das zeige, wie gut er in seiner Rolle am Bundesstützpunkt mit der Gruppe zusammengewachsen sei. Der Sieg fühle sich daher besonders wertvoll an.








