Bad Saarow - Bei den Special Olympics World Games 2023 setzen sich die Krefelder Anna Mannheims und Clemens Schmidt die Krone auf. Insgesamt gibt es für die zehn Spieler aus Deutschland acht Mal Edelmetall.
Vier Tage lang kämpften 182 Teilnehmer um Punkte, Schläge und Platzierungen. Die Spieler der Levels 3 und 5 fanden sich dabei auf einem der anspruchsvollsten Golfplätze Deutschlands wieder: dem Nick-Faldo-Course. Auch in absoluten Maßstäben gesehen, wurde erstklassiger Golfsport geboten.
Beide Goldmedaillen, die vom deutschen Team gewonnen wurden, gingen an Athleten des Krefelder GC: Anna Franca Mannheims und Clemens Schmidt.
Das Golf-Team von Special Olympics Deutschland war in drei der insgesamt fünf Wettkampf-Kategorien unterwegs: Level 1, 4 und 5. Lediglich die beiden Unified-Wettbewerbe fanden ohne deutsche Beteiligung statt. Die Einteilung der Athleten in kleinere Wettkampfgruppen, den sogenannten Divisions, erfolgte nach bestimmten Kriterien.
Der in Division 5 des Levels 1 spielende Lukas Kollmeyer (Bielefelder GC) lag nach Runde drei auf dem dritten Platz. Doch Kollmeyers starke Abschlussrunde ließ ihn mit insgesamt 265 Punkten noch auf den zweiten Platz klettern.
In Division 9 spielte Emily Träm (GC Hösel). Die Rheinländerin hatte starke Spielerinnen gegen sich und ging von Platz zwei aus in die Finalrunde. Am Ende sollte es für sie mit 277 Punkten die Bronzemedaille werden - mit sieben Punkten Distanz zu Silber, aber auch stolzen 13 Punkten Abstand zu Platz vier.
Die Wettbewerbe des Levels 4 wurden auf dem Arnold-Palmer-Course ausgetragen. Im Einzelzählspiel über neun Löcher waren ebenfalls vier deutsche Athleten am Start. Anna Mannheims vom Krefelder GC brachte ihre Führung souverän mit zwölf Schlägen Vorsprung nach Hause. Petra Pithan (Bielefelder GC) behauptete in Division 7 ihren zweiten Platz und gewann mit 215 Zählern (+71) die Silbermedaille.
Absolut erstklassiger Golfsport konnte im Level 5 bestaunt werden. Das 18-Loch-Einzelzählspiel wurde auf dem großen Faldo-Meisterschaftsplatz ausgetragen.
Clemens Schmidt (Krefelder GC), der in Division 3 spielte, ging mit einer Führung in die Finalrunde - und setzte sich am Ende gegen Kent Daniel Danielsen (Norwegen) und den Australier Matthew Curley durch. Schmidt beendete das Turnier mit einer 90er Runde (+18) und insgesamt 364 Schlägen (+76). Damit blieb er acht Schläge vor Danielsen.
Die Siegerehrung wurde von vielen Würdenträgern, Volksvertretern und Prominenten mitgestaltet. Sie überreichten die Medaillen an die Athleten. So auch der frühere Boxer Axel Schulz, selbst passionierter Hobbygolfer. Der gebürtige Bad Saarower war in der Vergangenheit bereits Botschafter für Special Olympics.
„Ich bin vorgestern auch schon hier gewesen. Ich finde es einfach faszinierend. Golf an sich ist schon so eine tolle Sportart. Und was hier geleistet wird, ist wirklich etwas Besonderes, alleine auf dem Faldo-Course. Ich selbst habe den Platz schon ein paar Mal versucht und immer wieder aufgegeben. Jetzt gerade war ich an Bahn 18 - und da wird mal ganz leicht ein Up-and-Down aus dem Bunker gespielt“, war Axel Schulz vom Geschehen sehr angetan.
Auch DGV-Sport-Vorstand Marcus Neumann, der sich am dritten Wettkampftag kurzfristig als Scorer rekrutieren ließ, war beeindruckt: „Erst einmal muss ich sagen: Wenn ich hier ein normales Golfturnier erwartet hätte, wäre ich jetzt eines Besseren belehrt worden. Es ist wirklich alles anders hier. Von den Menschen, die hier teilnehmen. Den Menschen, die das Ganze organisieren. Die Turnier-Modi. Ich bin vor allem von dem helfenden Umfeld stark beeindruckt. Die Orga, die das hier alles ehrenamtlich macht. Und die Athleten. Deren Freude und die Atmosphäre. Die Leichtigkeit in Kombination mit dem Leistungsgedanken. Bei vielen Athleten würde man sagen: Diesen Schlag kann doch jeder schlagen. Ja, kann sein. Aber nicht jeder kann sich darüber so freuen. Auch wenn es für mich ja nur zwei Tage waren, muss ich sagen: Das ist so toll hier und man muss hier mal dabei gewesen sein, um es zu verstehen. Es reicht nicht, einfach nur mal kurz vorbeizufahren. Man muss eintauchen. Die Runde gestern, bei der ich als Scorer dabei war, war da wirklich augenöffnend. Und wenn ich am Ende in die Gesichter schaue: Alle sind glücklich.“
Vor allem Clemens Schmidt und Anna Mannheims waren glücklich und kamen aus dem Strahlen nicht mehr heraus.
Anna Mannheims freute sich sichtlich: „Das ist einfach Wahnsinn. Ich war froh, dass ich meine Simone habe, die für mich als Candy dabei war. Ohne die wäre ich durchgedreht. Und wir hatten wirklich harte vier Tage zu kämpfen. Aber der Sieg jetzt - das ist Wahnsinn, supergeil. Heute Abend werden wir erstmal feiern - und zwar die ganze Nacht bis sechs Uhr morgens!“
Und Clemens Schmidt ergänzte: „Dieses Ergebnis hätte ich mir nicht vorstellen können. Das ist einfach ein unglaubliches, großartiges Erlebnis. Und als ich dann auf dem Podest stand, dachte ich an all die Leute, die hier sind und mich schätzen. Ich muss sagen, ich fühle mich heute wie Bon Jovi. Es ist einfach etwas Bombastisches.“





