Besser hätte Günter Kesslers „Abschieds-Länderpokal" nicht laufen können: Neun junge Mannschaftsmitglieder, von denen nur vier auf Länderpokal-Erfahrungen zurück greifen konnten, stellten sich vorbildlich auf den nicht ganz einfachen Golfplatz des GC Schloß Meisdorf in Sachsen Anhalt ein. Nach 15 gewerteten Ergebnissen ging das Team aus NRW am Ende mit 11 Schlägen Vorsprung als Sieger vor Baden-Württemberg und Hessen hervor.
Insgesamt hatten 12 Mannschaften an diesem Ländervergleich teilgenommen, der als Zählspiel - Brutto über Par - jährlich ausgetragen wird. Von 4 Vierern am ersten Tag gingen die besten 3 in die Wertung. Von den je 8 Einzeln am zweiten und dritten Spieltag zählten die jeweils besten 6 Ergebnisse.
Nach den Vierern am ersten Tag lag NRW mit 2 über Par auf Rang 3. Titelverteidiger Hessen schloss mit 1 unter Par auf Platz 2 ab, und Vorjahres-Vizemeister Hamburg führte mit dem besten Tagesergebnis (-5) von Moritz Guberan und Kim Sierts das Teilnehmerfeld mit 4 unter Par als Team an.
Auch am zweiten Tag reichte Hamburg mit Benedict Staben (-5) das beste Ergebnis des Tages ein und addierte die 6 Einzelergebnisse auf 7 über. Mit insgesamt 3 über Par nach 2 Tagen behielten die Hanseaten die Führung für die finalen Einzel. Die Spieler aus NRW ließen sich jedoch nicht so schnell unterkriegen. Zum Vortag holten sie 3 Schläge gegen Hamburg auf und lagen mit nur 3 Schlägen hinter Hamburg auf Platz 2. Hessen notierte nach den Einzeln weitere 12 Schläge und addierte zur Finalrunde +11 für Rang 3. Baden-Württemberg hatte nach den Vierern und den Einzeln bereits 20 Schläge über Par summiert.
In der Schlussrunde war es das Team aus Baden-Württemberg, dem mit 3 über Par in gewerteten 6 Einzeln eine regelrechte Aufholjagd gelang. Schlaggleich mit Hessen - 23 Schläge über Par - endete die Platzierung zugunsten des Teams aus Baden-Württemberg, welches am letzten Tag 9 Schläge weniger benötigte. Mit ebenfalls +23 nahm Hessen die Bronzemedaille entgegen. Hamburg hatte von den Favoriten den schlechtesten dritten Tag erwischt. 28 Schläge über Par in den sechs gewerteten Einzeln der dritten Runde plus „nur" 3 Schläge beider Vortage bedeuteten für die Hanseaten eine Summe von 31 über Par und damit den eher unerwarteten und undankbaren 4. Platz.
Die Spieler aus NRW, so schien es, hatten sich am besten mit den Platz- und Spielverhältnissen am Schloß Meisdorf arrangiert. Ohne größere Kritik stellten sich die jungen Golfer auf die Situation ein und spielten konzentriert auf. Einige Bahnen luden regelrecht dazu ein, eine risikoreiche Tigerlinie zu wählen. Und auch die Doglegs waren bei kräftigem Wind nicht leicht zu bewältigen. Besserlegen auf den Fairways war erlaubt. Dank zahlreicher Vorcaddies, die vom gut organisierten gastgebenden Golfclub eingesetzt wurden, verlief das Spiel an Tee 1 und Tee 10 jedoch ausgesprochen zügig. Mit diesen Gegebenheiten gelangen den NRW-Spielern Nicolai von Dellingshausen und Christopher Wüst die beiden besten Tagesergebnisse mit -7 und -5. Für ihr Team trugen sie auf diese Weise nicht unerheblich zum Gesamtergebnis bei. Insgesamt 12 Schläge über Par lautete das Endresultat, fast doppelt so viele Schläge (+23) standen für den neuen Vizemeister Baden-Württemberg und für den Drittplatzierten Hessen am Leaderboard.
Nach vier Tagen „Leben im Schloss" hatten die „jungen Könige" ihr Gold ehrlich verdient und durften sich zusätzlich ein Lob ihres begleitenden Landestrainers Günter Kessler einholen. Mannschaftskapitän Erhard Wetterich dankte vor allem den vielen Helfern und der tollen Organisation dieses Ländervergleichskampfes. Mit diesem Sieg hat NRW übrigens zum 15. Mal den Länderpokal gewonnen.
Die Ergebnisse sind zu finden unter www.golfclub-schloss-meisdorf.com und www.golf.de/dgv
Das NRW-Team: Thomas Schneiders, Marc Christopher Siebiera, Maximilian Rottluff, Yannick Bludau, Christopher Wüst, Nicolai von Dellingshausen, Maximilian Mehles, Moritz Hausweiler, Martin Ellsiepen. Kapitän: Erhard Wetterich. Landestrainer: Günter Kessler.






