München - Ein echtes Märchen spielte sich beim Final Four der Deutschen Golf Liga im GC München-Riedhof ab: Der GC Hösel krönte seine erst dritte Teilnahme am Finalturnier mit dem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Silber geht erneut an den benachbarten GC Hubbelrath, der nur knapp an seinem sechsten Titel seit Einführung der DGL, seiner zehnte Deutsche Mannschaftsmeisterschaft insgesamt vorbeischrammte.
Mit einem Team, das sich selbst als Underdog sah, überraschte der GC Hösel durch herausragende Geschlossenheit, unbändigen Siegeswillen und große mentale Stärke. Thomas Schmidt, Laurenz Schiergen und Ulrich Holschbach blieben in sämtlichen Partien ohne Punktverlust, während Tourspieler Jannik de Bruyn als Leitfigur ungeschlagen durch das Turnier marschierte und den Club, der für die Jugendarbeit im Golfverband NRW als Landesstützpunkt eine große Bedeutung hat, auf das oberste Podest führte.
Halbfinale 1: Hösel ringt München nieder
Im ersten Halbfinale traf der Münchener GC vor heimischer Kulisse auf Hösel. Diese Paarung, die kaum spannender hätte verlaufen können. Die Partie zwischen De Bruyn/Zillekens und Somogyi/Walz entwickelte sich zu einem wahren Krimi, der schließlich mit einem geteilten Match endete. Während Krammer/Weiß den ersten Punkt für München einfuhren, legten Schmidt/Schiergen und Toennessen/Holschbach eindrucksvoll für Hösel nach. So ging das Team aus Nordrhein-Westfalen mit einer 2,5:1,5-Führung in die Einzel.
Dort machte sich Hösel früh auf den Weg Richtung Finale: Nick Spillmann gewann mit 3&2, der Münchener Krammer revanchierte sich mit einem 6&4-Erfolg gegen Fynn Wacker, doch Thomas Schmidt (4&3) und Laurenz Schiergen (7&6) sorgten wieder für klare Verhältnisse zugunsten der Ratinger. Den entscheidenden Punkt sicherte schließlich Jannik de Bruyn in einem hochklassigen Duell.
Coach Dawie Stander zeigte sich sichtlich stolz: „Die Jungs haben gezeigt, wie hungrig und ehrgeizig sie sind. Dieses Team strahlt ein enormes Maß an Zusammengehörigkeitsgefühl aus – auch als Underdog. Denn das ist unsere Rolle. Wir haben gezeigt, wie ein Team mit Spielern, die schon Kinder haben, gegen die jungen Wilden bestehen kann. Der Club investiert viel, um das alles möglich zu machen und ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben.“
Halbfinale 2: Hubbelrath souverän
Im zweiten Halbfinale ließ Hubbelrath in der Neuauflage des Finales von 2024 dem Titelverteidiger aus St. Leon-Rot keine Chance. Wernicke/Haberer setzten mit einem 2auf-Sieg ein erstes Ausrufezeichen, Malik/Otten (4&3) und Kretschmann/Glawe (3&2) zogen nach. Riegger/Saunders retteten noch ein Remis gegen Bock/Siemens, der Grundstein war gelegt.
In den Einzeln machten Emil Riegger, Laurenz Meifels und Co. schnell alles klar. Zwar holte Finn Kölle für St. Leon-Rot noch einen Punkt, doch die Partien Carl Siemens gegen Tom Haberer und Nils Levi Bock gegen Wolfgang Glawe endeten geteilt, bevor Meifels mit einem 2&1 gegen Tim Wiedemeyer den Einzug ins Finale besiegelte.
Trainer Alex Schmitt erklärte den Erfolg so: „Wir haben es in einer stoischen Ruhe zu Ende gespielt, das war auch unser Ansatz. Wir wussten, dass es emotional werden kann und wollten uns davon nicht von unserer Strategie abbringen lassen.“
Finale: Die Krönung
Das Finale wurde zum westdeutschen Derby und zur Bühne für einen historischen Triumph des GC Hösel. Schon in den Vierern am Vormittag übernahm das Team um Coach Dawie Stander das Kommando: De Bruyn/Decker, Schmidt/Schiergen und Tönnessen/Holschbach gewannen ihre Matches allesamt. Lediglich Otten/Malik sicherten mit einem späten Punkt gegen Wacker/Spillmann einen Punkt für Hubbelrath.
In den Einzeln war es dann Hubbelraths Tom Haberer, der mit einem 6&5 gegen Paul Borowski verkürzte. Doch Thomas Schmidt (3&2) und Laurenz Schiergen (2 auf) ließen den Traum vom sechsten DGL-Titel für Hubbelrath in weite Ferne rücken. „Ich habe super solide gespielt. Hinten raus wurde es nochmal eng, da Yannick drei Birdies gemacht hat, aber zum Glück konnte ich den wichtigen Punkt holen“, kommentierte Laurenz Schiergen seinen knappen Sieg gegen Yannick Malik.
De Bruyn bringt die Entscheidung
Der Schlussakkord war dem Profi vorbehalten: Jannik de Bruyn lochte auf der 16 zum entscheidenden Birdie. Hösel war Meister. „Ich wusste, der Putt ist zum Sieg, deshalb war Druck drauf, aber zum Glück ist er noch reingefallen“, so de Bruyn, der sich schon auf die Einlösung des Versprechens seines Trainers freute. „Unser Trainer kommt aus Südafrika und hat uns eine Golfreise in seine Heimat versprochen, wenn wir den Titel holen. Das muss er natürlich einlösen“, strahlte der Profi von der DP World Tour.
Stander hält Wort
Dawie Stander war der emotionale Fixpunkt in diesem Erfolg und trotz seiner langjährigen Tätigkeit auch in Hubbelrath eindeutig positioniert: „In dieser Woche bin ich zu 100 Prozent Höseler“, stellte er klar. „Das alles ist unbeschreiblich. Ich bin so froh für diese Mannschaft. Es ist das beste Team, das man sich vorstellen kann. Ich habe jedem das Vertrauen gegeben und jeder hat das getan, was getan werden musste.“
Die Siegerehrung fand noch während der Live-Übertragung statt, der Pokal wurde vom DGV-Präsidenten Claus M. Kobold überreicht. Hösel gewinnt mit 7,5:4,5 und schreibt damit ein neues Kapitel Vereinsgeschichte.
Achselzuckend kommentierte Alexander Schmitt das furiose Finalturnier. „Wir haben eine super Saison gespielt, aber es hat nicht sollen sein“, so der Coach des GC Hubbelrath.
Bei den Damen sicherte sich der GC St. Leon-Rot den Titel. Silber ging an den Stuttgarter GC Solitude. Im Kleinen Finale setzte sich der entthronte Vorjahresmeister vom Hamburger GC gegen den G&LC Berlin-Wannsee durch.
Auch bei den Herren gewann der Meister von 2024 die Bronzemedaille. Im Süd-Duell gewann St. Leon-Rot mit Coach Benjamin Schlichtung gegen den Münchener GC.
Ergebnisse Halbfinale:
GC Hubbelrath vs. GC St. Leon-Rot 8,5:3,5
GC Hösel vs. Münchener GC 7,5:4,5
Ergebnis Finale:
GC Hösel vs. GC Hubbelrath 7,5:4,5








