Zur traditionellen Tagung der Jugendwarte der Golfclubs in Nordrhein-Westfalen waren in diesem Jahr 60 Vertreter aus 43 Clubs nach Mettmann gekommen. Erstmals seit vielen Jahren fand die Tagung nicht im Kosaido GC statt, sondern einen guten Steinwurf entfernt, im Wyndham Garden Hotel.
Jens Hausmann, der Leiter des Ausschusses Spitzensport im Golfverband NRW eröffnete die Tagung und erläuterte, dass das erste vollständige Jahr abgelaufen ist, in dem die neuen Strukturen der Sportförderung im Verband gegriffen haben. Kern aller Maßnahmen sei es, den Athleten in den Mittelpunkt zu stellen.
Erstmals gehört auch Athletiktraining zum festen Programm des Spitzenkaders. Als Physiotrainer ist mit dem sehr erfahrenen Rolf Klöttschen eine Größe dieses Fachgebiets gewonnen worden.
Als neuer Leistungsstützpunkt wurde ganz aktuell der Kölner GC benannt, wo erstmals auch der Frühjahrslehrgang des Kaders stattfinden wird.
Die Betreuung von NRW-Spielern bei Auslandseinsätzen hat sich bewährt. Um Kaderspielern aus NRW den Weg in die Nationalkader zu ebnen, ist dieser internationale Betreuungsaufwand nötig. "Erste Früchte zeigen sich, aber es sind noch weitere Schritte nötig", ist Jens Hausmann mit der Zwischenbilanz durchaus zufrieden.
Einen zweiten Schwerpunkt setzt der GV NRW im Breitensport für Jugendliche. Der Talent-Cup hat erstmals stattgefunden und Lehren aus den Erfahrungen werden gezogen. Der Jugendworkshop im Herbst hatte sich auch damit beschäftigt und einen Arbeitskreis mit Vertretern der Clubs eingerichtet. "Wir begrüßen das sehr", macht Jens Hausmann klar, dass der Verband sehr auf die Kooperation mit den Clubs setzt, um für die Jugendförderung das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Daher wird es auch in diesem Jahr im Herbst wieder einen Workshop geben, der die Jugendarbeit zum Thema hat.
"Im Namen des Golfsports, im Namen der Kinder und Jugendlichen: Vielen Dank für Ihren Einsatz", schloss Hausmann seine Begrüßung der Personen, die sich für die Jugend in den Clubs engagieren.
Als Einstieg in die Tagesordnung gab Hans-Georg Blümer einen Rückblick auf die sportlichen Erfolge im Jahr 2015. Die Bilanz der AK 14- und AK 16-Jungen kann sich sehen lassen, denn jeweils vier Spieler der Top 10 bei den Deutschen Meisterschaften kommen aus NRW. Hervorzuheben sind dabei der AK 16-Meistertitel von Nick Bachem und die Silbermedaille von Laurenz Schiergen (AK 14).
Bei den Mädchen gab es dagegen nur in der AK 14 zwei Spielerinnen aus NRW in der Top 10. "Vor allem bei den Mädchen haben wir also noch sehr viel zu tun", fasst Hans-Georg Blümer die Zahlen zusammen.
Im Länderpokal sind Jungen und Mädchen jeweils erst im Stechen am Finaleinzug gescheitert und haben jeweils die Bronzemedaille gewonnen. In der Friendship-Trophy gab es Platz 2. Hervorzuheben sind auch noch der 4. Platz von Sophie Hausmann bei der Internationalen Amateurmeisterschaft von Deutschland, der zweite Titelgewinn in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga durch die Herren des GC Hubbelrath und das Erreichen des Final Four der Hubbelrather Damen.
Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend gab es vier Medaillen: Der GC Hummelbachaue hat Bronze bei den Mädchen der AK 14 und den Jungen der AK 16 gewonnen. Der Marienburger GC hat sich die Silbermedaille in der AK 16 der Jungen gesichert, ebenfalls Silber gewannen die Jungen des GC Hubbelrath in der AK 14.
Zur Stärkung der Jugendarbeit wurden zahlreiche Maßnahmen angestoßen. Ziele waren vor allem, mehr Kinder für den Golfsport zu gewinnen und die "Karteileichen" zu aktivieren. Die Mitgliederentwicklung bei Kindern bis 12 Jahre spricht aber deutliche Zahlen, dass noch viel mehr Engagement in den Clubs nötig sein wird, um diese Ziele zu erreichen, denn innerhalb von einem Jahr ist die Zahl der Kinder mit einer Vorgabe um fast ein Drittel eingebrochen. "Unsere damaligen Ziele haben wir nach Zahlen nicht erreicht. Aber wir sollten deshalb jetzt nicht Köpfe hängen lassen, sondern jetzt erst recht dafür eintreten, dass wieder mehr Kinder zum Golfsport kommen", so Hans-Georg Blümer.
In Top 2 wird eine Vorschau über Neuerungen zur Wettspielsaison 2016 gegeben.
Die Jugendliga wird unter dem Dach des GV NRW fortgeführt. Anpassungen im Durchführungsmodus finden lediglich in einigen Details statt. So sind auch Nachmeldungen für Spielgemeinschaften möglich. Stefanie Lindemann, die in der Verbandsgeschäftsstelle federführend für die Jugendliga tätig ist, wünscht allen eine gute Saison, damit die Kinder Spaß haben.
Für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft der AK 14/16/18 zählt in 2016 nur noch die Deutsche Jugendrangliste. Die AK 14 spielt dabei in NRW, denn die Landesturniere zählen, wobei je nach Besetzung der Turniere die Punktevergabe unterschiedlich ist.
Der Kids-Cup kann in die offenen Wettspiele der Clubs integriert werden. Ein Wettspiel je Club kommt in die Wertung des GV NRW und wird vom Verband mit Preisen unterstützt.
Hans-Georg Blümer präsentierte wieder das Bild des Ruderachters und stellt den Willen heraus, gemeinsam zu Erfolgen zu kommen. Ein Erfolg sei, dass Sophie Hausmann als Top-Talent des Monats Juli 2015 vom Landessportbund NRW ausgezeichnet worden ist. "Es ist ein Erfolg für den Golfsport, jetzt im Kanon der anderen Sportarten aufzutauchen. Bevor Golf olympisch war, hatte uns niemand auf dem Schirm", so Blümer und betont dabei, dass Erfolg das Erreichen selbst gesetzter Ziele sei. Also müsse man, um Erfolg zu definieren, zunächst die Ziele definieren. Dabei sei es auch immer nötig, die Sichtweise auf das prüfen, was der Golfsport als Erfolg anerkennt. Ziel der Jugendförderung ist es, Kinder und Jugendliche dauerhaft für ein Engagement im Golfsport zu gewinnen, bei dem es auch eine Perspektive auf leistungssportliches Engagement geben soll, um nach nationalen und internationalen Massstäben konkurrenzfähig zu sein.
Erfolg kann aber auch sein, vielen Jugendlichen eine breitensportliche Heimat zu geben, wenn die Zielsetzung so definiert wurde.
In Top 3 werden die Ergebnisse der Analyse im Qualitätsmanagement vorgestellt.
Die Clubs aus NRW, die Jugendarbeit betreiben, haben überwiegend wie im Bundesdurchschnitt agiert und entsprechende Gold-, Silber- und Bronzeauszeichnungen bekommen. Dabei wurden neun Handlungsfelder betrachtet und von einem Auditor beurteilt. Wertung und Wichtung der Handlungsfelder lassen sich durchaus hinterfragen. "Ich möchte für die Sichtweise sensibilisieren, was je Club als Erfolg gesehen werden kann. Wir sollten auch die Clubs achten, die sich vielleicht Ziele unterhalb eines Titelgewinns bei einer Deutschen Meisterschaft setzen", so Hans-Georg Blümer.
Kritisch wird vom Plenum angemerkt, dass die gestellten Fragen zur Bewertung teils fragwürdig seien, weil die Inhalte mitunter absurd sind und auch Antworten bei Fragen nicht vergleichbar seien.
Die Clubs werden gebeten, Fehler und Schwächen, die aus ihrer Sicht im Qualitätsmanagement auftauchen, zu benennen und an den Verband zu schicken, damit dieser im Sportrat entsprechend agieren kann.
Ziel des Deutschen Golf Verbands sei es, die Clubs zu fördern, wo besonders viele Leistungsgolfer geschult werden. Das Prinzip der Gießkannenförderung hat sich dagegen über viele Jahre nicht so bewährt.
Jens Hausmann bittet die Clubs, Erfahrungen mit Auditoren an den GV NRW zu senden. Das Feedback sei wichtig. Änderungsvorschläge für die Gestaltung des Qualitätsmanagements bittet Hausmann, direkt an den DGV zu senden und den GV NRW in Kopie zu beschicken.
Als Top 4 wird das Regionalkonzept (Talent-Cup/Kids-Cup) vorgestellt. Ein Probelauf für die konkrete Umsetzung hat am 27.2.2016 in Refrath stattgefunden. Ziel war, alles so einfach wie möglich zu gestalten, damit möglichst viele Clubs und Kinder mitmachen.
Die Übungen und kleinen Wettbewerbe sollen auf Clubebene ausgetragen werden. Die Ergebnisse meldet der Club an den Verband, der zu den Regionalfinals und letztlich zum Landesfinale Am Alten Fliess einlädt. Je Club sollen jeweils die besten drei Jungen und Mädchen zu den Regionalfinals entsandt werden. "Wir hoffen, dass die Beteiligung durch die Vereinfachung wächst", so Hans-Georg Blümer.
Jonathan Rheinländer vom GLC Köln stellt die einzelnen Übungen kurz vor, die beim Talent-Cup gemacht und bewertet werden. Wichtig sei, die athletische Grundausbildung früh zu starten, weil Defizite nachher viel schwerer auszugleichen sind, so Rheinländer.
Der in der Ausschreibung genannte Meldeschluss ist nicht das Datum, an dem die Namen und Ergebnisse der Kinder durchgegeben werden müssen, sondern nur die Teilnahme des Golfclubs an den Verband gemeldet werden soll. Die Meldung der Ergebnisse der Kinder wird viel später im Jahr erfolgen.
Zum Abschluss der Tagesordnung wird Lutz Pleines für sein großes Engagement in der Jugendliga geehrt. Seit 2001 hat sich Pleines für die Jugendlichen eingesetzt und aus seiner Idee ist heute eine Liga mit 144 Mannschaften entstanden, in der mehr als 1.100 Kindern im Wettbewerb spielen.
Jens Hausmann bedankte sich bei Lutz Pleines vor allem im Namen der Kinder und Jugendlichen, aber auch im Namen des GV NRW.
Lutz Pleines freute sich über die Anerkennung: "Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht. Kids fangen jung an und entwickeln sich, wie zum Beispiele Martin Kaymer und Caroline Masson. Die Basisarbeit ist wichtig, damit sich Spitzenspieler entwickeln können. Ich danke dem Golfverband NRW für die gute Zusammenarbeit."
Anschließend überreichte Jens Hausmann den Clubs, die Landesleistungsstützpunkte des Landessportbundes sind, große und auffällige Tafeln. Der GC Teutoburger Wald, der Marienburger GC, der GC Bergisch Land, der GC Hösel und der GC Münster-Tinnen können diese Schilder als deutlich sichtbares Zeichen am oder im Clubhaus aufhängen. Der Kölner GC muss noch etwas Geduld haben, denn die Ernennung zum Stützpunkt ist noch so frisch, dass der LSB diese noch anerkennen muss.
Stefanie Lindemann bittet die Clubs, alle Termine Offener Jugendturniere der Clubs an den GV NRW zu melden, damit diese veröffentlicht werden können.
Jens Hausmann schließt die Tagung der Jugendwarte mit den besten Wünschen für eine wunderbare Saison 2016 und viele lachende Kinder auf dem Platz.
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