Abu Dhabi - Wenn ein Profi beim ersten Turnier des Jahres einen 3. Platz erreicht und nur zwei Schläge hinter dem Sieger liegt, ist dies normaler Weise eine absolute Erfolgsmeldung. Die meisten Spieler der Welt wären sicher auch sehr glücklich mit einem Preisgeld-Scheck über rund 143.000 Euro zum Start ins Golfjahr 2015.
Doch wie anders ist die Wahrnehmung eines solchen Ergebnisses, wenn der Drittplatzierte vom Start weg in Führung gegangen ist und auf der Frontnine der Finalrunde zehn Schläge Vorsprung auf die Verfolger hatte! Zum Auftakt der Abu Dhabi Golf Championship hatte Martin Kaymer die beste Runde der gesamten Meisterschaft vorgelegt. 64 Schläge (-8) waren eine Ansage des Spielers, der dieses Turnier zuvor schon dreimal gewinnen konnte. Seiner starken 64 legte Kaymer Runden mit 67 und 65 Schlägen nach. In die Finalrunde startete der Spieler, der auch in den Kadern des Golfverbandes NRW gefördert wurde, mit einem satten Polster von sechs Zählern auf den Belgier Thomas Pieter.
Auch am Finalsonntag schien alles in bester Ordnung und der Sieg des Rheinländers nur noch Formsache zu sein. Mit Birdies auf den Bahnen 1, 2 und 4 verbesserte sich der ehemalige Weltranglistenerste auf -23 für das Turnier. Zehn Schläge Vorsprung auf den ersten Verfolger hatte sich der Deutsche, der Ende Dezember 30 Jahre alt geworden war, bis dahin heraus gespielt.
Ein Bogey auf Bahn 6 hätte Kaymer locker wegstecken können und auch nach seinem Doppelbogey auf Bahn 9 lag er noch immer mit vier Schlägen satt in Front. Bis dahin hatte sich Gary Stal schon mit vier Birdies an die Spitze heran gekämpft. Als der Franzose zum Auftakt der Backnine noch zwei Birdies folgen ließ, war der Vorsprung von Martin Kaymer auf nur noch zwei Schläge geschmolzen und es kam doch noch Spannung auf.
Zum Verhängnis wurde dem Deutschen letztlich ein Triplebogey auf Bahn 13. Die Führung war verloren und da Kaymer nicht mehr kontern konnte, ging der Titel nach Frankreich. Stal hatte mit -19 am Ende zwei Schläge weniger gebraucht als Martin Kaymer. Auf den zweiten Platz vorgeschoben hatte sich noch Rory McIroy.
Der Auftakt des Desert Swings am Persischen Golf war mit einem nicht mehr erwarteten Ergebnis zu Ende gegangen. Martin Kaymer selber kommentierte das Geschehen des letzten Tages auf seiner Facebook-Seite recht gefasst: „Momentan bin ich noch etwas schockiert. Dennoch kann ich viel Positives aus der Woche mitnehmen, ich habe drei Tage sehr gut gespielt. Heute sind meine schlechten Schläge aber hart bestraft worden."
Hart, sehr hart sogar. Hoffentlich nimmt der Spieler aus NRW die guten drei Tage mit in den Rest der Saison und lässt den einen schlechten Tag in Abu Dhabi liegen.
Erfreulich verlief das Wochenende für Max Kieffer. Der 24-Jährige Spieler aus NRW beendete das Turnier mit einer 69 und einem Gesamtscore von -10. Der geteilte 26. Platz und rund 22.000 Euro waren der verdiente Lohn. Dem Fernsehsender Sky sagte Kieffer, der vor dieser Saison eine Zusammenarbeit mit Ted Long als neuem Trainer aufgenommen hatte: "Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Ich konnte viel von dem umsetzen, was ich im Winter trainiert habe."
Der Desert Swing geht ohne Pause unmittelbar weiter. Bei der Commercial Bank Qatar Masters in Doha werden mit Marcel Siem, Max Kieffer, Dominic Foos und Moritz Lampert erneut vier Spieler des Golf Team Germany antreten. Foos und Lampert waren in Abu Dhabi mit jeweils +2 um vier Schläge am Cut gescheitert.
Martin Kaymer wird erst eine Woche später, beim Dubai Desert Classic, dem Schlussturnier des Desert Swing wieder am Start sein.
stebl´
<link http: www.golfteamgermany.de turnier items abu-dhabi-hsbc-golf-championship.html _blank>Weitere Informationen




