Nun hat es auch die Nordstaffel der 1. Bundesliga in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi erwischt. In Düsseldorf beim GC Hubbelrath konnte der dritte Spieltag nicht wie geplant beendet werden, weil Gewitter und Starkregen am Nachmittag ein sicheres und reguläres Spiel verhinderten. Somit zählt für die Tabelle das Ergebnis der Einzel, die am Morgen durchgezogen werden konnten.
Christoph Herrmann, Coach der Damen des Gastgebers stand am Morgen mit sorgenvollem Blick ins Livescoring auf dem Platz und beobachtet gleichzeitig seine Mädels. Was Herrmann sah und den Puls erhöhte: Der Hamburger GC legte einen Blitzstart hin. Kurz nachdem alle Damen gestartet waren, tauchte Falkenstein an der Spitze des Leaderboards auf. Nachdem Ulrike Tidow auf Bahn 12, ihrer dritten gespielten Bahn einen Eagleputt wie auf Schienen versenkt hatte, stand der HGC mit -6 für die Teamwertung ganz oben.
Zu dem Zeitpunkt waren die Hubbelrather Damen noch nicht ganz auf der Höhe und rangierten mit +5 sogar nur auf Rang 3 - vier Zähler hinter Aufsteiger Hummelbachaue und nur einen Zähler vor dem Titelverteidiger Wannsee.
Doch das Bild aus der Frühe sollte sich noch mehrfach kräftig drehen. Während die Hanseaten Schlag für Schlag abgeben mussten, holte Hubbelrath auf und übernahm erstmals die Spitze, als Hamburg bei +2 lag. Die Nordlichter kamen noch einmal zurück und verbesserten sich wiederum auf -3, konnten den guten Gesamtscore aber nicht bis ins Clubhaus retten. Während sich Hubbelrath auf eine immens ausgeglichene Mannschaftsleistung verlassen konnte und als schlechtestes Einzelergebnis eine 73 (+1) von Merle Kasperek in die Wertung nehmen musste, tauchte bei Hamburg zweimal die 76 (+4) auf. Unter dem Strich hatte Falkenstein vor den Vierern zwei Schläge über Par auf dem Konto, obwohl mit Lilly Köster (69/-3), Esther Henseleit (70/-2) und Miriam Emmert (71/-1) gleich drei Spielerinnen den anspruchsvollen Ostplatz in Hubbelrath unter Par gemeistert hatten.
Clara Schwabe brachte mit einer 70 (-2) den besten Hubbelrather Score in die Wertung. Auch Samantha Krug blieb mit ihrer 71 (-1) unter Par. Even Par unterschrieben Antonia Eberhard und Anna-Theresa Rottluff. In Summe war die Mannschaftsleistung der Gastgeberinnen ausgeglichener und so stand erstmals in dieser Saison für ein Team nach den Einzeln ein Gesamtscore unter Par.
Hubbelrath-Coach Christoph Herrmann konnte sich am Mittag deshalb auch etwas entspannen, obwohl die Vierer noch ausstanden. Dass das Wechselbad der Gefühle nicht weiter ging, lag an mehreren Gewitterfronten. Der Deutsche Wetter Dienst hatte eine Unwetterwarnung herausgegeben und als Gewitter und Starkregen über den Platz zogen, unterbrach die Spielleitung um 15.10 Uhr zunächst das Wettkampfgeschehen. Es kam in Hubbelrath dicke. Der Regen war so kräftig, dass insbesondere Grün 6 unter Wasser stand. Regulär wäre nicht mehr zu spielen gewesen. Nachdem die Entwicklung mehr als eine Stunde beobachtet worden war und die Vorhersage für die nächsten Stunden noch weitere Regenfälle sahen, entschied die Spielleitung gegen 16.30 Uhr, den Spieltag vorzeitig zu beenden und eben die Ergebnisse der Einzel als Klassement für diesen dritten Spieltag zu werten. Selbst wenn man die Spieler noch einmal auf den Platz gelassen hätte, wären vor 21.30 Uhr nicht alle Athleten zurück im Clubhaus gewesen- auch angesichts von teilweise mehr als 500 Kilometer Fahrtstrecke mehr als heikel. Ausschlaggebend für den Abbruch des Spieltags war aber einzig die Wetterlage und die Situation auf dem Platz, die es nicht ermöglichten, regulär die Vierer zu Ende zu bringen.
Der GC Hummelbachaue war sehr gut in den Tag gestartet und lag kurzzeitig sogar auf Platz 2. Nach und nach kamen aber einige höhere Nummern auf die Scorekarten des Aufsteigers aus Neuss und so kamen neben der ganz starken 70 (-2) von Anna Ruttert auch einige höhere Ergebnisse in die Wertung. Nach den Einzeln betrug der Rückstand auf Gatow aber nur einen einzigen Zähler, so dass HBA noch Hoffnung hatte, in den Vierern das Blatt zu wenden.
Dennis Arnold, der Coach des Teams von der Hummelbachaue war natürlich enttäuscht, dass die Vierer nicht mehr gespielt werden konnten: "Das ist ärgerlich, denn wir hatten uns in den Vierer gut gefühlt. Anna Ruttert und Verena Gimmy waren gut gestartet, das wäre bestimmt ein guter Vierer für uns geworden. Wir haben in den Einzeln recht solide gespielt und sind jetzt ein bisschen enttäuscht, den Punkt an Gatow mit einem Schlag Rückstand abzugeben. Wir werden jetzt alles geben, dass wir in Gatow gut mithalten können und dort zwei Punkte zu holen, um gute Chancen zu haben, an unserem Heimspieltag die Liga zu halten. Wir lassen die Köpfe nicht hängen!"
Das Fazit des Siegers dieses Spieltags fiel sportlich fair aus. "Natürlich ist es für die anderen Mannschaften nicht optimal, dass die Vierer nicht mehr gespielt werden konnten. Aber meine Mannschaft hat sich als sehr homogene Einheit präsentiert. Wir haben in der Breite gezeigt, wie stark wir sind. Auf diesem selektiven Platz ist das schon beeindruckend, so viele niedrige Scores in der Wertung zu haben. Dadurch können wir kompensieren, wenn dann eine Spielerin doch mal nicht so gut unterwegs ist", war Christoph Herrmann froh, den Tagessieg im Heimspiel eingefahren zu haben. Gerade bei dem Club, der immer hohe Erwartungen an die Teams hat, ist ein Heimsieg besonders wichtig. "Wenn so viele Mitglieder, Vorstände und auch die Sponsoren da sind, ist der Druck schon hoch. Man will sich als Damenteam dann besonders gut zeigen. Wir sind deshalb besonders froh. Das war eine Superleistung von ganz vielen", zollt Herrmann seinem Team größten Respekt.
Auf dem Weg zum Final Four ist damit zwar noch keine Vorentscheidung gefallen, aber durch den Heimspiel erhofft Hubbelrath sich weiteren Rückenwind für die beiden noch ausstehenden Spieltage in Gatow und an der Hummelbachaue.
Auch bei den Herren siegt Hubbelrath
Nach einem wetterbedingten Turnierabbruch stehen auch die Herren des GC Hubbelrath als Tagessieger fest. Mit einem großen Abstand von 17 Schlägen folgt der Hamburger GC. Den G&LC Berlin-Wannsee, den Frankfurter GC und den Marienburger GC trennen gerade einmal vier Schläge voneinander. Die Beste Runde des Tages spielte Niklas Adank (Hamburger GC) mit 64 Schlägen (-8).
Für das Spieltagsergebnis wurden nur die Einzelrunden gewertet. Diese konnten immerhin vollständig durchgespielt werden. Als Tagessieger kassierte Gastgeber Hubbelrath fünf Punkte auf dem Weg zur Titelverteidigung. Die Mannschaft von Coach Roland Becker dominierten das Feld mit einem klaren Vorsprung. Fünf der acht Einzelpartien beendet Hubbelrath mit Unter-Par-Ergebnissen. Frederik Strünker konnte sogar eine großartige 66 (-6) unterschreiben, obwohl er seine Runde mit einem Bogey begann. Hubbelrath brachte am Vormittag insgesamt „acht unter" in die Wertung. Coach Roland Becker war mit dem Abschneiden auf heimischem Terrain glücklich: "Das Final Four ist auf jeden Fall erreicht - darüber freuen wir uns sehr. Jetzt wird natürlich weiter trainiert und vorbereitet. Trotzdem hätten wir die Vierer heute gerne noch gespielt - wir hatten unseren guten Tag und waren sehr gut unterwegs. Das hätten wir gerne auch über die volle Distanz gezeigt."
Auf Rang 2 folgen die Herren des Hamburger GC sichtbar abgeschlagen mit 9 über Par. Dabei konnten die Hamburger heute auf einen unglaublich starken Niklas Adank bauen. Der spielte ganze 8 Schläge unter Par und kam mit einer 64 ins Clubhaus zurück. Gemessen an den sich rapide verschlechternden Spielbedingungen - denn Adank spielte in einer der letzten Spielgruppen - ist das Ergebnis absolut bemerkenswert. Keinen einzigen Schlagverlust erlaubte sich der Hansestädter.
Auf den hinteren Plätzen 3 bis 5 ging es eng zu. Auf Rang 3 spielten sich die Aufsteiger des GLC Berlin-Wannsee (+17). Der Frankfurter GC folgt mit +19. Den letzten Platz belegten am dritten Spieltag die Herren des Marienburger GC. Das junge Team um Coach Peer Sengelhoff hatte sich für diesen Spieltag das Erreichen des dritten Platzes vorgenommen. Entsprechend enttäuscht waren die Kölner, nachdem sie mit 21 über Par so dicht an den Vorplatzierten lagen. Peer Sengelhoff meinte: "Klar sind wir enttäuscht, aber es hat natürlich auch an uns gelegen, zumal wir in den Einzeln nicht gut genug waren. Wir hätten in den Vierern gerne die Möglichkeit bekommen, doch nochmal ranzukommen und uns nach oben zu spielen. Tendenziell sind die Vierer unsere Stärke - das haben wir auch schon an den ersten beiden Spieltagen und auch bei den NRW-Mannschaftsmeisterschaften gezeigt. Aber es hat nicht sein sollen."
Für die KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi geht es am 17. Juli 2016 weiter. Dann sind die Herren der 1. Bundesliga-Herren Nord zu Gast im Frankfurter GC, die Damen treten beim Berliner GC Gatow an.
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