Bei den Deutschen Lochspielmeisterschaften gab es 2015 keinen Medaillenregen für Spieler aus dem Bereich des Landesgolfverbandes NRW. Während im Vorjahr beide Meistertitel nach NRW gegangen waren, konnte in diesem Jahr nur Nicolai von Dellingshausen seine Bronzemedaille verteidigen.
Titelverteidiger Claas-Eric Borges vom GC Essen-Heidhausen war auf dem wunderbaren Platz des Frankfurter GC nicht am Start. Somit war klar, dass es bei den Herren einen neuen Deutschen Meister geben wird.
Bei den Damen gelang es Merle Kasperek ziemlich souverän, ihre Vorrundengruppe zu beherrschen und so zog die Hubbelratherin ins Viertelfinale ein. Hier traf die Titelverteidigerin auf Leonie Harm. Gegen die amtierende Deutsche Zählspielmeisterin war an diesem Tag kein Kraut gewachsen und so schied Merle Kasperek mit 4und3 aus dem Titelrennen aus.
Auch für Anna-Theresa Rottluff war der Traum von einer Medaille im Viertelfinale ausgeträumt. Gegen die erst 13-jährige Nina Lang, die eine famose Meisterschaft spielte und am Ende den Einzug ins Finale nur knapp verpasste, unterlag Mucki Rottluff mit 2und1.
Am Ende reichte es für Merle Kasperek für Rang 6, nachdem sie sich im letzten Match gegen Isabel Gadea (GC Hösel) auf dem 18. Grün geschlagen geben musste. Isabel Gadea hatte eine gute Meisterschaft gespielt und war im Viertelfinale an der späteren Meisterin Amina Wolf nur denkbar knapp mit 2und1 gescheitert.
Im Spiel um Platz 7 setzte sich Anna-Theresa Rottluff mit 1auf gegen die Berlinerin Zita Arndt durch.
Im Finale der Damen setzte sich Amina Wolf nach einem zum Ende hin noch sehr spannenden Match mit 1auf gegen Leonie Harm, ihrer Teamkollegin aus dem National Team Germany durch. Bronze gewann Franziska Friedrich, ebenfalls aus dem National Team Germany, mit 2und1 gegen Nina Lang.
Bei den Herren hat Nicolai von Dellingshausen seine beeindruckende Serie fortgesetzt und sich bereits die dritte Medaille gesichert. Nachdem er 2013 Deutscher Meister war, hat er nun seine Bronzemedaille verteidigt. Nach dem Sieg in der Vorrunde traf der Hubbelrather auf einen anderen Routiniers. Gegen den SLR-Spieler Christian Schunck setzte sich von Dellingshausen mit einem knappen 1auf durch. Dramatisch verlief das Halbfinale, in dem der Düsseldorfer auf Christopher Carstensen traf. Erst auf dem 20. Loch konnte der Hanseat einen kleinen Patzer seines Kontrahenten nutzen, als Nicolai von Dellingshausen seinen Drive etwas nach rechts verzogen hatte und dadurch das Grün nicht direkt attackieren konnte.
Im Kleinen Finale kam es zu einem rheinischen Duell. Der Hubbelrather traf auf Frederik Strünker. Der Spieler des GLC Köln war mit einem glatten 3und2-Sieg gegen Pascal Schneider ins Halbfinale aufgestiegen. Dort traf Strünker auf den späteren Deutschen Meister Raphael Geißler und lieferte sich mit dem Youngster des Junior Team Germany ein sehenswertes Duell, was auf dem 17. Grün mit einem 3und1-Sieg für das Talent des GC St. Leon-Rot endete. Das Rheinische Duell endete mit einem letztlich recht klaren 3und2-Sieg für den Altmeister. "Ich glaube, dass ich meine Nerven gut zusammenhalten kann und die richtigen Schläge in der passenden Situation machen kann", erklärte der Hubbelrather seine Erfolge im Matchplay. Das Niveau der DLM sei hoch gewesen, aber Nico von Dellingshausen fand es schade, dass so früh im Jahr die College-Spieler, wie zum Beispiel Max Rottluff noch nicht dabei sein können.
Max Mehles hatte seine Vorrunde schadlos überstanden und lieferte sich im Viertelfinale ein Match, das gut und gerne auch eines Finales würdig gewesen wäre. Gegen Raphael Geißler unterlag der Hubbelrather mit 1down auf dem 18. Grün und konnte sich danach durch einen 8und6-Kanteriseg gegen Pascal Schneider und einen hart erkämpften 2auf-Sieg gegen den jüngsten Teilnehmer noch Rang 5 erkämpfen. Marc Hammer vom GC Mannheim-Viernheim hatte vorher mit grandiosem Spiel geglänzt und so war keineswegs sicher, dass Max Mehles gegen den 16-Jährigen gewinnen würde.
Fairness und Sportsgeist
Oft hat man bei den Deutschen Lochspielmeisterschaften große Emotionen gesehen. In diesem Jahr war dies in den Finalmatches am Ende nicht ganz so der Fall, weil in beiden Matches nicht die Sieger den letzten Putt machten, sondern Leonie Harm (GC St. Leon-Rot) und Christopher Carstensen (Falkenstein) einen Ball nicht versenken konnten. In einer solchen Situation wird in einer Sportart, in der Fairness und Sportsgeist besonders groß geschrieben werden, nicht euphorisch gejubelt. Ganz sicher werden sich die Meister aber in den kommenden Tag dessen bewusst, was sie geleistet haben - und werden wohl mit einem Dauergrinsen zum Training auf die Driving Range gehen.
<link http: www.golf.de publish dgv-sport turnierspecials lochspielmeisterschaft _blank>Alle Ergebnisse und viele Bilder der DLM 2015 finden Sie hier.
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