Irgendwie zeichnet der Willy-Schniewind-Mannschaftspreis jedes Jahr eine ganz spezielle Spannungskurve auf. Es liegt in der Natur dieser Meisterschaft, dass sich in der 1. Liga nur die besten Teams aus NRW begegnen. Durchweg hervorragendes Golf ist also eine feste Komponente. Im Eifer des Teamgeistes spielt der Eine oder Andere auch schon einmal eine sensationelle Zählspiel-Runde. Und schließlich haben die entscheidenden Lochspiele ohnehin eine eigene Dynamik. Bei diesem zeitlich eng gesteckten Event hat sogar das Wetter Entscheidungsgewalt. Und wenn zu guter Letzt, wie im vergangenen Jahr, erst ein knapp zweistündiges Stechen über Sieg oder Niederlage bestimmt, dann kann über mangelnde Spannung keineswegs geklagt werden…
In diesem Jahr wurden gleich am ersten Tag in der Zählspielqualifikation spektakuläre Ergebnisse eingereicht. Sommerliche Temperaturen, kein für den Alten Fließ typischer Wind und recht trockene Fairways nutzten gleich 16 Spieler/innen für Runden unter Par. Dabei lieferte Caroline Masson vom GC Hubbelrath eine historisch einmalige 62 ab (10 unter Par) ab. In der Mannschaftswertung trug die Nationalspielerin mit diesem Ergebnis zur Führung Hubbelraths mit 8 unter Par bei. Titelverteidiger Düsseldorf notierte +1 und der Aufsteiger des Vorjahres, Gütersloh, preschte mit +9 gleich auf den 3. Platz. Der GC Hösel, der im vergangenen Jahr überraschend Rang zwei belegte, sicherte sich mit +12 erneut eine Chance auf Edelmetall. Auf 5 bis 8 folgten Marienburg (+13), Schmitzhof (+15), G&LC Köln (+22) und Bergisch Land (+24).
In den Lochspielbegegnungen um den Klassenerhalt am zweiten Tag konnten zunächst die Vierer ausgetragen werden, bevor sich der Himmel nach unangenehmer Schwüle zu einer Gewitterfront formierte. Zwar wurden die Einzel noch gestartet – beendet werden konnten am Samstag jedoch nur einige Viererpartien. Kräftige Blitze und grollende Donner machten eine Fortsetzung des Wettspiels unmöglich. Pech besonders für die vier Mannschaften, die um den Klassenerhalt spielten. Denn nach Beendigung der Einzel wäre für sie das Wettspiel beendet gewesen. Zurück ins Hotel also, oder alternativ in aller Frühe am Sonntag den Weg zum Alten Fließ antreten. Denn die Wettspielleitung hatte beschlossen, die Einzel am Sonntag zum Abschluss zu bringen.
Am Sonntagmittag standen die Zwischenergebnisse fest: Marienburg hatte 3 Vierer und 4,5 Einzel gegen Bergisch Land gewonnen, so dass Bergisch Land mit 4,5 zu 7,5 als erster Absteiger fest stand. Das Team vom GLC Köln lag nach den Vierern zunächst mit 1,5 zu 2,5 zurück, legte bei den Einzeln jedoch erheblich zu. Mit insgesamt 7 zu 5 erreichten die Kölner den Klassenerhalt, während die Mannschaft vom Schmitzhof im kommenden Jahr neben Bergisch Land in der 2. Liga starten wird.
In der Gruppe der Titelanwärter traten Hubbelrath gegen Düsseldorf um Rang 1 und 2 an, während Hösel und Gütersloh um die Bronzemedaille kämpften. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung durch das Gewitter am Vortag entschied die Spielleitung, das Finale nur in Form der Einzel-Lochspiele auszutragen. Auf die Vierer wurde also verzichtet.
Beim Spiel um Platz 3 motivierte und unterstützte Trainer und Kapitän Christian Niesing sein junges Team mit dem Ziel, auch in diesem Jahr Edelmetall mit nach Hösel bringen zu können. Die Mannschaft aus Gütersloh musste sich am Ende deutlich geschlagen geben und landete mit 5,5 zu 2,5 auf dem vierten Platz. Die Bronzemedaille ging an Hösel, den Vizemeister vom Vorjahr.
Die einzelnen Begegnungen der Titelanwärter Hubbelrath und Düsseldorf fielen zunächst ausgeglichen aus. Nachdem Caroline Masson (Hubbelrath) wie bereits am Vortag ihre Begegnung nach dem Motto „kurz und schmerzlos“ bereits am 13. Grün gegen Robin Nehring für sich entschieden hatte, bedeutete Ferdinand Webers knapper Sieg gegen Norman Laschewski den Finalsieg für das Hubbelrather Team, Die beiden letzten Partien brauchten nicht bis zum Ende ausgetragen werden. Mit 4,5 zu 3,5 ging die Goldmedaille verdient an den GC Hubbelrath.
Bereits 2007 konnte sich Hubbelrath im „Städteduell“ gegen seinen Nachbarclub durchsetzen. Dr. Christoph Osing, Betreuer des Siegerteams, bedankte sich beim GC Am Alten Fließ für die Gastfreundschaft und für die hervorragenden golferischen Bedingungen. Außerdem bedankte er sich ausdrücklich bei den „guten Mitstreitern“ für das ruhige und faire Spiel und hofft auf ähnliche Paarungen im kommenden Jahr. Sein besonderer Dank richtete sich jedoch an die Mannschaft selbst. Seit 20 Jahren, so Osing, sei dieses Team als jüngstes für Hubbelrath beim WSMP an den Start gegangen. Den Trainer Roland Becker lobte der Betreuer für seine fleißige und gewissenhafte Arbeit, und widmete ihm kurzerhand den Mannschaftspreis.
Im Namen des GV NRW e.V. lobte auch Erhard Wetterich die meisterschaftliche „Wiese“ und kündigte an, dass auch in den kommenden Jahren die 1. Liga des WSMP am Alten Fließ willkommen ist.
Wetterich ließ es sich natürlich nicht nehmen, Carolin Massons Traumrunde noch einmal zu kommentieren: „Mit einer 28 vornerum und einer unkonzentrierten 34 hintenrum hat Caroline mit 62 Schlägen die beste Runde eingereicht, die jemals von einer Amateurin in Deutschland gespielt wurde.“ Den Teilnehmern aus Gütersloh dankte Wetterich für die Anreise und den harten Kampf, aber „jetzt wissen Sie, wie im Rheinland Golf gespielt wird.“ Dass 5 weitere rheinländische Teams hinter den Westfalen liegen war in dem Moment nur den Güterslohern selbst aufgefallen.
Im nächsten Jahr stehen die Gütersloher für eine Revanche in den Startlöchern, den Austragungsort kennen sie ja nun schon recht gut.
Die Siegermannschaft:
Lars Bocks, Maximilian Rottluff, Nicolai von Dellingshausen, Marc Christopher Siebiera, Ferdinand Weber, Caroline Masson, Philippo Okan, Philip Kaymer, Max Mehles, Jörg Nastelski. Trainer und Kapitän: Roland Becker
Die einzelnen Ergebnisse finden Sie unter der Rubrik Wettspiele.
Die Aufsteiger in die 1. Liga stehen erst nach dem letzten Spieltag Ende September fest.








