Mit Gold, Silber und Bronze sowie Rang vier haben die Jungen aus NRW bei den Deutschen Meisterschaften der AK 18 im Westfälischen GC Gütersloh ein starkes Ergebnis erzielt. Colin Bärmann vom GC Hubbelrath holte mit 208 (-8) Schlägen den Titel vor Tim Brohl vom GC Rhein-Sieg und David Süntzenich vom GC Hubbelrath. Malte Seidemann, ebenfalls Hubbelrath, wurde Vierter.
Auch bei den Mädchen der AK 18 sowie in den Altersklassen 14 und 16 spielten sich zahlreiche Talente aus Nordrhein-Westfalen in die Top Ten. Die sechs Deutschen Jugendmeisterschaften wurden im Westfälischen GC Gütersloh, beim Club zur Vahr vor den Toren Bremens und bei G&F Holledau in Bayern ausgetragen.
AK 18
Bei den Jungen im Westfälischen GC Gütersloh setzte Titelverteidiger Tim Brohl gleich am ersten Tag eine Marke. Der Spieler des GC Rhein-Sieg spielte eine 69 (-3) und stellte damit auf dem neu gerateten Platz einen neuen Rekord auf.
Schon einen Tag später wurde diese Bestmarke von zwei NRW-Spielern unterboten. Colin Bärmann und Malte Seidemann vom GC Hubbelrath spielten jeweils eine bogeyfreie 67 (-5). Seidemann und Bärmann brachten jeweils fünf Birdies auf ihre Karten. Beide gingen damit nur einen Schlag hinter dem Führenden Vincent Fröhlich vom Münchener GC in die Finalrunde. Brohl lag zwei, David Süntzenich drei Schläge zurück.
Am Sonntag blieb die Entscheidung bis auf die letzten Bahnen offen. Seidemann begann mit drei frühen Birdies und übernahm zwischenzeitlich die Führung. Süntzenich brachte eine 69 (-3) ins Clubhaus und lag mit 212 (-4) ebenfalls für kurze Zeit ganz vorne.
Brohl spielte seine beste Runde des Wochenendes. Nach acht Pars in Serie fiel auf Loch 9 das erste Birdie, auf der zweiten Hälfte folgten weitere Schlaggewinne. Mit einer 68 (-4) und gesamt 210 (-6) übernahm der Titelverteidiger die Führung im Clubhaus. „Ich bin erst einmal geduldig geblieben, weil es am Anfang nicht ganz rund lief“, sagte Brohl. Zu diesem Zeitpunkt hielt er ein Stechen noch für möglich: „Colin hat es dann aber sehr solide zu Ende gespielt und ich gönne ihm das auch. Er ist ein Teamkollege von mir im Junior Team Germany.“
Bärmann hatte sich derweil mit einem Birdie auf Loch 16 ebenfalls auf sechs unter Par verbessert. Auf der engen 17 brachte der Hubbelrather das Par sicher durch und ging damit schlaggleich mit Brohl auf das letzte Loch.
Dort fiel die Entscheidung. Bärmann erreichte das Par 5 mit dem zweiten Schlag und hatte aus rund zwölf Metern die Chance zum Eagle. Ein Birdie hätte bereits zum Sieg gereicht. Der Putt fiel.
„Ich war natürlich nervös und hatte viel Druck, habe aber versucht, ruhig zu atmen, weiterzumachen und mich zwischendurch auch ein bisschen abzulenken“, sagte Bärmann. „Der Abschluss auf der 18 war dann natürlich richtig cool. Ein Birdie hätte gereicht, aber ein Eagle ist natürlich schöner.“
Nach 74 (+2) und zweimal 67 (-5)Schlägen gewann Bärmann mit 208 (-8) seinen ersten Deutschen Meistertitel. Brohl holte mit zwei Schlägen Rückstand Silber. Süntzenich wurde mit 212 (-4) Dritter.
Der Hubbelrather hatte sich nach einem Doppelbogey auf Loch 11 mit Birdies an der 13 und 15 zurückgemeldet. „Ich habe mich wirklich gut zurückgekämpft“, sagte Süntzenich. „Mit der Bronzemedaille bin ich zufrieden und freue mich auf das, was kommt.“
Seidemann komplettierte mit 213 (-3) auf Rang vier das außergewöhnliche NRW-Ergebnis. Damit gingen die ersten vier Plätze an Spieler aus Nordrhein-Westfalen, drei davon an den GC Hubbelrath. Luis Gudden vom Düsseldorfer GC kam mit 218 (+2) zudem auf den geteilten zehnten Platz.
„Wir sind mit drei Spielern angereist und haben am Ende alle drei unter den ersten Vier: Colin gewinnt, David holt Bronze und Malte wird starker Vierter“, freute sich Hubbelraths Trainer Alexander Schmitt. Für ihn war das Abschneiden auch Ergebnis einer gemeinsamen Entwicklung: „Schon in der Proberunde hat man gemerkt, dass die Stimmung gut ist. Sie haben sich gegenseitig gepusht und unterstützt.“
Pulte bis zum Finale im Titelrennen
Auch bei den Mädchen der AK 18 war NRW an der Spitze vertreten. Lilly Speer vom GC Paderborner Land übernahm am Freitag mit einer 70 (-2) sogar die Führung und stellte dabei einen neuen Platzrekord auf. „Bei mir lief das Putten heute besonders gut. Ich habe einige lange Putts gelocht, was ich sonst nicht so oft habe“, sagte Speer nach der starken Auftaktrunde.
Am zweiten Tag rückte Frederika Pulte vom Aachener GC ganz nach vorne. Nach Runden von 71 (-1) und 75 (+3) teilte sie vor dem Finale mit Yoo Na und Yoo Jin Bae vom GC St. Leon-Rot die Führung.
Pulte spielte am Sonntag eine 74 (+2) und beendete die Meisterschaft mit 220 (+4) auf Rang vier. Julia Zimmermann vom GC Mülheim an der Ruhr wurde mit 224 (+8) geteilte Sechste. Theresa Fecke vom GC Paderborner Land belegte mit 225 (+9) Rang neun, Speer folgte mit 226 (+10) auf dem geteilten zehnten Platz.
Gastgeber mit viel Erfahrung
Der Westfälische GC Gütersloh bot den Athleten erneut einen herausragenden Rahmen für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Die Anlage war trotz der wechselhaften Bedingungen sehr gut vorbereitet. Alter Eichen- und Buchenbestand prägt zahlreiche Spielbahnen, einige Abschläge sind entsprechend eng. Gerade in Verbindung mit dem kräftigen Wind verlangte der Platz an den ersten beiden Tagen präzises und taktisches Golf.
Am Freitag kam heftiger Regen hinzu. Die Anlage nahm die großen Wassermengen jedoch so gut auf, dass die Meisterschaft ohne Unterbrechung fortgesetzt werden konnte. Am Samstag blieb der Wind ein Faktor, ehe sich der Finaltag bei blauem Himmel und deutlich ruhigeren Bedingungen präsentierte.
Auch die Betreuung durch den Gastgeber fand bei den NRW-Spielern Anerkennung. „Gütersloh ist ein sehr schöner Gastgeber. Ich bin unfassbar dankbar, dass der Club so offen für den DGV und die Deutschen Meisterschaften ist“, sagte David Süntzenich.
Der Westfälische GC Gütersloh war in den vergangenen Jahren mehrfach Gastgeber nationaler Jugendmeisterschaften. Alexander Schmitt kennt die Anlage mit seinen Hubbelrather Spielern entsprechend gut. „Der Platz ist für so eine Deutsche Meisterschaft herausragend. Man muss aus der Teebox beide Shapes können und wirklich kluges Targetgolf spielen. Dazu sind die Grüns sehr gut und der ganze Club ist unglaublich herzlich.“
AK 16
Auch in der AK 16 erreichten drei NRW-Talente die Top Ten. Bei den Jungen beim Club zur Vahr spielte Sören Zawieja vom GC Hösel am Finaltag seine beste Runde. Nach 76 und 73 Schlägen brachte er eine 69 (-5) ins Clubhaus. Mit insgesamt 218 (-4) wurde Zawieja Vierter und verpasste die Bronzemedaille um einen Schlag.
Die Mädchen spielten ihre Meisterschaft im G&F Holledau. Jinlei Zhong vom GC Mülheim an der Ruhr steigerte sich von Tag zu Tag. Nach 76 und 73 Schlägen folgte zum Abschluss eine 71. Mit 220 (+4) belegte Zhong Rang sechs.
AK 14
Bei den Jungen der AK 14 beim Club zur Vahr war Luis Wolf vom GC Hösel der beste NRW-Spieler. Nach einer 80 zum Auftakt steigerte er sich zunächst auf 76 und am Finaltag noch einmal auf 73 Schläge. Mit insgesamt 229 (+7) beendete Wolf die Deutsche Meisterschaft auf Rang acht.
Nur eine NRW-Spielerin erreichte bei der Mädchen-DM der AK 14 im G&F Holledau die Top Ten. Letizia Wischnewsky vom GC Meerbusch kam mit Runden von 81, 77 und 79 auf 237 (+21) Schläge und den geteilten siebten Platz.
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