NRW holt Titel zurück

Senioren-Länderpokal 2022

Bad Ems – Der Senioren-Länderpokal 2022 rückte zurecht, was 2021 nicht hatte gelingen wollen: Die Mannschaft des Golfverbandes NRW sicherte sich den Titel und zeigte damit erneut, dass das Land zwischen Rhein und Weser eine Hochburg der besten Golfer über 50 Jahren ist.

Vor einem Jahr hatte es in Köln-Refrath gegen die Auswahl aus Baden-Württemberg nicht für den Sieg gereicht, nun hat die Mannschaft von Kapitän Hans Günther Heinrigs auf der Anlage des Mittrheinischen GC Bad Ems erfolgreich Revanche genommen und sich den Titel zurückgeholt.


Solides Zählspiel


In der Zählspiel-Qualifikation, die am Freitag ausgetragen wurde, war allerdings erneut Baden-Württemberg (BW) die stärkste Mannschaft und hatte mit 368 Schlägen sechs Zähler weniger in der Wertung als NRW. Da Hessen zwei Schläge besser war als NRW, trafen diese beiden Mannschaften im Halbfinale aufeinander.
Den besten Score für NRW brachten die erfolgsverwöhnten Senioren-Nationalspieler Martin Birkholz (GSV Düsseldorf) und Ekkehart H. Schieffer (Bochumer GC) in die Wertung. Beide hatten 73 Schläge auf der Scorekarte, wobei Birkholz durch eine hohe Nummer auf einem der eher leichteren Par-5-Löcher einen Score deutlich unter Par vergab.
Udo Berners und Ulrich Schulte waren mit jeweils 74 Schlägen trotz der großen Hitze ebenfalls mehr als solide unterwegs. Jochen Roggenkämper kam mit einer 80 in die Wertung. Die 82 von Christian Sommer fiel aus der Wertung.


Halbfinale


Das Halbfinale gegen Hessen war eine einseitige Angelegenheit. Der Vierer mit Ulrich Schulte und Jochen Roggenkämper machte es noch spannend und gewann erst auf dem 18. Grün sein Match mit 1auf. Den finalen Putt aus rund sieben Metern lochte Roggenkämper im Stile eines Großen.
Im ersten Einzel lieferten sich Ekkehart H, Schieffer und Marc vom Hagen ein sehenswertes Duell auf Augenhöhe. Nach einer Klasseleistung setzte sich der Präsident des Golfverbandes NRW mit 2&1 durch.
Martin Birkholz und Udo Berners holten jeweils mit 3&2 ihren Punkt, noch deutlicher war das Ergebnis von Michael Maletz, der bei seinem ersten Einsatz für die Mannschaft von NRW Juan Dauth beim 5&3 keine Chance ließ.
Das 5:0 für NRW war eine Ansage an den Finalgegner.


Im zweiten Halbfinale trafen die beiden großen Süd-Verbände aus Bayern und BW aufeinander. Der Titelverteidiger legte mit einem erfolgreichen Vierer vor und auch die Einzel waren überwiegend eine klare Sache für BW. Mit 4:1 zogen die Athleten aus dem Ländle ins Finale ein, so dass es eine Neuauflage des Finales von 2021 gab.

 

Finalspannung


Das Finale wurde spannend, denn zwei nahezu gleichstarke Mannschaften taten alles, um den Sieg zu erringen. Bei so ausgeglichen Kontrahenten ist es oft so, dass die Einzel 2:2 ausgehen, also jede Mannschaft zwei Matches für sich entscheidet. So kam es auch in diesem Jahr. Der Sieg des Vierers, der sich  erneut nach guter Planung aus Ulrich Schulte und Jochen Roggenkämper zusammensetzte, war daher schon vorentscheidend. Großartig, wie die beiden die Erwartungen erfüllten. Schulte brachte seine Stärken im langen Spiel mit ganz sicheren und geraden Schlägen ein, während Roggenkämper seine Stärken im kurzen Spiel voll zur Geltung brachte. So kämpften die beiden sich durch ein enges Match, um auf dem 18. Grün mit 1auf den ersten Punkt für ihre Mannschaft zu sichern.
Hinter dem Vierer ging es in den Einzeln hin und her. Thomas Krieger schaffte mit 2&1 gegen Michael Maletz den Ausgleich für BW. Dann war es an Martin Birkholz, den fest eingeplanten Punkte für NRW zu holen. Der vielfache Europa- und Deutsche Meister setzte sich mit 2&1 gegen Marcus Brandt durch.
Praktisch zeitgleich endete das davor gestartete Match zwischen Marc Mazur und Ekkehart H. Schieffer. Während Mazur eine ganz starke Leistung abrief, lief es für Schieffer nicht so gut. Der 5&3-Sieg zum Ausgleich für BW geht daher vollauf in Ordnung.
Udo Berners und Lutz Mieschke lieferten sich ein spannendes Duell, das bis auf das 18. Grün ging. Hier hatte der Spieler aus NRW, der aktuelle die deutsche Rangliste der AK 50 anführt, das bessere Ende für sich, als er nur noch einen Putt aus einem Meter versenken musste. Mit 1auf ging der Punkt und damit auch der Titel vor zahlreichen Zuschauern an die Auswahl aus NRW.


Kapitän Hans Günther Heinrigs hatte ein gutes Händchen mit seinen Aufstellungen bewiesen und war auf dem Platz sehr präsent, hat seine Mannschaft dadurch immer wieder unterstützt. Die Mannschaft dankte es ihm mit einem Sieg, auch um die Scharte des Vorjahres auszuwetzen.
Nordrhein-Westfalen führt nun die Siegerliste mit neun Triumphen vor Baden-Württemberg mit sieben Erfolgen an.


Die Bronzemedaille sicherte sich Bayern nach einem ebenfalls spannenden Duell gegen Hessen mit 3:2.

Kapitän Hans Günther Heinrigs war vom Team-Spirit seiner Mannschaft sehr angetan: „Die absolute Stärke der Mannschaft ist der Zusammenhalt. Jeder steht für die Mannschaft ein. Nach dem 5:0-Sieg im Halbfinale habe ich dem Motto „Never change a winning team“ folgend die Aufstellung beibehalten, obwohl üblich ist, am nächsten Tag die Spieler wieder einzusetzen, die am Vortag pausiert haben. Christian Sommer hat das voll mitgetragen, dass er nicht wieder eingesetzt wurde, weil die Mannschaft so überzeugend einen Mitfavoriten um den Titel geschlagen hatte.“


Ergebnisse Zählspiel

Ergebnisse Halbfinale

Ergebnisse Finale

 

 

Sieg für NRW (© MGC Bad Ems)

v.l.n.r.: E. H. Schieffer, C. Sommer, U. Schulte, M. Birkholz, U. Berners, H. G. Heinrigs (Kapitän), M. Maletz, J. Roggenkämper