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Kaymer erzwingt fast das Stechen

BMW International Open 2018

Pulheim – Finaltag bei der 30. BMW International Open am Lärchenhof. Zwei Deutsche, ja sogar zwei Athleten, die früher in den Kadern des Golfverbandes NRW gefördert wurden, gingen als Co-Leader auf die Runde und die Sonne schien. Mehr geht nicht, um Golffans auf den Platz und vor die Fernseher zu locken.
Entsprechend fluteten die Massen die Anlage des GC Gut Lärchenhof und 15.000 Zuschauer sorgten für eine phantastische Atmosphäre. Den Titel sicherte sich der Engländer Matt Wallace, der mit einer blitzsauberen 65 (-7) von Platz neun bis auf das Siegerpodium sprang.

Turnierrekord

Das erste fette Ausrufezeichen des Tages setzte aber ein Däne. Thorbjörn Olesen ging von Platz 42 früh am Morgen raus und lieferte den Zuschauern, die das Glück hatten, ihn zu sehen, eine großartige Show. Die Scorekarte blieb blitzsauber. Neun Birdies und ein Eagle summierten sich zu einer famosen 61 (-11) auf. Dieser Score, der der niedrigste in der Turniergeschichte war, katapultierte den Skandinavier schon klar in Führung, bevor die sechs Co-Leader begleitet von tausenden Fans auf Tee 1 erschienen.

 

Kaymer auf Platz zwei

Letztlich reichte es für den Dänen knapp nicht zum Sieg. Schlaggleich mit Martin Kaymer steht Olesen am Ende auf Rang zwei. Der Olympionike, der im GC Mettmann seine Golfkindheit verbracht hat, ging mit -5 in den Tag, legte noch sechs Birdies dazu und kam doch „nur“ mit -9 vom 18. Grün. Zwei Bogeys, eines davon nach einem völlig verunglückten, kurzen Schlag auf Bahn 17, machten die Hoffnungen der deutschen Fans zunichte, Kaymer könnte noch ein Stechen erzwingen. Umso größer aber der Jubel der Fans, als Kaymer seine ganze Qualität ausspielte und auf dem 18. Grün zum Birdie einlochte.

Auf der Runde war Martin Kaymer sehr entspannt und klatschte sich auf dem Weg vom Grün zum nächsten Tee sogar mit Kindern ab. High-Five mit Motivationswirkung – sicher auf beiden Seiten.
Mit Max Kieffer plauderte der zweifache Major-Sieger auch sehr interessiert und wären da nicht tausende Zuschauer, mehrere Kamerateams und etliche Fotographen gewesen, hätte man fast den Eindruck gewinnen können, zwei gute Freunde wären auf einer schönen Runde Golf auf einem besonderen Platz.

Kieffer mit verpatztem Start

Max Kieffer kam denkbar schlecht aus den Startlöchern. Nachdem er und Martin Kaymer auf Tee 1 gebührend von den Zuschauern empfangen und gefeiert wurden, fing sich der Hubbelrather sofort ein Doppelbogey und kassierte auf Bahn 3 noch ein Bogey on top. Damit war Kieffer aus dem Rennen um den Sieg schon ausgeschieden, auch wenn er das Bogey sofort mit einem Birdie wieder ausglich. Die restliche Runde lief sehr solide und auf der Backnine glich der Spieler des Elite Team Germany sogar den Doppelbogey mit zwei Birdies in Folge auf den Bahnen 14 und 15 aus. Mit einer 72 (Even) landete „Kiwi“ im Endklassement auf Rang 12.

„Es war mehr drin und es ist ein bisschen ärgerlich, aber alles in allem war es eine sehr geile Woche. Die Stimmung war die ganze Woche überragend und jetzt im Flight mit Martin war es super. Die Bahn 18 hochzulaufen, die Deutschlandfahnen auf den vollen Tribünen zu sehen, war schon sehr cool. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben“, zog Max Kieffer ein letztlich doch sehr positives Fazit.

Stark: NvD

Als Martin Kaymer und Max Kieffer um 12.36 Uhr ihren ersten Abschlag machten, waren die beiden anderen Deutschen schon lange unterwegs. Nicolai von Dellingshausen, der wie Max Kieffer vom GC Hubbelrath kommt und in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi antritt, wenn der Zeitplan das zulässt, begann den Tag sehr souverän. Nach zweimal Par zum Auftakt knallte „NvD“ drei Birdies in Serie auf den Platz in Pulheim. Anschließend hielt er den Score von -3 für den Tag und kletterte im Klassement damit noch um neun Ränge bis auf Platz 18. Das beste Turnierergebnis in der Beletage des Golfsports wird dem Spieler, der eigentlich seine erste komplette Saison auf der Challenge Tour spielt, weiteren Auftrieb geben, zumal er gesehen hat, dass er mehr als nur in dem großen Teich mitschwimmen kann.

Das Fazit des Athleten fällt überaus positiv aus: „Ich bin sehr zufrieden mit der Woche. Ich versuche mich, vom Ergebnis zu lösen und lerne das gerade erst richtig. Die Ziele, die ich mir gesteckt hatte, habe ich voll erfüllt und bin deshalb über den Verlauf der Woche sehr happy. Wie ich mich verhalten habe, wie ich an die ganze Sache hier ran gegangen bin, war alles sehr positiv. Ich nehme hier ganz viel Motivation für die kommenden Aufgaben auf der Challenge Tour mit. Hier war eine tolle Atmosphäre mit ganz vielen Zuschauern. Das hat super viel Spaß gemacht, vor so vielen Menschen zu spielen. Es ist echt toll, dass sich so viele Menschen für mein Golf interessieren. Ich werde jetzt Gas geben und gebe mein bestes auf der Challenge Tour und dann sehen wir, was am Ende des Jahres dabei heraus kommt.“

Adieu Lärchenhof

In den kommenden Jahren wird die BMW International Open jeweils im GC München Eichenried ausgetragen. Ob und wann Gut Lärchenhof wieder Profigolf sehen wird, ist derzeit nicht absehbar, auch wenn insgesamt mehr als 63.000 Zuschauer gekommen waren und einen würdigen Rahmen für Golf auf höchstem Niveau bildeten.

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