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2x Gold, 3x Silber und Bronze für NRW-Athleten

Deutsche Jugendmeisterschaften 2019

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften haben Athleten aus Nordrhein-Westfalen insgesamt sechs Medaillen gewonnen. Bei den Jungen der AK18 gab es für NRW den kompletten Medaillensatz: Laurenz Schiergen verteidigte seinen Titel erfolgt. Silber ging an Frederik Schott, Luis Ziffus holte Bronze.
Bei den Mädchen gewannen Blanka Decker und Anna Lina Otten die Silbermedaille.
In den jüngeren Jahrgängen war die Ausbeute an Edelmetall nicht so groß. Tim Bertenbreiter gewann nach Stechen den Titel der Jungen in der AK16.

AK18

Laurenz Schiergen war mit zwei Schlägen Vorsprung auf Frederik Schott in die Finalrunde gestartet. Schott startete mit einem Bogey und Schiergen brachte auf Bahn 5 sein erstes Birdie unter. Da sah alles nach einem glatten Durchmarsch des Spielers von der Hummelbachaue aus.
Als auf Bahn 6 ein Triple und auf Bahn 7 ein Bogey auf die Karte des Jugend-Nationalspielers rutschten, wurde der Vorsprung wieder knapp und es hätte noch einmal spannend werden können.
Im Stile eines ganz Großen meisterte der Rheinländer, der seit neun Tagen 18 Jahre alt ist, diese kritische Situation, indem er einfach mal drei Birdies in Serie einstreute. Freddy Schott zog ein Teilstück davon mit, musste seinen Kumpel aus NRW aber bald doch wieder etwas Vorsprung gönnen. Schott kassierte auf Bahn 11, eingerahmt von Birdies, einen Triple-Bogey.

Fünf vor nach elf


Nach elf gespielten Bahnen hatte der Titelverteidiger somit einen beruhigenden Vorsprung von fünf Zählern. Sein einziger Verfolger, der noch annähernd Anschuss halten konnte, ließ aber nicht locker. Der Youngster des Düsseldorfer GC schrieb sich auf Bahn 12 sein drittes Birdie auf die Karte. Nach Birdies von beiden Kontrahenten ging der Leaderflight, in dem Carl Heger vom Münchener GC schon früh den Anschluss verloren hatte, mit -6 und -2 Schlägen auf die letzten drei Bahnen. Auf der 16 notierten Schott und Schiergen jeweils ein Bogey. Auch das Bogey des angehenden Sportsoldaten aus Köln auf Bahn 17 konnte so nicht mehr wirklich für Spannung sorgen. Am Ende unterschrieben Schiergen und Schott jeweils eine 74 (+2) für den Tag, so dass der Siegerscore bei drei unter Par lag. Zwei Schläge dahinter sicherte sich Frederik Schott die Silbermedaille.

Ziffus mit tiefster Runde


Für das erste Highlight des Tages sorgte Luis Ziffus. Der Spieler des GC Münster-Tinnen war um 8.30 Uhr auf Tee 10 gestartet und schickte sich spätestens auf seiner Backnine an, den Platz regelrecht auseinander zu nehmen. Auf der Frontnine ließ es der Westfale mit einem Birdie und seinem einzigen Bogey der Runde noch verhalten angehen, zündete auf seiner Backnine, der eigentlichen Frontnine des Platzes im GC Neuhof aber den Turbo und knallte noch sechs Birdies auf die Grüns. Drei in Folge auf den Bahnen 1 bis 3 und am Ende noch einmal eine solche Serie auf den Bahnen 7 bis 9.
Für einen neuen Platzrekord reichte es dennoch nicht. Immerhin war es für Luis Ziffus seine beste Runde überhaupt. Bislang hatte das „PB“ des 17-Jährigen bei vier unter Par gestanden, gespielt in Hubbelrath.
Dem Münsteraner gelang mit diesem Fabelscore das Kunststück, noch bis auf Rang drei zu klettern, obwohl er nach zwei Runden noch genau auf der Cutlinie gestanden hatte. Eine Bronzemedaille war der Lohn für die Bestleistung.

Mit Konstanz zum Titelgewinn


Bei den Mädchen sicherte sich Nina Lang den Titel. Sehr ausgeglichen war bei den Mädchen der AK18 schon die gesamte Meisterschaft verlaufen. Die Finalrunde hielt sich an diesen Takt und so ist es fast schon logisch, dass sich knapp hinter der neuen Titelträgerin gleich drei Athletinnen den zweiten Platz teilen. Über die Silbermedaille freuen sich Anna Lina Otten (Düsseldorfer GC), Blanka Decker vom GC Hummelbachaue und Chiara Jetter vom GC St. Leon-Rot.
Alle drei Spielerinnen kamen mit einem Gesamtscore von Even Par in die Wertung.

Führung spät verspielt


Blanka Decker war dabei lang an der Spitze des Leaderboards zu finden. Die Spielerin vom der Hummelbachaue war mit einem Schlag Vorsprung in den Tag gegangen und legte einen bewegten Start hin. Birdie-Doppelbogey-Birdie machte die Scorekarte früh bunt. Auch der Bogey auf Bahn 7 änderte noch nichts an den guten Aussichten für die Rheinländerin.
Mit Birdies auf den Bahnen 12 und 13 schien Decker endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen, aber das dicke Ende folgte noch. Nach einem Bogey auf Bahn 16 stand die 17-Jährige plötzlich nur noch schlaggleich mit Nina Lang an der Spitze. Die Münchenerin war im vorletzten Flight auf die Runde gegangen und hatte sich zu dem Zeitpunkt schon mit einem Tagesscore von eins unter Par nach vorne geschoben.
Decker vergab auf Bahn 17 mit einem Doppelbogey ihre Chance, ein Stechen zu erzwingen. Mit einer 74 (+2) fiel Blanka Decker auf gesamt Even Par zurück, freute sich aber dennoch über ihr bislang bestes Ergebnis bei einer nationalen Meisterschaft.

Otten nervenstark


Anna Lina Otten glich ihr Auftaktbogey sofort mit einem Birdie aus und legte schon auf Bahn fünf ein zweites Birdie nach. Ein „Double“ auf Bahn 8 machten die Titelhoffnungen der Düsseldorferin zunichte. Davon ließ sich die 17-Jährige nicht aus der Ruhe bringen und lieferte anschließend eine sehr solide Runde ab. Zehn Bahnen in Even Par reichten, um mit einer 73 (+1) ins Clubhaus zu kommen und so das Edelmetall in Empfang zu nehmen.

Worte zur Meisterschaft


Laurenz Schiergen, Deutscher Meister AK 18: „Ich bin mäßig in die Runde gekommen. Die ersten Löcher waren vom Score her gut, aber auch ein bisschen gekratzt. An Loch 6 habe ich mehrere schlechte Schläge in Folge gemacht. Das habe ich aber erstmal so hingenommen und versucht, ganz normal mein Ding durchzuziehen. Das hat auch sehr gut geklappt. Danach habe ich angefangen, richtig gutes Golf zu spielen. Das hat sich mit mehreren Birdies im Score widergespiegelt. So konnte ich dann auch wieder Ruhe in mein Spiel bringen. Mit guten Schlägen habe ich mir direkt das Selbstvertrauen wieder zurückgeholt. Ich bin froh, dass ich so schnell zurückkommen konnte. Es war ein Kampf da draußen und ich bin froh, dass ich es nach Hause bringen konnte. Da die Löcher 17 und 18 schwer sind und einiges passieren kann, habe ich mich erst sehr spät sicher gefühlt. Erst nach dem Abschlag auf der 18 war ich mir sicher, dass es klappt. Der zweite Titel in Folge ist für mich genau so cool und bedeutsam wie der vor einem Jahr.“

Anna Lina Otten, Silbermedaille: „Ich freue mich sehr über den zweiten Platz, weil es meine letzte Deutsche Jugendmeisterschaft war. Anfang der Saison hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit meinem Spiel. Das ist jetzt deutlich besser geworden. Es macht Spaß, zu sehen, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Ich hatte heute definitiv mehr Chancen, habe viele Bälle gut hingehauen, aber der Putter war heute nicht ganz so heiß wie gestern. Insgesamt war es aber ganz ordentlich. Ich freue mich sehr für Nina Lang, dass sie gewonnen hat.“

Blanka Decker, Silbermedaille: „Vizemeisterin ist für mich megacool. Ich freue mich darüber riesig. Natürlich ist es ärgerlich, als Führende in die Finalrunde zu gehen und dann doch noch mit einem Doppelbogey an der 17 zu verlieren. Aber ich freue mich trotzdem. Auf den Bahnen davor waren meine Drives schon etwas wackelig. Auf der 17 war der Drive dann noch etwas wackeliger und das hat mich eben zwei Schläge gekostet. Nächstes Jahr spiele ich noch einmal AK18, dann geht es um den Titel!“

Frederik Schott, Silbermedaille: „Ich weiß, dass Laurenz ein sehr starker Spieler ist. Wir waren die ganze Runde über immer auf Augenhöhe, bis auf den Moment, an dem er sein Triplebogey gespielt hat. Ich wusste aber, dass er sich davon nicht beeindrucken lässt und daher habe auch ich versucht, ruhig zu bleiben. Ich hatte nie einen Gedanken daran, dass nach vorne nichts mehr geht, denn ich weiß, was ich kann und was meine Möglichkeiten sind. Natürlich wusste ich auch, dass Laurenz klar im Vorteil ist, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es chancenlos ist.“

Luis Ziffus, Bronzemedaille: „Ich habe angefangen, ganz gutes Golf zu spielen. Mitten auf der Runde habe ich meinen Score aus den Augen verloren, irgendwann habe ich angefangen, Birdie auf Birdie zu spielen. Am Ende waren es dann sieben. Ich habe mich auf mein Spiel fokussiert, auf jedes einzelne Loch. Erst nach meinem 18. Loch habe ich verstanden, wie gut ich wirklich gespielt habe. Ich war die ganze Zeit relativ entspannt. Das war heute schon etwas besonderes, denn es war meine bisher beste Runde. Ich freue mich sehr über diesen dritten Platz, vor allem, weil ich den Cut nach zwei Tagen ja nur so eben geschafft hatte.“

AK16


Tim Bertenbreiter hat sich seinen ersten Titel bei einer Deutschen Meisterschaft gesichert: Der 16-Jährige vom GC Hösel triumphierte in einem Drei-Mann-Stechen am dritten Extra-Loch. Nach drei Wettkampfrunden waren Bertenbreiter, Carl Siemens (Berliner GC Stolper Heide) und Paul Ulmrich (GC Mannheim-Viernheim) schlaggleich mit sechs unter Par, wobei Bertenbreiter seine starke 67er-Finalrunde mit Bogeys an den Löchern 17 und 18 beendete. An der ersten Playoff-Spielbahn, einem 353 Meter langen Par 4, verabschiedete sich zunächst Paul Ulmrich mit einem Par aus der DM - Bertenbreiter und Siemens lochten aus der Distanz jeweils zum hervorragenden Birdie ein. Loch 2 teilten die Kontrahenten nach ebenfalls exzellenten Putts mit Par.
Während Carl Siemens seinen Abschlag auf den dritten Extraloch unglücklich unter den Bäumen platziert und den Ball letztlich nur flach in Richtung Grün punchen konnte, gelang Bertenreiter ein perfekter Schlag an die Fahne. Wenig später holt er sich den DM-Titel mit einem Birdie aus vier Metern und feiert den bisher größten Erfolg seiner noch jungen Karriere.
„Das war für mich heute die Krönung einer sehr guten Golfsaison“, freute sich Tim Bertenbreiter über seinen Titel. „Ich hatte die ganze Woche über sehr gute Abschläge und dadurch immer gute Lagen für den Schlag ins Grün. Heute sind dann auf den Backnine auch die Putts gefallen - das war der Schlüssel zum Erfolg.“ Seine 67er-Finalrunde war gleichzeitig auch das beste Resultat der AK 16 in der gesamten Turnierwoche; sechs Birdies stand nur ein einziges Bogey gegenüber.

Was sonst noch war


In den anderen Altersklassen blieben die Nachwuchsgolfer aus NRW ohne Medaille. Bei den Mädchen der AK16 war Milla Sagel vom Bielefelder GC auf Rang 14 die beste Westvertreterin und hatte am Ende acht Schläge Rückstand auf die Medaillenränge, nachdem sie in der ersten Runde noch den besten Score in die Wertung gebracht hatte.
In der AK14 war Anna Marie Himmel Döring vom Düsseldorfer GC auf Rang 5 mit drei Schlägen Rückstand auf das Podium das beste NRW-Mädchen. Einen Schlag mehr in der Wertung hatte Emilia von Glahn vom Kölner GC, die damit auf Platz 6 landete.
Bei den Jungen der AK14 war der Hubbelrather Max Flick auf dem 15. Platz der erste Spieler aus dem Westen.



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