Profigolf in NRW
26-06-12 12:21

Marcel Siem im Wechselbad



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Ein Wechselbad der Gefühle erlebte Marcel Siem am Finaltag der BMW International Open. Auf Gut Lärchenhof hatte der Ratinger, der auch in den Jugendkadern des Golfverbandes NRW ausgebildet wurde, vor seinem ersten Abschlag in Lauerstellung auf den Spitzenplatz gelegen.

 

Siem begann ganz stark mit drei Birdies in Serie und tauchte plötzlich mit echten Siegchancen auf dem Leaderboard auf.

Die Stimmung auf dem Platz knisterte trotz des Regenwetters und die Hoffnungen auf einen Heimsieg keimten mächtig auf.

Auf Bahn 7 kam dann aber die kalte Dusche - nicht in Form eines Regengusses, sondern in Gestalt eines Doppelpars - einem Triplebogey an diesem Par 3.

Gleich zweimal musste Siem droppen, nachdem sein Ball ins Wasser gegangen war.

Der emotionale Profi konnte nur schwer seinen Ärger verbergen und verlor kurzzeitig total sein Momentum. Zwei weitere Bogeys folgten. Da hatten die meisten Zuschauer alle Hoffnungen begraben, dass Siem noch eine Top-Platzierung ins Clubhaus würde bringen können.

 

Wie sehr Marcel Siem inzwischen aber gereift ist, zeigte der Ratinger auf der Backnine. Er bekam sein Spiel wieder in den Griff und nach Birdies auf den Bahn 10, 13 und 16 ergab sich auf der Abschlussbahn sogar noch die Chance, ein Stechen um den Titel zu erreichen. Siem griff mutig an und hatte auch eine durchaus realistische Birdiechance, wenn auch der Weg zum Loch noch weit war.

 

Der Rheinländer tat, was er tun musste: Er spielte den entscheidenden Putt so, dass dieser auf gar keinen Fall zu kurz bleiben konnte. Allerdings hatte der Profi, der sich anschickt, in die Top 100 der Welt zu kommen, etwas überdreht. Der Putt lief am Loch vorbei - soweit, dass noch zwei Putts folgten. Statt Einzug ins Play-Off stand damit am Ende Platz 6 für den Ratinger, der sich mit 65.000 Euro Preisgeld und der Gewissheit trösten durfte, mit seinen Leistungen bei Runden von 68, 71, 68 und 72 wieder ein Kandidat für einen Sieg auf der European Tour zu sein.

 

Martin Kaymer hatte den Cut um einen Schlag verfehlt. Nach seiner stressigen Anreise von den US Open hatte Kaymer mit seinem Jetlag zu kämpfen.

Altmeister Bernhard Langer zeigte den meisten jungen Konkurrenten wieder einmal, dass mit ihm noch immer zu rechnen ist. Nach starken Runden von 72, 67, 72 und 72 belegte Langer Rang 23. Alex Cejka wurde 66., alle anderen Starter aus Deutschland scheitern am Cut.

 








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