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Regenschlacht geschlagen

NRW-Meisterschaften AK 50 und 65

Krefeld/Dortmund – Die NRW-Meisterschaften der Altersklassen ab 50 in Krefeld und ab 65 in Dortmund hielten einiges für Athleten und Zuschauer bereit - von Wetterunbilden über großartiges Golf bis hin zu einem spannenden Ausgang erst im Stechen.

 

Auf der traditionsreichen Anlage des Krefelder GC wurden die Landesmeisterschaften der AK ab 50 Jahren ausgetragen. Am Ende gab es zwar Favoritensiege, aber der Weg dahin, war sehr besonders. Am ersten Wettkampftag öffnete der Himmel alle Schleusen und so war es nicht möglich, das komplette Teilnehmerfeld, bestehend aus 25 Damen und 48 Herren, eine volle Runde spielen zu lassen. Nachdem erst zwei Damen-Flights gestartet waren, musste das Spiel unterbrochen werden.

 

Aufgrund des Regelwerks kann ein einmal begonnenes Wettspiel aber nicht ganz einfach verkürzt werden. Stattdessen nutzte die Spielleitung den Kniff, annullierte die gerade eben erst begonnene Meisterschaft und setzte für 14.00 Uhr eine neue an, die nur auf 27 Löcher ausgeschrieben war. So konnten am Mittag, als die Platzverhältnisse dies zuließen, die Damen von Tee 10 neu starten, während die Herren die Frontnine spielten. Am Finaltag war bestes Golfwetter angesagt, so dass keine Probleme mehr auftauchten.

 

Bei den Damen setzte sich auf der Halbrunde die spätere Meisterin Susanne Lichtenberg an die Spitze. 36 Schläge waren bei diesen Verhältnissen aller Ehren wert. Die Krefelderin hatte bei ihrem Heimspiel damit schon drei Schläge Vorsprung auf Nicole Elshoff. Die Mülheimerin verteidigte ihren zweiten Platz auch am Finaltag, als sie mit 84 Schlägen nur die sechstbeste Runde des Tages ablieferte. Vorneweg marschierte Susanne Lichtenberg, unterschrieb auch am Finaltag mit einer 78 den besten Score und sicherte sich mit 114 Schlägen, also sechs über Par bei satten neun Zählern Vorsprung souverän den Titel. Nicole Elshoff vom GC Mülheim/Ruhr sicherte sich mit 123 Schlägen Silber, Bronze ging mit einem weiteren Schlag mehr nach Kartenstechen an Sandra Michel vom GCC Velderhof. Exakt die gleichen Scores, eine 43 am Samstag und eine 81 am Sonntag hatte auch Andrea Marx vom Dortmunder GC abgeliefert, hatte dabei aber am Finaltag die schlechtere Backnine gespielt und deshalb nicht Edelmetall in Empfang nehmen dürfen.

Ungleich spannender war die Entscheidung bei den Herren. Hier lag nach der Regenschlacht von Samstag Ulrich Schulte vom Bochumer GC mit 35 Schlägen an der Spitze. Dahinter lauerte mit 36 Schlägen ein weitere Bochumer. Christian Schabram konnte auf der Finalrunde seinen starken Score nicht ganz bestätigen und fiel mit einer 79 (+7) noch auf Rang 4 zurück.

 

„Utz“ Schulte schaffte es mit einer 77 (+5) immerhin noch, einen Platz auf dem Siegerpodest zu verteidigen, musste sich aber mit Bronze zufrieden geben, weil Titelverteidiger Ekkehart H. Schieffer und Favorit Martin Birkholz noch an ihm vorbei zogen. Schieffer und Birkholz marschierten an beiden Tagen gleichauf. Der 37 vom Samstag ließen beide Athleten eine starke 74 folgen – was bei den Wetter- und Platzverhältnissen eine famose Leistung war.

 

Schlaggleich nach zwei Runden gingen beide Kontrahenten in eine Stechen, wobei Ekkehart H. Schieffer nach seiner Runde und den vermeintlichen Zwischenständen seines Konkurrenten schon die Schläger weggepackt und sich für die Siegerehrung fein gemacht hatte. Entsprechend kam der Spieler des Westfälischen GC Gütersloh etwas in Hektik, als er doch auf das 18. Tee treten musste, um gegen den Krefelder im Stechen den Titel auszuspielen. Folge war ein verzogener Drive, der nicht mehr schadlos korrigiert werden konnte. Mit einem Par gegen ein Bogey behielt Martin Birkholz die Oberhand und sammelte damit einen weiteren Titel für seine ohnehin schon große Erfolgsgeschichte.

 

Einem Teilnehmer der Meisterschaft fiel erst nach zwei Schlägen auf Bahn 1 auf, dass seine Eisen und der Putter nicht im Bag waren. Die übergroßen Schlägerhauben der Hölzer hatten den Blick auf die leeren Fächer verdeckt. Vor der Runde hatte der Athlet seine Eisen noch in der Waschmaschine gereinigt, war dabei abgelenkt worden und hatte so schlicht vergessen, das Bag wieder vollständig zu befüllen. Nach einer laufsportlichen Einlage wurde der Fehler behoben und die Runde konnte noch regulär beendet werden.

 

Im Rahmen der Siegerehrung wurden neben den Medaillengewinnern der NRW-Meisterschaften auch die Athleten besonders geehrt, die die NRW-Farben bei der Deutschen Meisterschaft, bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft und bei der Europameisterschaft in der AK 50 erfolgreich vertreten hatten. Für die Erfolge innerhalb von zwei Monaten wurden acht Urkunden an Susanne Lichtenberg, Caroline Effert, Martin Birkholz, Ulrich Schulte, Andreas Braatz und Ekkehart H. Schieffer vergeben.

 

Bis auf Caroline Effert waren alle Leistungsträger in Krefeld am Start, weil neben den Meisterehren auch die Nominierung für den Länderpokal AK 50 anstand.


AK 65 konnte volle Runden spielen

 

In der AK ab 65 Jahren konnten die sieben Damen und 54 Herren zwei volle Runden auf der Anlage des Royal St. Barbara´s GC Dortmund gehen. Das Wetter war in Dortmund alles andere als vergnügungssteuerpflichtig, aber immerhin konnte lange genug auch am ersten Tag regulär gespielt werden, um das kleine Teilnehmerfeld noch vor Einbruch der Dunkelheit über den Platz zu bekommen. Das Greenkeeper-Team des ausrichtenden Clubs hatte ganze Arbeit geleistet.

 

Titelverteidigerin Jutta Geike vom GC Bergisch-Land legte an beiden Tagen den besten Score vor und feierte nach Runden von 84 und 85 Schlägen mit vier Zählern Vorsprung den Gewinn der Goldmedaille.

Silber ging an Sigrid Wichmann, die nach Tag 1 noch schlaggleich mit Emmy Brugmann war. Während die Leverkusenerin am Finaltag eine 86 unterschreiben durfte, brauchte die Spielerin vom GC Am Kloster Kamp am Finalsonntag einen Schlag mehr.

 

Bei den Herren gab es einen Start-Ziel-Sieg von Waldemar Krüger. Der Spieler des GC Castrop-Rauxel Frohlinde setzte sich mit einer 76 schon klar vom Feld ab und unterschrieb auch am Finaltag mit einer 78 den besten Score.

Jan Wassermeyer vom GC Bonn-Godesberg legte mit einer 80 den Grundstein für den Gewinn der Silbermedaille. Die 79 am Finaltag reichte, um Platz zwei zu verteidigen, auch wenn Byung-Jai Choi vom GC Hummelbachaue die bessere Finalrunde auf den Platz brachte. Der Neusser hatte wie der Meister eine 78 unterschrieben, aber am ersten Tag 83 Schläge gebraucht.

 

Nachdem auch für die zweite Durchführung der NRW Meisterschaft bei den Damen in der AK 65 nur sieben Spielerinnen gemeldet hatten, wird der Golfverband NRW im Jahr 2018 sich vorbehalten, diese Meisterschaft bei den Damen nur dann tatsächlich durchzuführen, wenn mindestens zwölf Spielerinnen antreten.

 

Schon jetzt steht fest, dass die AK 65 sich im kommenden Jahr wieder auf der Anlage des Krefelder GC treffen wird.

stebl´


Ergebnisse AK 65

Ergebnisse AK 50



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