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Erfolgreich und konstruktiv

Spielführertagung 2018

 

Am 11. März trafen sich im Wyndham Hotel Mettmann über 80 Spielführer der Golfclubs in Nordrhein-Westfalen zur jährlichen Tagung.

Erhard Wetterich, der Vorsitzende des Sportgremiums des Golfverbandes NRW, begrüßte die Teilnehmer und freute sich über die erneut sehr rege Beteiligung, obwohl in diesem Jahr kein brisantes Thema ansteht.

 

Rückblick 2017

Üblicher Weise kommt beim Rückblick auf die sportlichen Erfolg des Vorjahrs der Hinweis auf das Handbuch. In diesem Jahr ist dieses noch nicht fertig, weil Änderungen anfallen.

Daher wirft Erhard Wetterich einen etwas ausführlicheren Blick in ein sehr erfolgreiches Jahr zurück.

Vor einigen Jahren, so Wetterich, habe der GV NRW eine neue Ausbildungsstruktur entwickelt, weil frühere Erfolge der Athleten aus NRW ausgeblieben waren. Bei der Umstrukturierung der Jugendförderung spielen die Clubs und Clubtrainer eine zentrale Rolle und werden seitdem noch mehr einbezogen.

„Das hat offensichtlich gefruchtet. Dafür an dieser Stelle ganz herzlichen Dank. Sie tragen sehr zur guten Statistik aus NRW-Sicht bei“, zollte Erhard Wetterich den Clubs Respekt für deren Arbeit.

Kurzfristiger Erfolg stehe in NRW nicht im Fokus. Titel als Deutsche Meister werden bei den jungen Athleten zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber der Maßstab für den Erfolg der Jugendförderung sind sportliche Leistungen auf höchstem Niveau. Nachhaltigkeit geht immer vor kurzfristige Titelgewinne. Dass letztlich Spieler auf die Touren kommen oder sogar bei Olympischen Spielen für Deutschland antreten, ist das Ziel der Jugendkonzeption im GV NRW.

 

Die Trainingsphilosophie spiegelt sich in einer Treppe, auf der die Leistungsstufen von kleinen Kindern bis hin zum absoluten Spitzenniveau dargestellt werden. Im Golfsport geht man davon aus, dass die Athleten im Durchschnitt erst ab 25 Jahren den Zenit ihres Könnens erreichen.

 

Zur Bilanz der Athleten aus NRW in 2017 führt der Vorsitzende des Sportgremiums aus, dass sich Asta Birna Magnusdottir (Hubbelrath) und Jannik de Bruyn (Hösel) bei den NRW-Meisterschaften der AK offen durchgesetzt haben.

Auf nationaler Ebene war die Bilanz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften überragend. Die Hälfte aller Medaillen in den Altersklassen 14, 16 und 18 gingen nach NRW. Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften sind die Erfolge noch überschaubar.

Im Vergleich zu anderen Landesverbänden sind die Ergebnisse von Athleten aus NRW überdurchschnittlich gut, auch wenn man diese in Beziehung zur Mitgliederzahl der Verbände setzt. Deutlich erkennbar ist zudem, dass es einen sehr positiven Trend zu guten Platzierungen gibt. Und genau dies schürt die Hoffnung, dass das neue Konzept zielgerichtet funktioniert, langfristig wieder viele Spieler auf die absolute Spitze in Deutschland und Europa vorzubereiten.

Exemplarisch dafür steht derzeit das Elite Team Germany. „Wer sich durchgesetzt hat, ist aus NRW. Das ist die Bestätigung für unsere Philosophie, auf Nachhaltigkeit zu setzen“, freut sich Erhard Wetterich darüber, dass alle vier Athleten, die derzeit im Kader für die Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio stehen, aus NRW kommen und auch in den Landeskadern gefördert worden waren.

 

Kids-Cup und Talent-Cup

 

Der Einstieg in der das Fördersystem des GV NRW läuft über Kids-Cup und Talent-Cup.

Diese sind so strukturiert, dass schon ganz junge Kinder direkt in die Mannschaften aufgenommen werden können und als wertvolles Teammitglied mehr Spaß am Golfsport bekommen als wenn sie erst lange auf der Driving Range mehr oder wenig einsam trainieren müssten.

Speziell, um die Anzahl an Mädchen zu erhöhen, die sich für den Leistungssport Golf begeistert, hat Landestrainerin Alexander Bönnen das Projekt „Girls Go Golf“ initiiert. In diesem „Kader zum Heranführen“, wird gemeinsam in reinen Mädchengruppen trainiert. Es handelt sich dabei noch nicht um einen formellen Kaders des GV NRW.

 

Der GV NRW macht den Clubs ein besonderes Beratungsangebot. Im Rahmen des Gesamtkonzepts der Nachwuchsförderung besucht die Landestrainerin Clubs, um dort individuell zu beraten, wie die Jugendarbeit für die örtlichen Gegebenheiten optimiert werden kann.

Die Reaktionen der Clubs, die bisher das Beratungsangebot von Alexandra Bönnen angenommen haben, sind durchweg sehr positiv.

„Nutzen Sie diese Chance! Vielleicht hilft es Ihrem Club weiter“, ruft Erhard Wetterich die Clubs auf, sich zu engagieren. Und ergänzt noch: „In manchen Clubs ist Jugendarbeit leider noch zweitrangig, auch wenn klar ist, dass die Zukunft in der Jugend liegt!“

 

Aus der Jugendarbeit entwickelt, hat sich eine Erfolgsgeschichte im deutschen Mannschaftsgolf. Der GC Hubbelrath ist bei den Herren zum dritten Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister geworden. Erhard Wetterich gratuliert den Hubbelrathern, wie auch den beiden Aufsteigern in die 1. Bundesliga der KRAMSKI Deutsche Golf Liga: die Damen des GC Mülheim und Herren des GC Hösel sind 2018 erstklassig.

 

Zufrieden geht der Blick auf die Wettspielsaison 2017 zurück. „Die Spieltage und Turniere sind so gut gelaufen wie noch nie. Es läuft“, freut sich Wetterich über eine gelungene Saison aus organisatorischer Sicht.

Wo viel Sonne ist, gibt es manchmal auch etwas Schatten: Zwei Mannschaften wurden 2017 disqualifiziert, weil Spieler eingesetzt wurden, die nicht spielberechtigt waren. Die Konsequenz daraus wird sein, dass ab 2018 Stichproben durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass nur Athleten zum Einsatz kommen, die für eine Mannschaft auch die  Spielberechtigung haben.

Ansonsten ändern sich die Wettspielbedingungen und Ausschreibungen praktisch nicht. Lediglich der Strafenkatalog wurde überprüft und harmoniert.

 

Neu in Wettspielbedingungen: Ab jetzt darf bei Verbandswettspielen „Ready Golf“ praktiziert werden. „Dafür ist eine Verständigung der Athleten notwendig. Wenn einer in der Gruppe dagegen ist, dann wird weitergespielt wie bisher“, so Erhard Wetterich. Beim Ready Golf darf außerhalb der üblichen Reihenfolge geschlagen werden, wenn Mitspieler nicht gefährdet oder gestört werden.

 

Neu ist auch die Ausnahme bei Regel 6.6.d.:

Es erfolgt keine Bestrafung mehr, wenn ein Spieler sich versehentlich Strafschläge nicht notiert hat. Hierbei gilt laut R&A zunächst das Wort des ehrlichen Spielers.

Jürgen Stiegler, DGV-Spielleiter und Mitglied des Sportausschusses, regt in diesem Zusammenhang an, einen anderen Spieler im Flight bei Zweifeln am Score oder Regelkonformität einfach mit einer freundlichen Frage aufmerksam zu machen: „Darf man das?“ Danach könne, so Stiegler, der Spieler sich nicht mehr darauf berufen, versehentlich einen falschen Score notiert zu haben. Generell sei es während Wettspielen sinnvoll, einfach bei Zweifeln den Spieler, der irgendwas tut, das möglicher Weise nicht ganz regelkonform ist, freundlich mit einer Frage aufmerksam zu machen. Dies würde späteren Diskussionen am Ende des Wettspiels vorbeugen.

 

Die Stechenregelung in der DGL wird verändert: Bei Schlaggleichheit zählte bisher das erste Streichergebnis. Nun zählt bei Schlaggleichheit das beste Einzelergebnis.

 

In der AK 50 gilt für Spiele an Wochentagen: Die früheste Startzeit ist um 13.00 Uhr. Es sei denn, die anderen Teams stimmen einem früherem Start zu. Spieltage auf Samstage zu verlegen, geht aus organisatorischen Gründen nicht.

 

Clubspielleiterausbildung

Die Ergebnisse der Prüfungen bei der Clubspielleiterausbildung haben gezeigt, wie wichtig der Überprüfung des Wissens ist. „Wir hatten ganz tolle Ergebnisse, die auch für eine Arbeit im GV NRW oder DGV reichen würden, aber es gab auch gegenteilige Erfahrungen“, so Wetterich. 288 Clubsspielleiter haben die Prüfung bislang erfolgreich abgeschlossen.

Im Ligasystem des GV NRW sind 152 Clubs aktiv. 143 davon haben bereits mindestens einen Clubsspielleiter, einige Clubs ziehen noch kurzfristig nach.

Wer zu Saisonbeginn keinen Clubsspielleiter hat, kann an den Wettspielen nicht teilnehmen.

Wenn es für 2018 doch noch vereinzelt Clubs gibt, die keinen Clubsspielleiter haben, dürfen diese sich aus einem Nachbarclub eine Person gegen Entgelt „mieten“, allerdings nur auf Antrag beim GV NRW.

Ausnahmen werden nicht für Clubs erteilt, die Leute zwar zur Ausbildung geschickt haben, diese dann aber nicht zur Prüfung erschienen sind und auch nicht für Clubs, die sich gar nicht zur Ausbildung eines Clubspielleiters gemeldet haben.

Ein Clubsspielleiter kann auch für zwei Clubs tätig werden, wenn er dort jeweils Mitglied ist.

 

Club in One

 

Hans-Georg Blümer stellt das neue, einheitliche Sportprogramm bei Verbandswettspielen vor. Club in One sorgt dafür, dass die große Zettelflut bei austragenden Clubs Geschichte ist.

„Club in One ist neuer Anbieter mit funktionierender Software, die mit dem GV NRW weiterentwickelt wurde. Einfacher können wir uns im Moment eine Turnierorganisation und -Abwickung nicht mehr vorstellen“, so der  Sportkoordinator im GV NRW.

Die Bedienung ist intuitiv anhand der Masken leicht möglich.

Mit dem Druck der Ergebnisliste geht diese auch direkt auch an den Verband. Der Verband verifiziert das Ergebnis und erst dann gilt es formell als veröffentlicht.

 

Das Programm wird auch beim Willy-Schniewind-Mannschaftspreis in den Ligen 2 bis 5 für das Zählspiel sowie in der Jugendliga eingesetzt.

Die Clubs greifen auf Club in One lediglich zu, müssen also keine Software kaufen oder installieren. Dank einer Schnittstelle zum Intranet funktioniert auch die  Vorgabenfortschreibung automatisch.

 

Startlisten werden automatisch generiert, können aber noch verändert werden.

Eine Schulung der Sekretariate wird in Form von Webinaren vom Anbieter durchgeführt.

Sollten unerwartet am Spieltag doch Probleme auftauchen, hält Club in One einen Support bereit.

„Wir glauben, dass es eine unglaubliche Verbesserung vor allem für die Sekretariate ist. Viele Arbeitsschritte fallen weg. Ein weiterer Vorteil: die Ergebnispräsentation ist zeitgemäß und aktuell“, ist sich Hans-Georg Blümer sicher, dass alle Clubs von der Umstellung profitieren werden.

Clubintern kann jeder Club sein bisher verwendetes Programm weiter nutzen.

 

NRW-Hardcard 2018

Die Hardcard wird auf der Rückseite der neuen Blanko-Scorekarten gedruckt, die jeder Ausrichter eines Verbandswettspiel in ausreichender Stückzahl bekommt.

Die Scorekarten an sich werden aus Club in One generiert. Damit ist nun als Nebeneffekt auch gewährleistet, dass alle Athleten überall die gleichen Scorekarten bekommen.

Clubplatzregeln sind nun per zusätzlichem Ausdruck zu verteilen.

Die Angabe der Fahnenpositionen ist Pflicht, aber es reicht in unteren Ligen auch die Angabe eines Sektors auf dem Grün.

 

Regeländerungen 2019

Neue Golfregeln werden ab 2019 gelten. Einzelheiten dazu sind aber durch die Geheimhaltung von R&A, USGA und DGV noch nicht zu erfahren.

Jürgen Stiegler hat die Aufgabe, die neuen Regeln ins Deutsche zu übersetzen. Voraussichtlich im April wird der DGV dazu weitere Informationen herausgeben.

„Auf uns kommen in der Spielführung interessante Zeiten zu. Ziel ist es, Regeln und Decisions zusammenzufassen“, so Jürgen Stiegler.

Dennoch wird es zusätzlich zum Regelbuch noch ein Handbuch geben, das die neuen Regeln erläutern soll.

Mit den neuen Regeln einher geht auch eine Überarbeitung des Course Ratings.

Wasserhindernisse wird es zukünftig nicht mehr geben, sondern nur noch Penalty-Areas.

Es geht dabei vor allem um die Wichtung von Penalty-Area zum Aus.

2020 wird dann noch das neue Welthandicap-System kommen. Möglicher Weise wird dieses von DGV und EGA noch modifiziert.

Um die Clubs zu informieren, plant der DGV im Herbst 2018 eine „Regeltour“.

 

Verschiedenes

 

Bezüglich einer einheitlichen Regelung für Proberunden bei Ligaspielen, erklärt Erhard Wetterich, das es bewährte Politik des GV NRW sei, sich nicht einzumischen: „Wir können nicht bestimmen, wie ein Club seine Greenfee-Politik regelt!“

Es bleibt daher auch weiterhin bei persönlichen Absprachen zwischen den Clubs.

„Auf Gegenseitigkeit zu agieren ist eine gute Idee“, so Wetterich.

Die Wettspiele selbst sind für Gäste immer kostenlos! ,

 

Bei Wettspielen des GV NRW den Platz für eine Proberunde zu sperren, ist schon dafür sinnvoll, dass die Spielleitung den Platz vorbereiten kann.

Bei DGV-Wettspielen muss den Spielern die Gelegenheit zur Proberunde gegeben werden, aber es muss nicht der ganze Platz gesperrt werden.

 

Zum Abschluss einer harmonischen und konstruktiven Tagung der Spielführer warb Hans-Georg Blümer noch einmal für Kids-Cup und Talent-Cup: „Die veranstalten wir, um Jugendliche zum Golf zu holen und damit diese dann auch dabei bleiben.“

Es soll ein System etabliert werden, Kinder, die ganz neu dabei sind, zum Teil einer Mannschaft zu machen. Athletikprogramm und Puttturnier sind genau so wertvoll für das Team. Gerade für Kinder aus Schulgolf ist das ein tolle Erlebnis, so dass die Kids Spass haben und sich dazugehörig fühlen.

Die Clubs haben zwar etwas Aufwand beim Aufbau, aber dieser lohnt sich.

„Es wäre toll, wenn in NRW eine Kultur in den Club wächst, die jungen Kindern in den Club zu integrieren“, drückt der Sportkoordinator des GV NRW seine Hoffnung auf eine wachsende Zahl an Clubs aus, die sich die Jugendförderung auf die Fahne schreiben.

 

Erhard Wetterich schließt die Tagung mit einem Appell: „Es wäre schön, wenn sich die Erfolgsbilanz auch zukünftig so positiv darstellt. Es deutet sich eine Aufwärtsbewegung ab. Ein Grund, dass dies in Zukunft so bleibt, kann der Talent-Cup sein. Diese Kids, die mit Freude beim Club gehalten werden, sind die Zukunft aller!“

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